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Profilbild von Felicitas Bär Felicitas Bär Buchhandlung: RavensBuch Ravensburg
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Meine letzte Rezension Die geheimste Erinnerung der Menschen von Mohamed Mbougar Sarr
Ein großer Roman, in den man ganz tief versinken kann und unbedingt den wirklichen Kern der Geschichte entdecken möchte. Dafür muss man sich aber ersteinmal an die vielen Geschichten in der Geschichte gewöhnen - ist man dann aber im Lesefluss, wird man das Buch gar nicht mehr weglegen wollen! Es geht um einen jungen, in Paris lebenden, Senegalesen, der auf ein Buch stößt, dass sein Leben komplett verändert. "Das Labyrinth des Unmenschlichen" von T.C. Elimane, in den 1930ern ein Hit und dann auf einmal komplett aus dem Literaturbetrieb verbannt. Was geschah mit Elimane? Hat er jemals weitergeschrieben? Diese Fragen treiben den Protagonisten Diégane um und er begiebt sich zusammen mit uns Lesenden auf eine hochspannende und emotionale Suche quer durch sein, aber vor allem durch die Leben anderer Menschen. Alles kreist dabei um Elimane, man hat das Gefühl ihm und seiner Geschichte immer näher zu kommen und doch entwischt er immer im entscheidenden Augenblick wieder unseren ausgestreckten Händen. Mit einer wirklich beeindruckenden Sprache erzählt Mohamed Mbougar Sarr eine Geschichte von Identitätssuche als schwarzer Autor in Frankreich und im Senegal, über Rassismus (die Kritiker*innen hielten es für eine Lüge, dass ein schwarzer Autor wie Elimane überhaupt zu einem solchen Buch fähig wäre) und die Nachwirkungen des Kolonialismus, die bis heute prägen. Warum jetzt also nur 4 von 5 Sternen? Zugegebenermaßen hat mich der Anfang etwas gestört. Auf den ersten 50 Seiten denkt der Protagonist für meinen Geschmack etwas zu viel darüber nach, dass er mit jeder Frau, die ihm über den Weg läuft eigentlich gerne schlafen würde (und dann aber wieder doch nicht) anstatt sich wirklich der Recherche nach dem verschollenen Autor zu widmen - aber das ist wahrschienlich Geschmackssache und legt sich zum Glück schnell wieder. Je länger das Buch ging, desto mehr nahm meine Begeisterung zu und mit dem Ende war ich wirklich sehr zufrieden. Für mich hat es sich so angefühlt, als würden alle diese vielen Erzählstränge in einem finalen Punkt zusammenlaufen. Und das ist wirklich eine Kunst, denn so viele erzählerische Schichten (die auch noch in unterschiedlichen zeiten spielen) muss man erstmal im Blick behalten und wieder zusammenführen können. Ich hätte es am Anfang nicht gedacht, aber es ist doch ein Lesehighlight geworden. Auf keinen Fall eine lokere Zwischendurch-Lektüre, aber mit Sicherheit ein einprägsamer Wegbegleiter.
ab 27,00 €
Die geheimste Erinnerung der Menschen
4/5
4/5

Die geheimste Erinnerung der Menschen

Ein großer Roman, in den man ganz tief versinken kann und unbedingt den wirklichen Kern der Geschichte entdecken möchte. Dafür muss man sich aber ersteinmal an die vielen Geschichten in der Geschichte gewöhnen - ist man dann aber im Lesefluss, wird man das Buch gar nicht mehr weglegen wollen! Es geht um einen jungen, in Paris lebenden, Senegalesen, der auf ein Buch stößt, dass sein Leben komplett verändert. "Das Labyrinth des Unmenschlichen" von T.C. Elimane, in den 1930ern ein Hit und dann auf einmal komplett aus dem Literaturbetrieb verbannt. Was geschah mit Elimane? Hat er jemals weitergeschrieben? Diese Fragen treiben den Protagonisten Diégane um und er begiebt sich zusammen mit uns Lesenden auf eine hochspannende und emotionale Suche quer durch sein, aber vor allem durch die Leben anderer Menschen. Alles kreist dabei um Elimane, man hat das Gefühl ihm und seiner Geschichte immer näher zu kommen und doch entwischt er immer im entscheidenden Augenblick wieder unseren ausgestreckten Händen. Mit einer wirklich beeindruckenden Sprache erzählt Mohamed Mbougar Sarr eine Geschichte von Identitätssuche als schwarzer Autor in Frankreich und im Senegal, über Rassismus (die Kritiker*innen hielten es für eine Lüge, dass ein schwarzer Autor wie Elimane überhaupt zu einem solchen Buch fähig wäre) und die Nachwirkungen des Kolonialismus, die bis heute prägen. Warum jetzt also nur 4 von 5 Sternen? Zugegebenermaßen hat mich der Anfang etwas gestört. Auf den ersten 50 Seiten denkt der Protagonist für meinen Geschmack etwas zu viel darüber nach, dass er mit jeder Frau, die ihm über den Weg läuft eigentlich gerne schlafen würde (und dann aber wieder doch nicht) anstatt sich wirklich der Recherche nach dem verschollenen Autor zu widmen - aber das ist wahrschienlich Geschmackssache und legt sich zum Glück schnell wieder. Je länger das Buch ging, desto mehr nahm meine Begeisterung zu und mit dem Ende war ich wirklich sehr zufrieden. Für mich hat es sich so angefühlt, als würden alle diese vielen Erzählstränge in einem finalen Punkt zusammenlaufen. Und das ist wirklich eine Kunst, denn so viele erzählerische Schichten (die auch noch in unterschiedlichen zeiten spielen) muss man erstmal im Blick behalten und wieder zusammenführen können. Ich hätte es am Anfang nicht gedacht, aber es ist doch ein Lesehighlight geworden. Auf keinen Fall eine lokere Zwischendurch-Lektüre, aber mit Sicherheit ein einprägsamer Wegbegleiter.

Felicitas Bär
  • Felicitas Bär
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Die geheimste Erinnerung der Menschen von Mohamed Mbougar Sarr
  • Die geheimste Erinnerung der Menschen
  • Mohamed Mbougar Sarr
  • ab 27,00 €

Meine Lieblingswerke

  • Unser Teil der Nacht von Mariana Enriquez
    5/5

    Unser Teil der Nacht

    Nachdem ich mir vorgenommen hatte, endlich mal wieder ein richtig dickes Buch zu lesen, fiel meine Wahl auf "unser Teil der Nacht" - und es hat sich definitiv sowas von gelohnt! In wenigen Tagen habe ich diesen über 800 Seiten starken Roman verschlungen, war gebannt, manchmal schockiert, manchmal gerührt und dann wieder überrascht, als auf einmal alles anders war, als gedacht. Auch wenn es als Familiengeschichte beschrieben wird, ist es hauptsächlich die Geschichte von Vater und Sohn - Juan und Gaspar, der mir von allen am meisten ans Herz gewachsen ist. Juan, der seit seiner Kindheit als Medium für einen Orden (geführt von der Familie seiner Frau) missbraucht wird, weil er Kräfte hat, mit denen er die Dunkelheit, den grausamen Gott des Ordens, rufen kann, will mit aller Macht verhindern, dass seinem Sohn das gleiche Schicksal widerfährt. Doch es ist ein Wettlauf gegen seine Familie und gegen die Zeit - denn Juan ist schwer herzkrank und mit jedem bisschen Magie, das er nutzt um Gaspar zu schützen, kommt er dem Tod näher. Der Roman umfasst mehrere Jahrzehnte von den 60ern bis in die 90er und jedes Puzzleteil, jedes Familienmitglied, jede scheinbar zufällige Begebenheit, fügt sich am Ende in ein grausames, von nach Unsterblichkeit dürstenden Frauen konstruiertes Netz zusammen. Gleichzeitig erfährt man einiges über die Geschichte Argentiniens während und nach der Diktatur - ein Kritiker beschrieb den Roman als "ein Mix aus magischem Realismus, alternativen Familienentwürfen und argentinischer Geschichte. Atemberaubend." Dem kann ich mich nur anschließen. Der einzige Minuspunkt, den ich anmerken muss, ist, dass für einen schwarzen Mann mehrmals ein rassistisches Wort verwendet wurde, das man locker hätte umgehen/ersetzen können. Die einfachste Lösung wäre gewesen, ihn einfach beim Namen zu nennen. Ich weiß nicht, welches Wort im Original verwendet wurde, aber mindestens von Seiten der Übersetzerin hätte ich mir da mehr Sensibilität gewünscht, es gibt keinen Grund, den Mann mit diesem Wort zu bezeichenen. Ich hoffe, dass in der Zukunft allgemein in der Literatur noch mehr auf Rassismus in der Sprache geachtet wird - gerade wenn es ein Roman ist wie dieser, der eigentlich für Diversität und Offenheit steht.

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    Unser Teil der Nacht von Mariana Enriquez
  • Yadriel und Julian. Cemetery Boys von Aiden Thomas
    5/5

    Yadriel und Julian. Cemetery Boys

    Cemetery Boys hat es auf Anhieb in die Reihen meiner Liebelingsjugendbücher geschafft! Ich habe es zwar auf Englisch gelesen und warte jetzt gespannt auf die deutsche Übersetzung, aber die grandiose Geschichte bleibt ja dieselbe. Es geht um Yadriel, der aus einer lateinamerikanischen Familie stammt, die seit Generationen Kontakt mit der Geisterwelt aufnehemn kann. Die weiblichen Magierinnen, Brujas genannt, können Verletzungen heilen, die männlichen Brujos haben die Macht, Geister zu beschwören und sie zu erlösen. Und genau das ist Yadriels Problem: Er ist ein trans* Junge - das wird zwar von seiner Familie weithingehend akzeptiert, sie sprechen ihn mit richtigem Namen und Pronomen an - Das Ritual, mit dem man zu einem echten Brujo wird, lassen sie ihn allerdings nicht durchführen. Also beschließen Yadriel und seine Cousine Maritza kuzerhand, die Zeremonie selbst und im Geheimen durchzuführen. Doch dann passieren Schlag auf Schlag mehrere Dinge auf einmal: Die Zeremonie funktioniert und er hat nun die Macht, Geister zu beschwören. Doch als Yadriels Cousin Miguel plötzlich auf unerklärliche Weise stirbt, erscheint bei Yadriels Geisterbeschwörung nicht Miguel, sondern Julian, der Bad Boy der Schule, der keine Ahnung hat, dass er eben verstorben ist. Jetzt nimmt das Chaos erst richtig seinen Lauf: Da Julian an Yadriel gebunden ist, aber nicht entdeckt werden darf, muss er ihn verstecken, gleichzeitig herausfinden, wer Julian und Miguel getötet hat und ganz nebenbei versucht er auch noch seinen Vater davon zu überzeugen, dass er ein ganz normaler Junge ist, wie sein Bruder auch. Zunächst will er Julian bzw. dessen Geist so schnell wie möglich ins Totenreich verbannen, doch je länger er Zeit mit ihm verbringt, desto weniger will er ihn loswerden... Eine tolle, spannende Geschichte rund um Freundschaft, Akzeptanz, Liebe, Magie, Selbstfindung und die Welt der Toten und Lebendigen. Außerdem findet man ganz viele tolle Figuren, die sich abseits der Cis/Heteronormative bewegen, die man sofort ins Herz schließt und man am liebsten in die Geschichte hineinspringen und mit ihnen abhängen möchte. Lest alle unbedingt dieses Buch!

    Felicitas Bär
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    Yadriel und Julian. Cemetery Boys von Aiden Thomas
    • Yadriel und Julian. Cemetery Boys
    • Aiden Thomas
    • ab 18,00 €
  • Gargantis - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea von Thomas Taylor
    5/5

    Gargantis - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea

    Endlich ist sie da! Lange habe ich auf die Fortsetzung von "Malamander" gewartet, und es hat sich wirklich gelohnt! Es wird stürmisch in Eerie on Sea - denn Sachenfinder Herbie und seine Freundin Violet stehen dem Jahrhundertsturm Gargantis gegenüber! Bricht der erstmal los, würde er das schaurigschöne Küstenörtchen zerstören. "Gargantis Erwachen lässt Eerie krachen" raunen die Fischer hinter vorgehaltener Hand. Als dann auch noch eine mysteriöse Flaschenpost und ein Tentakel-Typ mit gruseliger Kapuze auftauchen, stecken Herbie und Violet wieder mitten drin in einem mitreißenden Abenteuer!

    Felicitas Bär
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    Gargantis - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea von Thomas Taylor
    • Band 2
    • Gargantis - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea
    • Thomas Taylor
    • ab 17,00 €
  • Das Böse kommt auf leisen Sohlen von Ray Bradbury
    5/5

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    Ein Jahrmarkt, der Mitten in der Nacht seine Zelte aufschlägt, ein Mann der am ganzen Körper von sich bewegenden Tätowierungen bedeckt ist und das Böse, das mit dem Jahrmarkt zusammen in die Stadt einzuziehen scheint- für jeden Fan der schaurigen Literatur führt eigentlich kein Weg an Ray Bradburys Klassiker "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" vorbei. Es geht um Freundschaft, Ängste und Sehnsüchte, um Väter und Söhne, um junge Menschen, die gerne älter wären, und Erwachsene, die sich in ihre Jugend zurück sehnen. Als Mr. Darks Zirkus, in dem sich allerhand bedrohliche Gestalten tummeln, in der Stadt, in der die Freunde Jim und Will wohnen, seine Zelte aufschlägt, rückt die Erfüllung dieser Sehnsüchte auf einmal in greifbare Nähe: Denn auf Mr. Darks Gelände befindet sich ein Karussell, das das Alter der Menschen beeinflussen kann: Eine Runde vor oder zurück, bedeutet ein Jahr älter, bzw. jünger. Doch alle, die der Versuchung nicht widerstehen können, zahlen einen hohen Preis...Illustriert wurde diese Ausgabe von Reinhold Kleist, dessen zahlreiche schwarz-weiß Zeichnungen der Geschichte noch mehr düstere Atmosphäre verleihen, als sie sowieso schon hat. Jeder der wunderbar schaurigen Illustrationen merkt man die Freude Kleists an der Geschichte an und wird jeden großen und kleinen Leser mit Leichtigkeit in in Bradburys unheimliche Zirkuswelt versetzen!

    Felicitas Bär
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    Das Böse kommt auf leisen Sohlen von Ray Bradbury
    • Band 20866
    • Das Böse kommt auf leisen Sohlen
    • Ray Bradbury
    • ab 25,00 €
  • Die Lüge von Mikita Franko
    5/5

    Die Lüge

    Vorweg: Ich hoffe, dass ganz viele Menschen dieses Buch lesen werden, und genauso begeistert sind wie ich! Denn was Mikita Franko hier mehr oder weniger autobiographisch schreibt, geht direkt ins Herz und bleibt noch lange im Gedächtnis. Als die Mutter des gleichnamige Protagonist Mikita, von allen Miki genannt, als dieser vier Jahre alt ist stibt, stellt sich die Frage, bei wem er nun leben soll. Sein Vater hat sich aus dem Staub gemacht, übrig bleiben Großmutter und Onkel Slawa. Schlussendlich landet Miki bei Slawa, einem charmanten und lustigen Künstler, den Miki sehr lieb hat. Erstmal alles super, doch die neue Familienkonstellation wird von nun an eine Besondere, nur zuhause offen Ausgelebte sein: Denn Slawa ist schwul und lebt mit seinem Freund Lew zusammen. Bald nennt Miki beide Papa, hat sie auf unterschiedliche Art und Weise gern - Slawa, den Kindskopf und Lew den vernünftigen Menschenretter (er ist Arzt). Doch in der kleinen russischen Stadt, in der die drei leben, (und nicht nur dort) gilt Homosexualität als eklig, abartig und abnormal, wird wenn dann als Schimpfwort verwendet. Und so muss Miki von klein auf lernen, mit der Lüge zu leben: "Ich lebe allein bei meinem Papa, meine Mama ist tot. Lew ist ein Freund der Familie." Es wird für ihn zur Qual und Frustration, nirgends kann er offen reden, den Schulaufsatz mit dem Thema "meine Familie" muss er komplett erfinden, Freunde kurzfristig nach hause einladen geht auch nicht und für Kindergeburtstage muss Lew und sämtliche Familienfotos verschwinden. Sein innerer Konflikt spitzt sich immer weiter zu, in der Schule argumentiert er gegen Homophobie, zuhause wirft er seinen Eltern wüste Beleidigungen an den Kopf. Er liebt die beiden und gleichzeitig hat er das Gefühl, durch ihre Beziehung in seinem Leben eingeschränkt zu sein. Auch wenn es nicht an Slawa und Lew liegt, sondern an der konservativen Gesellschaft, überträgt Miki seinen Zorn auf seine Papas, später auf Mitschüler und schließlich gegen sich selbst. Miki kämpft gegen alles und jeden, vor allem gegen sich selbst und wir als Lesende begleiten ihn auf diesem Weg. Was sich nach sehr viel Tragik anhört, (und auch ist), ist aber keineswegs schwere Lektüre. Im Gegenteil, die Seiten fliegen nur so dahin, man schließt die Figuren sofort ins Herz und es gibt durchaus humorvolle Momente. Ich hätte nach den knapp 400 Seiten am liebsten noch viel mehr über Miki und seine Familie gelesen und habe das Buch fast schon wehmütig zugeschlagen. Man merkt hier und da, dass es ein Debüt ist, ein Buch, das aus einem Text entstanden ist, den der Autor für sich als Therapie von der Seele schrieb, dass er manche Situationen so geschrieben hat, wie er sie sich gewünscht hätte und nicht wie sie vielleicht wirklich waren. Aber da es in diesem Roman in meinen Augen um Emotionen und Menschlichkeit geht, und das zu hundertprozent bei mir angekommen ist, ist das für mich nebensächlich. "Die Lüge" ist ein wichtiger Roman, der hoffentlich die Aufmarksamkeit bekommt, die er verdient - für mich war er ein absolutes Lesehighlight!

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    Die Lüge von Mikita Franko
  • Wolkenkuckucksland von Anthony Doerr
    5/5

    Wolkenkuckucksland

    Anna und Omeir leben 1453, kurz vor der Eroberung Konstantinopels, Zeno kämpft im Koreakrieg und erforscht 2020 als alter Mann griechische Schriften, Seymour wächst im Amerika der 2000er Jahre auf und gerät über schiefe Bahnen zum Extremismus und Konstance lebt ungefähr 100 Jahre in der Zukunft, auf dem Raumschiff Argos. Was verbindet sie alle? Die Macht des geschriebenen Wortes, um genau zu sein, die Macht einer ganz bestimmten Erzählung: Wolkenkuckucksland von Antonios Diogenes. Bestehend aus 24 Tafeln erzählt die Geschichte die Erlebnisse des Hirten Aethon, der sich in einen Esel, einen Fisch und eine Krähe verwandelt, um ins sagenumwobende Wolkenkuckucksland zu gelangen. Dort herrscht immer Friede, an allen Ecken und Enden gibt es das beste Essen, anscheinend soll es sogar Schildkröten mit Honigkuchen auf dem Rücken geben. Doch wie die Tafeln aus Konstantinopel, über Amerika bis ins All gelangen und dabei mehrere Menschenleben erheblich verändern, lesen Sie am besten selbst. In kurzen Kapiteln aus immer wechselnden Sichtweisen der verschiedenen Protagonist*innen, ergibt sich durch das Wolkenkuckucksland ein verbindendes Netz, das sich über alle Zeiten hinwegsetzt. Lassen Sie sich nicht abschrecken von der Vielzahl der Personen oder der großen Zeitspanne, die das Buch umfasst - Anthony Doerr hat alles genial miteinander verwoben! Viel Freude im und mit dem Wolkenkuckucksland!

    Felicitas Bär
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    Wolkenkuckucksland von Anthony Doerr
  • Mut. Machen. Liebe von Hansjörg Nessensohn
    5/5

    Mut. Machen. Liebe

    Ist euch schon mal aufgefallen, dass man bei Wut nur den ersten Buchstaben drehen muss, um Mut zu erhalten? Paul braucht Zeit für sich und pilgert durch Italien, um mit seiner Wut darüber klarzukommen, dass ihn sein bester Freund Jonas heimlich mit einem sehr intimen Video geoutet hat. Zum Glück trifft er dort die 80-jährige Liz, mit der er sich wunderbar versteht, die ihm die richtigen Fragen stellt und die ihm eine Geschichte über das Mutigsein erzählt: Helmut und Enzo lieben sich, aber im Köln der 50er Jahre ist Homosexualität nach Paragraph 175 gesetzlich verboten und Helmut, der eigentlich mit Marlene verlobt ist, kämpft mit seinen Gefühlen. Marlene ist die Liebe seines Lebens, dachte er - bis er Enzo trifft und der Gefühle in ihm auslöst, wie er es noch nie erlebt hat. Enzo will ihre Liebe ausleben, doch Helmut hat Angst: "175er", wie schwule Männer nur verächtlich genannt werden, werden verächtet, verhaftet oder verprügelt - meistens alles zusammen. Zwei wunderbar verwobene Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten und doch den selben Themen: Was bedeutet schwul sein (für mich/ für die Gesellschaft), wie weit geht man für den Menschen, den man liebt und wie können wir friedlich zusammenleben, ohne mit Vorurteilen um uns zu werfen. Paul, Enzo, Helmut und Liz haben mich allesamt mit ihren Geschichten sehr berührt und stehen für die klare Botschaft: Liebe ist Liebe. Ohne Einschränkungen und Verbote. Ein Buch, das mich begeistert hat und das ich allen Menschen ans Herz lege!

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    Mut. Machen. Liebe von Hansjörg Nessensohn
  • Daisy Jones and The Six von Taylor Jenkins Reid
    5/5

    Daisy Jones and The Six

    Sie kennen doch Daisy Jones & the Six? Nein? Dabei waren sie doch eine der größten, wenn nicht DIE Band der 70er! Mit Betonung auf "war" - denn alle Welt stellt sich die Frage: Warum haben sich Daisy Jones & the Six aufgelöst? Gab es Streit? Lag es an Daisys Drogenkonsum oder der Unvereinbarkeit von Billys und Daisys Egos? Jetzt kamen erstmals alle Bandmitglieder und Wegbegleiter für ein exklusives Interview zusammen, um dieses Mysterium für die Öffentlichkeit zu lösen. Lesen Sie jetzt einmalig vom großartigen Aufstieg der Brüder Billy und Graham Dunne und ihren vier Bandkolleg*innen, von Daisys Einstieg und schließlich dem großen Clash am höhepunkt ihrer Karriere! Na, Sind Sie drauf reingefallen? Daisy Jones & the Six hat es nie gegeben. Doch Taylor Jenkins Reid schafft mit dieser großartigen fiktiven Bandgeschichte eine Hommage an die Großen der 70er Jahre Musik, dass man sofort Lust bekommt Fleetwood Mac, Elton John oder Patti Smith zu hören. Bei den beschriebenen Bandsessions spürt man förmlich die erregte Kreativität im Proberaum knistern und die Musik wird so eindrücklich beschrieben, dass man am liebsten sofort in den nächsten Plattenladen rennen würde, um sich alle Songs anzuhören und mit den ganzen Hintergrundgeschichten verknüpfen, von denen man eben gelesen hat. Dieses Buch hat wirklich alles: großartige Charaktere, einen ganz besonderen, aber sehr flüssig zu lesenden Erzählstil und natürlich ganz viel Musik! Der wahrscheinlich einzige Nachteil: Ich bin Fan einer Band geworden, deren Musik ich nicht mal hören kann. Ansonsten ganz große Leseempfehlung an alle Musikbegeisterten!

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    Daisy Jones and The Six von Taylor Jenkins Reid
  • Kompass ohne Norden von Neal Shusterman
    5/5

    Kompass ohne Norden

    Eine unglaublich berührende, intensive und vielschichtige Erzählung über die Fragilität, Tiefe und Belastbarkeit der menschlichen Psyche. Caden ist 15 Jahre alt, zeichnet für sein Leben gerne, entwirft zusammen mit seinen Freunden ein Computerspiel - und ist davon überzeugt, dass ihn ein Mitschüler umbringen will. Oder dass seine Eltern in Wahrheit gar nicht seine Eltern sind, sondern vom Geheimdienst engagierte Spione. Oder dass seine Gedanken ein Erdbeben in China auslösen könnten. Caden ist aber auch Seemann an Bord eines hölzernen Schiffes, das auf hoher See Richtung Marianengraben schippert. Auf Deck haben ein forscher einäugiger Kapitän und dessen krächzender Papagei das Sagen, ausgelaugte Gehirne kriechen über den Boden, ab und zu springt einer aus dem Krähennest hinab in die Fluten. Als er schließlich Realität und Wahn nicht mehr unterscheiden kann, wird Caden in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen - Diagnose: Schizophrenie. Neal Shusterman nimmt uns mit auf eine Reise in die Tiefe der Psyche,über den Kampf zwischen Krankheit und Heilung, zwischen wollen und nichtwollen. Untermalt wird die Geschichte durch Illustrationen von Neal Shustermans Sohn Brandon, dessen Geschichte das Vorbild für diesen Roman war.

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    Kompass ohne Norden von Neal Shusterman

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