Vienna

Roman. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Weltbild Leserpreis 2005 und als Buch des Monats März 2005 von der Darmstädter Jury

Eva Menasse

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Beschreibung

»Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman« Die ZeitSo hat lange niemand mehr erzählt – Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.

Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.

»Mein Vater war eine Sturzgeburt«: Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.

So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie »Das ist nicht meine Dämone« unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.

Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.

"ein Ereignis" Martin Oehlen Kölner Stadt-Anzeiger 20181103

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman »Vienna«. Es folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Sie lebt seit über 20 Jahren in Berlin.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 18.02.2005
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Seitenzahl 432
Maße (L/B/H) 21/13,6/3,7 cm
Gewicht 526 g
Auflage 10. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-03465-3

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Ein wunderbarer Roman voller liebenswerter Chaoten

Tanja Griebel aus Dresden, Dr.-Külz-Ring am 26.10.2010

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Vienna“ porträtiert grandios eine jüdische Familie im Wien des 20. Jahrhunderts. Menasse hält sich an keine strikte Chronologie; aus Erinnerungen und Anekdoten entsteht hier ein buntes Panorama teils skurriler Persönlichkeiten. Die Geschichte der Großeltern (ein Jude und eine mährische Katholikin), die Identitätsfrage der jüngeren Generation und natürlich die Ereignisse während des zweiten Weltkriegs sind wichtige Stationen einer Familie, die auch schweren Zeiten mit Humor und Fabulierkunst begegnet. Ein toller Roman, in dem Eva Menasse ihrer eigenen Verwandtschaft ein Denkmal setzt.

5/5

Ein wunderbarer Roman voller liebenswerter Chaoten

Tanja Griebel aus Dresden, Dr.-Külz-Ring am 26.10.2010
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„Vienna“ porträtiert grandios eine jüdische Familie im Wien des 20. Jahrhunderts. Menasse hält sich an keine strikte Chronologie; aus Erinnerungen und Anekdoten entsteht hier ein buntes Panorama teils skurriler Persönlichkeiten. Die Geschichte der Großeltern (ein Jude und eine mährische Katholikin), die Identitätsfrage der jüngeren Generation und natürlich die Ereignisse während des zweiten Weltkriegs sind wichtige Stationen einer Familie, die auch schweren Zeiten mit Humor und Fabulierkunst begegnet. Ein toller Roman, in dem Eva Menasse ihrer eigenen Verwandtschaft ein Denkmal setzt.

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