Kleine Herren

Ein Deutscher in Oxford

Carl Siemens

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Beschreibung

»Kann man die Geister von Evelyn Waugh und Kingsley Amis auf Deutsch beschwören? Carl von Siemens ist eben dies mit Aplomb, Geist, großartigem Humor und einem besonders feinen Gespür für Dialoge gelungen.«

Christian Kracht

Ein ehrgeiziger Student aus der deutschen Provinz kommt Ende der achtziger Jahre ans Trinity College in Oxford. Gleich zu Beginn erhält er einen wegweisenden Rat: »Wenn dich die Engländer einmal ins Herz geschlossen haben, dann bist du da drin. Betrinke dich auf jeden Fall, sonst bist du kein good sport, aber trinke immer ein Glas weniger als der Gastgeber. Schlafe niemals mit seiner Frau - es sei denn, er bittet dich darum.«

Welche Regeln und Ratschläge kleine Herren sonst noch beherzigen, erzählt Carl von Siemens in wunderbaren Anekdoten eines ungelenken Erstsemesters, der um jeden Preis versucht, englischer als die Engländer zu sein.

Ein ebenso altmodisches wie ironisches, liebenswertes Unterfangen (...) Reizende höhere Töchter, völlig durchgeknallte Väter und dazwischen jede Menge trinkfester Jungs.

Carl von Siemens studierte Philosophie, Politologie, Volks- und Betriebswirtschaftslehre am Trinity College in Oxford, der London School of Economics und der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er war Unternehmensberater, Journalist sowie Gründer und Geschäftsführer einer Web-Agentur in Hamburg. Reportagen, Essays und Kurzgeschichten erschienen u.a. in »Rolling Stone«, »Lettre International« und »Der Freund«.

»Ein ebenso altmodisches wie ironisches, liebenswertes Unterfangen (...) Reizende höhere Töchter, völlig durchgeknallte Väter und dazwischen jede Menge trinkfester Jungs.«

Gabriela Jaskulla, NDR Kultur, Klassik à la carte, 14.01.2011

»Selten ist das geheime Leben der Elite unterhaltsamer und entlarvender beschrieben worden als in diesem Roman«

Malte Herwig, DIE WELT, 18.08.2010

»Diese Sinnlosigkeit des Studiums, die geht immer mehr verloren. Ist das gerechtfertigt in der Leistungsgesellschaft, oder machen wir da was falsch?«

Stefan Parrisius, Bayern 2, Eins zu Eins. Der Talk, 14.09.2010

»Von Siemens beschreibt diese Welt, diese Eliteschule, umfang- und detailreich, aber auch mit viel Augenzwinkern.«

Joachim Strunk, Lübecker Nachrichten, 19.01.2011

»Very amusing!«

Stuttgarter Nachrichten, 05.10.2010

»Sehr charmant«

Ijoma Mangold, ZDF, Die Vorleser, 17.09.2010

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 12.08.2010
Verlag Fischer Scherz
Seitenzahl 256
Maße 19,6/13,6/2,3 cm
Gewicht 364 g
Auflage 3. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-502-15159-3

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Die Elite von Gestern und Morgen
von Michael Lehmann-Pape am 28.09.2010

Früher wurden die Namen englischer Eliteuniversitäten, zumindest die von Oxford und Cambridge, fast mit Ehrfurcht ausgesprochen. Geheime Geschichten, fast schon Legenden ranken sich um diese internationalen Ausbildungsorte mit ihren teilweise kruden Regeln und ihrer strengen Leitung. Kaum etwas haben die genannten und andere ... Früher wurden die Namen englischer Eliteuniversitäten, zumindest die von Oxford und Cambridge, fast mit Ehrfurcht ausgesprochen. Geheime Geschichten, fast schon Legenden ranken sich um diese internationalen Ausbildungsorte mit ihren teilweise kruden Regeln und ihrer strengen Leitung. Kaum etwas haben die genannten und andere britannische Hochschulen von ihrer Reputation verloren. Eines aber hat sich neu entwickelt, immer mehr auch Deutsche nehmen die Ferne und die exorbitanten Kosten auf sich, um einen Abschluss an einer der Universitäten von Weltruf zu erlangen. Da passt es gut, dass Carl von Siemens sein Buch an eben einer dieser Hochschulen, dem Trinity College in Oxford, ansiedelt. Rattles, ein junger Deutscher mit einer großen Vorliebe für alles Britische, hat es geschafft, dort einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Mit wenig Ausstattung, aber dem festen Willen, seinen Weg in dieser Gesellschaft zu machen, tritt er als Erstsemester in Oxford an. Und kommt aus dem Staunen im Angesicht des fremden und, vor allem, des einmaligen britischen Humors nicht heraus. Wie sonst sind die guten Ratschläge der Mitstudenten zu verstehen, auf keinen Fall mit der Frau des Gastgebers zu schlafen, außer, jener bittet darum? Da braucht es Beharrungsvermögen, zum Glück ist Ratlles damit gesegnet, denn so oft er auch in Fettnäpfchen stolpert (und das passiert gerade zu Anfang auf jeder Seite), so verschlossen und in ihren unausgesprochenen Regeln kaum zu durchschauen das Establishment auch ist, Rattles nimmt immer wieder neuen Anlauf und so können wir ihn Seite für Seite auf seinem Entwicklungspfad begleiten, mehr und mehr einer der „kleinen Herren“ zu werden, vollendet im Umgang mit den vielfachen, teils auch skurrilen und exotischen Verhaltensweisen der upperclass. Skurriles Verhalten und teils brüllend komische Missverständnisse versteht Carl von Siemens in bester sprachlicher Form zu schildern. Gut, dass Rattles in der Person seines Onkels und Förderers jemanden zur Seite hat, der bereits den Weg hinein in dieses Lebensform hinter sich gebracht hat. Darüber hinaus aber erlaubt von Siemens tatsächlich einen Blick hinter die Kulissen der britischen Gesellschaft oberer Prägung. Viele Anekdoten, teils selbsterlebtes, lässt er einfließen und verdeutlicht so tatsächlich den Hintergrund jener trockenen, leicht fatalistisch wirkenden Haltung, die die Welt seit Jahrhunderten am englischen Wesen bestaunt. Nicht nur beim Anstehen in einer Schlange. Heiter bis komisch, aber auch informativ und erhellend, dabei flüssig und angenehm zu lesen, ein empfehlenswertes Buch.

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