MORD im JUNI 1914 … ein MÜNCHNER KOMMISSAR ermittelt
Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern das ganze Land in den Untergang stürzen könnte. (Laufzeit: 12h 29)
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Der eiserne Sommer, lebendig und bildreich in einem satten Ton
Vera Pestel am 11.01.2021
Bewertungsnummer: 861375
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eisern heiß ist dieser Sommer 1914 in München. Die Protagonisten schwitzen. Der österreichische Thronfolger und seine Frau werden in Sarajewo ermordet. Die politische Lage ist aufgeheizt. Das Land befindet sich im Umbruch. Eine Leiche wird am Isarufer gefunden. Scheinbar ist ein Mann betrunken die Treppen heruntergestürzt. Ein weiterer Toter wird in der Badeabteilung eines Hotel gefunden, scheinbar ertrunken. Nach den Obduktionen wird klar, dass die Personen nicht eines natürlichen Todes gestorben sind. Es scheint Zusammenhänge zu geben. Kommissär Reitmeyer ermittelt, wird jedoch von seinem Vorgesetzten beeinflusst und instrumentalisiert, sodass ihm kaum Möglichkeiten bleiben, herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Das Militär scheint involviert zu sein und übt einen großen Einfluss aus. Gegen Offiziere darf nicht vorgegangen werden. Eine entsetzlich aufreibende Situation für den Kommissär. Besonders, weil seine Kollegen eigene Vorstellungen von Ermittlungsarbeit realisieren. Und Dinge zu Tage gefördert werden, die einfach ungeheuerlich sind.
Der eiserne Sommer. Unterteilt in drei Kapitel. Es wird eisern geschwiegen, vertuscht, vereitelt, wer steht auf welcher Seite und wer spricht die Wahrheit? Die Figuren scheitern an Hierarchien und halten sich nicht an Weisungen, weil der Verstand weiter möchte, er möchte aufklären, damit nicht noch mehr Menschen eines gewaltsamen Todes sterben müssen und endlich geklärt werden kann, warum sie sterben mussten. Eisern kühl sind manche Gefühle, die von der vielschichtigen Handlung gefressen werden, gar nicht erst zum Ausdruck kommen können, da Zweifel nagen, wer steht auf welcher Seite und wer handelt eigenmächtig? So wird der Roman niemals kitschig, die Figuren leben und leben nachvollziehbar, Felenda gelingt ein lebendiger bildreicher Kriminalroman in einem satten erzählenden Ton, der zu häufig in diesem Genre fehlt. Sie rekonstruiert das Jahr 1913/14, in dem wir uns als Leser mühelos bewegen können. Eingestreut finden wir die Aufzeichnungen eines Offiziers, die uns Details verraten, über die die ermittelnden Polizeibeamten noch nicht verfügen, so werden wir zu Komplizen des Romans.
Der eiserne Sommer, gelesen im Herbst in der Kühle, in der Dunkelheit, kurz vor dem Winter und der drohenden Kälte. Er endet mit einem Epilog, der uns ahnen lässt, dass noch nicht alles gesagt und vorbei ist. Die Protagonisten befinden sich mittlerweile an der Front.
Und schon wieder schreibt ein/e Historiker/in Germanist/in ein Buch und das hier ist ein gelungenes Beispiel. Die Fakten stimmen, die historischen Personen bilden einen wunderbaren Rahmen, in der die Handlung sehr authentisch angelegt ist. Ich bekomme einen Einblick in diese Zeit, lerne München vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kennen und die Skandale, die damals das Land beschäftigten. Das ist mehr als Unterhaltung.
Da es heißt, Kommissär Reitmeyers erster Fall, wird es nicht der erste und letzte gewesen sein. Ich freue ich mich jetzt schon auf den nächsten.
Der eiserne Sommer
Bewertung am 11.01.2021
Bewertungsnummer: 856975
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das war mal wirklich ein anderer Krimi. Und trotz des dunklen Hintergrundes des Krieges bin ich bestens unterhalten worden. Der Fall ist sehr rätselhaft und verworren, aber nicht schwer zu lesen. Es ist sehr spannend gehalten. Auch die Charaktere sind sehr plastisch dargestellt. Ich konnte mich sehr gut in Zeit und Raum einfinden. Es war aufregend diese Zeit zu erleben. Was da vor dem inneren Auge entstanden ist, war sehr faszinierend. Man hat auch sehr viel dazugelernt, aber alles auf einem sehr angenehmen Niveau. Man fing an, die Situation der Menschen viel besser zu verstehen. Das ist in der tat ein ganz anderer Krimi, der so richtig gut geschrieben wurde. Unterhaltung und Historie wurden bestens verwoben. Das Buch kann man auch super verschenken. Ich bin wirklich begeistert!
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