Es weht die Bora auf der kleinen kroatischen Insel, der kalte böige Fallwind, der die Boote über das Meer treibt wie Nussschalen und Unruhe in das sonnensatte Inselleben bringt. Die Schriftstellerin Mara kennt das Wechselspiel der Winde, die trockene, salzige Bora und ihren Gegenpart, den schwülen, von Süden kommenden Jugo. Schon seit Jahren verbringt sie den Sommer auf der Insel, liebt den Geruch von Oleander und wildem Rosmarin und den Inseldialekt der Fischer, die im Hafen die schillernden Goldbrassen anpreisen.
Doch dieser Sommer ist anders. Eine langjährige Beziehung ist in die Brüche gegangen und das Schreiben will ihr nicht mehr gelingen. Eines Morgens kommt Andrej auf die Insel - ein Fotograf, der nicht mehr fotografieren will. Er stammt aus einer der vielen Auswandererfamilien, die aus dem kommunistischen Jugoslawien nach Amerika flohen und Jahr für Jahr in den Sommermonaten in ihre alte Heimat zurückkehren. Mara und Andrej beginnen sich zu umkreisen, so als folgten sie dem Rhythmus der Winde, zart und zerrend, rau und rastlos. Als Mara beginnt, tief in die Geschichte von Andrejs Familie vorzudringen, die von Entwurzelung und der Vermischung von Kulturen erzählt und untrennbar mit der Geschichte der Insel verknüpft ist, wird eine Entscheidung unumgänglich.
In hochaufgelösten Bildern erzählt Ruth Cerha von der Begegnung zweier Suchender, für die sich unerwartet die Möglichkeit einer großen Liebe auftut. Bora. Eine Geschichte vom Wind ist ein Roman von ungezähmter Schönheit, der mit viel Feingefühl um das Wagnis wirklicher Nähe und die Bedeutung einer inneren Heimat kreist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
2 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Urlaub / Herkunft / Flirt
Sonja aus Freiburg am 07.02.2026
Bewertungsnummer: 3038351
Bewertet: eBook (ePUB)
Schon seit Jahren zieht es die Schriftstellerin Mara auf die kleine kroatische Insel, deren Geruch nach Sonne, Meer, Salz und Rosmarin sie ebenso liebt wie das launische Wechselspiel der Winde. Doch dieser Sommer ist anders: Stürmischer als sonst weht die Bora, und auch Maras Leben ist aus dem Gleichgewicht geraten. Eines Morgens kommt Andrej auf die Insel, ein Fotograf ohne festen Wohnsitz, der rastlos durch die Welt reist. Seine Eltern sind wie so viele Bewohner der Insel in den 60er-Jahren vor dem Tito-Regime geflüchtet und nach Hoboken, New Jersey, ausgewandert. Mara und Andrej beginnen, sich zu umkreisen, kommen sich näher, doch als Mara immer tiefer in die Geschichte von Andrejs Familie vordringt, die von Entwurzelung und der Sehnsucht nach dem Ankommen erzählt, müssen beide eine Entscheidung treffen.
In Teil 1 und 3 folgen wir Mara und in Teil 2 Andrej. Mara ist interessiert, Andrej fühlt sich schnell eingesperrt.
Die Idee diesen besonderen Wind (Bora) als Stilmittel zu nutzen, ist ganz nett. Aber auch der Wind konnte mich nicht packen. Ich habe keinen Zugang zu den Charakteren gefunden und habe auch die Liebesgeschichte nicht erkannt. Aber es ist eine interessante Aufarbeitung der Geschichte und ein wenig wie Urlaub in Kroatien.
Über dieses Buch etwas zu…
Birkatpet aus Wesseling am 16.04.2018
Bewertungsnummer: 2736248
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Über dieses Buch etwas zu sagen fällt mir gar nicht so leicht. Es hat mich eingesogen, mit auf die kroatische Insel genommen und die Personen waren zum Greifen nah, so dreiminsional erweckt Ruth Cerha ihre Figuren. Ich habe mich treiben lassen. Auch war es einem Zufall (oder Schicksal) geschuldet, dass ich es überhaupt gelesen habe. Ich hatte das neue Buch "Traumrakete" gekauft und angefangen zu lesen, aber es gibt darin eine Szene, die mich aufgrund eines persönlichen Ereignisses zu sehr traf und ich abbrechen musste, der Stil hat mich aber gefesselt und so war schnell klar, ich muss etwas anders von ihr lesen. Der Titel lautet "Bora", einer der stärksten Winde dieser Welt mit Spitzengeschwindigkeiten über 200km/h fegt er über die Gebiete, durch die kleinen Gassen, im Sommer eigentlich nur wenige Stunden, im Winter bis zu 14 Tagen. Der Wind macht in dem Sommer, in dem die Geschichte spielt, den Menschen auf der Insel sehr zu schaffen. Da es sich hier nicht um ein Sachbuch handelt wird schnell klar, dass der Wind und dieses merkwürdige Wetter Stilmittel sind und nicht bloße Wetterphänomene, die zufällig in der Geschichte häufig Erwähnung finden Die Inselgäste, wie es Mara und Andrej sind, aber noch viele andere wunderbare Personen, wie das Paar Tereza und Pedro, denen das Haus gehört in welches Mara seit 10 Jahre einkehrt um dort den Sommer zu verbringen und Harry, ebenfalls Künstler sind der Meinung das Wetter spiele verrückt und mögliche Ursache könne das merkwürdige Verhalten der Menschen sein und die Bora seie die Rache der Natur. Mara und Andrej, die Hauptfiguren lassen die Handlung ihren Lauf nehmen und so wie die Winde in dieser Geschichte, Bora und Jugo wehen diese beiden durch das Leben und Herz des anderen. Beide Gefangene ihrer selbst und haltlos oder heimatlos. Freigeister und doch auf der Suche nach ihrem persönlichen Hafen, wo sie keinem Wind dieser Welt schutzlos ausgeliefert sind. Ich bin verliebt, wie Mara und Andrej, aber nicht in eine Person dieser Geschichte, sondern in die Worte, die Formulierungen und den Stil der Autorin. Dieses Buch voll von Post-it´s aller Farben und so bunt im Inneren hinterlässt es mich auch, mit Sätzen, Gerüchen, Bildern und Gefühlen, es wehte durch mein Leben, wie Bora und Jugo es nun mal eben tun. Eine sehr bildhafte Sprache, leise und doch gewaltig. Dadurch, dass sowohl Mara, als auch Andrej die Geschichte erzählen in Ich-Perspektive ist per se wenig Abstand möglich und unweigerlich halten sie einem einen Spiegel vor. Ausgeprägte Charaktere mit vielen widersprüchlichen Eigenschaften in sich selber, Stärken und Schwächen, Menschen wie Du und ich. Nicht nur die Hauptfiguren werden so detailliert gezeichnet, sondern auch die Nebenfiguren glaubt man zu kennen. Eine FIgur, Harry, die ich sehr mochte, eine Nebenfigur, sagt etwas ganz wunderbares und zwar, dass das in-die-Luft-gucken das wichtigste ist und damit hatte er mich, denn einfach mal Ruhe, abschalten der Welt um sich herum und nichts tun oder denken wird oft als unproduktiv und faul angesehen, dabei steckt hinter dieser Verurteilung auch Neid, denn viele können es gar nicht, sich so sehr entspannen und ausklinken...einfach in die Luft starren, den blauen oder grauen Himmel ansehen und nur dieses Bild und den eigenen Atem wahrnehmen, sich selber spüren und genug sein. Dieses Buch hätte durchaus eine leichte Lektüre für den Sommer sein können und viel Potential für Kitsch und Klischee war da, aber daran ist die Autorin weit vorbei geschifft. Wenn man die Seiten allerdings überfliegt und tatsächlich die reine Liebesgeschichte im Vordergrund sieht, die Fähigkeit hat nur zu lesen, was man lesen will und Zwischentöne gekonnt ignoriert und verdrängt ist es das vielleicht auch, eine sommerliche Liebesgeschichte in der die ewige Erwähnung der Bora nervt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.