Tiere für Fortgeschrittene

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Beschreibung

»Wer die Welt so anlächelte, musste eine Schraube locker haben. Oder ein Schutzblech zu wenig über der Seele.«

Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Haie, die künstlich beatmet werden, Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten, Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen. Jede von Eva Menasses Erzählungen geht von einer kuriosen Tiermeldung aus und widmet sich doch ganz der Gattung Mensch. Wie in ihrem ersten, hochgelobten Erzählungsband »Lässliche Todsünden« studiert sie ihre Objekte mit einem liebevollen und unerbittlichen Forscherinnenblick.

Ein alter Despot, der sich gegen jede Veränderung wehrt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht. Einer engagierten Mutter, die ein muslimisches Kind gegen Anfeindungen in Schutz nimmt, verschwimmen schließlich selbst die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Eine Frau realisiert, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat, in ihren Marotten ebenso wie in ihren tiefsten Ängsten. Und eine Gruppe handverlesener Künstler und Wissenschaftler probt in südländischer Gluthitze eine groteske Revolution.

Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Wer daran Vergnügen hat, kann teilhaben am Gestaltungsprinzip ihrer Erzählungen, indem er Mustern und Motiven nachspürt. Alle anderen Leser werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.

»Diese Erzählungen vibrieren vor Lebensnähe, sind wirklichkeitsgesättigt und wahrhaftig… Eva Menasse schreibt brillant.« ("Augsburger Allgemeine")
»Der Erzählband wurde zurecht mit dem österreichischen Buchpreis prämiert. Ein Lesevergnügen!« ("bild.de")
»Herrlich zu lesen ist Menasses eleganter Sarkasmus und die Abgebrühtheit, mit der sie die Alltagsdramen ihrer Protagonisten beobachtet, die alle aus dem ach so selbstreflektierten Akademiker-Milieu stammen und sympathisch unsympathisch sind. « ("WDR 3 Mosaik")
»Diese Szenen der Verunsicherung, die nicht selten zu einem Höhepunkt führen, um dann im Ungelösten zu verebben oder in der Art der Novelle eine überraschende Wendung zu nehmen, sind vielen Menasse-Geschichten eigen. Und sie [Eva Menasse] beherrscht dieses Erzählprinzip hervorragend.« ("Deutschlandfunk")
» Tiere für Fortgeschrittene ist ein Buch, das seinen Figuren erfrischend viel Raum gibt. Sie sind trotz der aktuellen Thematiken, die in ihnen verhandelt werden – Patchworkfamilie, Demenz, Integration –, viel mehr als Exerzierobjekte.« ("Die Presse")
»sehr vergnüglich [...] und pointiert« ("Frankfurter Rundschau")
»Sehr elegant gemacht, sehr raffiniert [...] Eine Empfehlung!« ("hr2-kultur")
»Das Personal in Eva Menasses Erzählungen ist vielfältig, das Thema so einfach wie kompliziert: Sie lotet die kleinen Bewegungen der Seele aus, die große Folgen nach sich ziehen.« ("Der Spiegel LiteraturSpiegel")
»Kaum jemand seziert die Lebenslügen des gepflegten Bürgertums so gekonnt wie Eva Menasse.« ("Saarbrücker Zeitung")
» [...] ein schillerndes Panorama zwischen Alltäglichkeiten und Abgründen.« ("APA Austria Presse Agentur")

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman »Vienna«. Es folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Sie lebt seit über 20 Jahren in Berlin.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3 cm

Gewicht

442 g

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-04791-2

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Bewertung am 14.06.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Menschen in diesen Geschichten quälen sich allesamt selbst mit dem, was sie von den Tieren unterscheidet: ihren ewig rumorenden Gedanken. Es sind Menschen, die sich selbst belügen. Das wirkt oft bitter und giftig, auch wenn es wohl bissig humorvoll gemeint sein soll.

Bewertung am 14.06.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Menschen in diesen Geschichten quälen sich allesamt selbst mit dem, was sie von den Tieren unterscheidet: ihren ewig rumorenden Gedanken. Es sind Menschen, die sich selbst belügen. Das wirkt oft bitter und giftig, auch wenn es wohl bissig humorvoll gemeint sein soll.

Klug und erbarmungslos

Bewertung am 14.06.2020

Bewertet: eBook (ePUB)

Die Kurzgeschichten dieses Bandes, die reichlich quälend zu lesen waren, halten sich in etwa die Waage mit den erträglicheren. Wie schon dem Klappentext zu entnehmen ist, geht es hier nicht um Tiere. Dennoch musste ich permanent an Tierquälerei denken. Vielleicht weil ein Vergleich von tierischem (einer sehr selektiven Mischung aus Säugetieren, Reptilien und Insekten) mit menschlichem Verhalten suggeriert wird. Vielleicht, weil Tiere, mal ehrlich, besser sind. Vielleicht, weil sich die Menschen allesamt selbst quälen mit dem, was sie von den Tieren abhebt: ihren ewig rumorenden Gedanken. Es geht fast ausnahmslos um Menschen, die sich selbst belügen. Das wirkt oft bitter und giftig, auch wenn es wohl bissig humorvoll gemeint sein soll. /// Ich habe mich schwer getan damit. Vielleicht, weil teilweise scheinbar zu große Füße in den kleinen Schuh der Kurzgeschichte gequetscht werden. Dazu gehört, wenn auch sehr aktuell, die Diskriminierung einer ausländischen Familie in einer Montessori-Schule und die merkwürdige pseudo-utopische Kolonie in einem abgeschirmten Wohnkomplex irgendwo in Italien, ein ausgesuchter Menschenmix, der von einem experimentierfreudigen Wissenschaftler zusammengeworfen zu sein scheint. Es wird dann schnell 'too much'. /// Bemerkenswert ist, wie schleichend die Missverhältnisse aufgedeckt werden. Viele Bilder sind sprachlich stark, wie wenn eine Figur "aus allen Seelenfalten blutet": "all seine Stärke und seine Liebe und sein Glaube an Familie und Lebenswerk liefen aus ihm heraus." - "Wut- und Schamgestrüpp", "geruchlose Jungpuppen", Väter, die "entweder die im Fleiß ergrauten Mütter ihrer fast erwachsenen Kinder oder wechselnde Mannequins im Arm haben" - "große Jungs, quasi über Nacht zu schlaksigen Türmen mit rauhen Gesichtern geworden, zappelten im Gegenlicht der Wintersonne." /// Ohne unangenehme oder oft bittere Wahrheiten geht es nicht: "Es kommt der Tag, wo die schönen Erinnerungen in so krassem Missverhältnis zur Gegenwart stehen, dass man sie lieber ganz loswerden will." - "Zu Hause trug sie die gleiche starre Maske genervter Überforderung, die sie an ihrer Mutter so gehasst hatte." "Ein ironisches Zitat, bezogen auf eine hysterische Gesellschaft, die so spät wie möglich und dabei unversehrt sterben wollte..." /// Kein Tier (zumindest nicht die in Freiheit, auf die sich hier bezogen wird) kann sich so isoliert, entfremdet, entwurzelt und heimatlos fühlen wie die Figuren in diesen Geschichten.

Klug und erbarmungslos

Bewertung am 14.06.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

Die Kurzgeschichten dieses Bandes, die reichlich quälend zu lesen waren, halten sich in etwa die Waage mit den erträglicheren. Wie schon dem Klappentext zu entnehmen ist, geht es hier nicht um Tiere. Dennoch musste ich permanent an Tierquälerei denken. Vielleicht weil ein Vergleich von tierischem (einer sehr selektiven Mischung aus Säugetieren, Reptilien und Insekten) mit menschlichem Verhalten suggeriert wird. Vielleicht, weil Tiere, mal ehrlich, besser sind. Vielleicht, weil sich die Menschen allesamt selbst quälen mit dem, was sie von den Tieren abhebt: ihren ewig rumorenden Gedanken. Es geht fast ausnahmslos um Menschen, die sich selbst belügen. Das wirkt oft bitter und giftig, auch wenn es wohl bissig humorvoll gemeint sein soll. /// Ich habe mich schwer getan damit. Vielleicht, weil teilweise scheinbar zu große Füße in den kleinen Schuh der Kurzgeschichte gequetscht werden. Dazu gehört, wenn auch sehr aktuell, die Diskriminierung einer ausländischen Familie in einer Montessori-Schule und die merkwürdige pseudo-utopische Kolonie in einem abgeschirmten Wohnkomplex irgendwo in Italien, ein ausgesuchter Menschenmix, der von einem experimentierfreudigen Wissenschaftler zusammengeworfen zu sein scheint. Es wird dann schnell 'too much'. /// Bemerkenswert ist, wie schleichend die Missverhältnisse aufgedeckt werden. Viele Bilder sind sprachlich stark, wie wenn eine Figur "aus allen Seelenfalten blutet": "all seine Stärke und seine Liebe und sein Glaube an Familie und Lebenswerk liefen aus ihm heraus." - "Wut- und Schamgestrüpp", "geruchlose Jungpuppen", Väter, die "entweder die im Fleiß ergrauten Mütter ihrer fast erwachsenen Kinder oder wechselnde Mannequins im Arm haben" - "große Jungs, quasi über Nacht zu schlaksigen Türmen mit rauhen Gesichtern geworden, zappelten im Gegenlicht der Wintersonne." /// Ohne unangenehme oder oft bittere Wahrheiten geht es nicht: "Es kommt der Tag, wo die schönen Erinnerungen in so krassem Missverhältnis zur Gegenwart stehen, dass man sie lieber ganz loswerden will." - "Zu Hause trug sie die gleiche starre Maske genervter Überforderung, die sie an ihrer Mutter so gehasst hatte." "Ein ironisches Zitat, bezogen auf eine hysterische Gesellschaft, die so spät wie möglich und dabei unversehrt sterben wollte..." /// Kein Tier (zumindest nicht die in Freiheit, auf die sich hier bezogen wird) kann sich so isoliert, entfremdet, entwurzelt und heimatlos fühlen wie die Figuren in diesen Geschichten.

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