Jack
detebe Band 24479

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Er ist nur noch ein Abglanz seiner selbst und säuft sich in Florida zu Tode: Jack Kerouac, Idol der Beatniks, der einst das Leben seines Freundes Neal Cassady ausschlachtete, um es zu dem Kultroman der Jugendbewegung zu verdichten, Unterwegs. Da steht aus heiterem Himmel eine Literaturstudentin vor seiner Tür. Ihr Traum: als seine erste Biographin sein Leben aufzuschreiben. Jack weigert sich und lässt sich doch von Jans Bewunderung zu einem Blick zurück verführen. Ein Trip, aus dem keiner der Beteiligten heil zurückkommt.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit >Ladies Night<. Es folgten Romane und Drehbücher (u.a. zu den von ihm auch mitproduzierten internationalen Filmen >The Theory of Everything< und >Darkest Hour< mit Gary Oldman). Er lebt in London.

Details

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

28.02.2018

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

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Erscheinungsdatum

28.02.2018

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

972 KB

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

American Letters

Übersetzer

  • Gabriele Kempf-Allie
  • Manfred Allié

Sprache

Deutsch

EAN

9783257608700

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Spannender Trip zwischen literarischen Ebenen!

Der Medienblogger am 29.12.2019

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Spätestens mit seinem Roman „On The Road“ sicherte sich der US-amerikanische Schriftsteller Jack Kerouac den Platz als einer der wichtigsten Vertreter der Beat Generation: diese bezeichnet die literarische Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika. In dieses Buch ließ er seinerzeit autobiographische Elemente miteinfließen, sodass Romanfiguren auf ihre real existierenden Vorbilder zurückgeführt werden können. Anthony McCarten greift sich dieses Gerüst und entwirft darin geschickt seine eigene Handlung, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend ineinander verschwimmen. Welche Leseeindrücke ich durch „Jack“ gewinnen durfte, erfährst du in der folgenden Rezension. Dass Jack Kerouac tatsächlich existiert hat und nicht bloß eine Figur aus der Feder McCartens ist, wusste ich, wenn ich ehrlich bin, lange Zeit während des Buchs selbst nicht. Die ergänzenden Informationen sind zwar nicht notwendig für das Begreifen der Handlung, unterstützt aber den unschärfer werdenden Übergang der Ebenen Wirklichkeit und Illusion durch eine zusätzliche Realitätsebene. Anthony McCarten hat einen angenehmen und gut zu lesenden Schreibstil, der in mir die Faszination für die bildhafte und einfühlsame Sprache weckt. „Jack“ ist, auch durch seine überschaubare Länge, so unterhaltsam und kurzweilig, dass ich das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erzähltechnisch führt der Autor seine Leser*innen mehrfach hinters Licht, was die wahre Identität des Erzählers anbelangt. Somit verliert dieser seine vertrauliche Stellung und man ist als Leser*in dazu angehalten, seine Konzentration zu schärfen und Hinweise aufzuspüren. Durch die geringe Anzahl an Figuren und der konsequenten Bündelung auf einen Schauplatz gelingt es „Jack“ umso besser, näher auf die auftauchenden Personen einzugehen und sie detaillierter zu beleuchten. Die Motivationen und Geisteshaltungen sind glaubwürdig und authentisch dargestellt: sei es triefendes Misstrauen gegenüber einer fremden Person oder auch riesige Faszination gegenüber dem literarischen Idol. Mehr und mehr fühlte ich mich in dem Buch angekommen und verfolgte gebannt dargestellte Entwicklungen: ein tiefgründiger Einstieg in die Handlung wird der Leser*in möglich gemacht. „Jack“ ist für mich aber deshalb so lesenswert, als dass auf vielerlei Arten das Realitätsgerüst grundlegend auf den Kopf gestellt wird. Was ist in der Romanwirklichkeit oder in unserer heutigen Wirklichkeit real? Was entspringt der Autorenfeder, was aus den Worten des Erzählers und was basiert auf echten Fakten? Wer ist der Erzähler, wer ist Jack? Dass während Kerouacs Zeit echte Figuren zunehmend hinter den Schilderungen als Buchcharakteren hinterherhinkten und ihr eigenes Ich hinter dem Roman-Ich zurückblieben, wird hier reflektiert aufgegriffen und geschickt ergänzt. Es ist schwierig, an dieser Stelle darüber zu schreiben, ohne letztlich zu viel über den Inhalt preiszugeben. „Jack“ ist eine Lektüre über die Identität des Individuums, die gut unterhält und zum fröhlichen Philosophieren über Fiktion einlädt. Das Ende jedoch fühlt sich aufgrund der erzählerischen Ruhe, die der Autor sich vorher genehmigt, gehetzt an und fällt daher etwas aus dem Rahmen heraus; die Wendung bleibt zu unkonkret. Daher fehlt der nachwirkende Eindruck, den man stärker hätte erzielen können, und es bleibt auf den letzten Seiten doch zu sehr an der Oberfläche. Mit seinem Roman „Jack“ entfesselt Anthony McCarten einen spannenden Trip zwischen literarischen Ebenen und wirft die Frage nach der eigenen Identität neu auf. Ich vergebe gerne vier von fünf möglichen Sternen.

Spannender Trip zwischen literarischen Ebenen!

Der Medienblogger am 29.12.2019
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Spätestens mit seinem Roman „On The Road“ sicherte sich der US-amerikanische Schriftsteller Jack Kerouac den Platz als einer der wichtigsten Vertreter der Beat Generation: diese bezeichnet die literarische Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika. In dieses Buch ließ er seinerzeit autobiographische Elemente miteinfließen, sodass Romanfiguren auf ihre real existierenden Vorbilder zurückgeführt werden können. Anthony McCarten greift sich dieses Gerüst und entwirft darin geschickt seine eigene Handlung, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend ineinander verschwimmen. Welche Leseeindrücke ich durch „Jack“ gewinnen durfte, erfährst du in der folgenden Rezension. Dass Jack Kerouac tatsächlich existiert hat und nicht bloß eine Figur aus der Feder McCartens ist, wusste ich, wenn ich ehrlich bin, lange Zeit während des Buchs selbst nicht. Die ergänzenden Informationen sind zwar nicht notwendig für das Begreifen der Handlung, unterstützt aber den unschärfer werdenden Übergang der Ebenen Wirklichkeit und Illusion durch eine zusätzliche Realitätsebene. Anthony McCarten hat einen angenehmen und gut zu lesenden Schreibstil, der in mir die Faszination für die bildhafte und einfühlsame Sprache weckt. „Jack“ ist, auch durch seine überschaubare Länge, so unterhaltsam und kurzweilig, dass ich das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erzähltechnisch führt der Autor seine Leser*innen mehrfach hinters Licht, was die wahre Identität des Erzählers anbelangt. Somit verliert dieser seine vertrauliche Stellung und man ist als Leser*in dazu angehalten, seine Konzentration zu schärfen und Hinweise aufzuspüren. Durch die geringe Anzahl an Figuren und der konsequenten Bündelung auf einen Schauplatz gelingt es „Jack“ umso besser, näher auf die auftauchenden Personen einzugehen und sie detaillierter zu beleuchten. Die Motivationen und Geisteshaltungen sind glaubwürdig und authentisch dargestellt: sei es triefendes Misstrauen gegenüber einer fremden Person oder auch riesige Faszination gegenüber dem literarischen Idol. Mehr und mehr fühlte ich mich in dem Buch angekommen und verfolgte gebannt dargestellte Entwicklungen: ein tiefgründiger Einstieg in die Handlung wird der Leser*in möglich gemacht. „Jack“ ist für mich aber deshalb so lesenswert, als dass auf vielerlei Arten das Realitätsgerüst grundlegend auf den Kopf gestellt wird. Was ist in der Romanwirklichkeit oder in unserer heutigen Wirklichkeit real? Was entspringt der Autorenfeder, was aus den Worten des Erzählers und was basiert auf echten Fakten? Wer ist der Erzähler, wer ist Jack? Dass während Kerouacs Zeit echte Figuren zunehmend hinter den Schilderungen als Buchcharakteren hinterherhinkten und ihr eigenes Ich hinter dem Roman-Ich zurückblieben, wird hier reflektiert aufgegriffen und geschickt ergänzt. Es ist schwierig, an dieser Stelle darüber zu schreiben, ohne letztlich zu viel über den Inhalt preiszugeben. „Jack“ ist eine Lektüre über die Identität des Individuums, die gut unterhält und zum fröhlichen Philosophieren über Fiktion einlädt. Das Ende jedoch fühlt sich aufgrund der erzählerischen Ruhe, die der Autor sich vorher genehmigt, gehetzt an und fällt daher etwas aus dem Rahmen heraus; die Wendung bleibt zu unkonkret. Daher fehlt der nachwirkende Eindruck, den man stärker hätte erzielen können, und es bleibt auf den letzten Seiten doch zu sehr an der Oberfläche. Mit seinem Roman „Jack“ entfesselt Anthony McCarten einen spannenden Trip zwischen literarischen Ebenen und wirft die Frage nach der eigenen Identität neu auf. Ich vergebe gerne vier von fünf möglichen Sternen.

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