Ich ewiges Kind

Das Leben des Egon Schiele

Gregor Mayer

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Beschreibung

Er war umstritten, als Pornograph verschrien, musste um Anerkennung ringen. Als Egon Schiele im Alter von 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb, hinterließ er ein gewaltiges Werk von 330 Gemälden und fast 3000 Arbeiten auf Papier. Gregor Mayer zeichnet den Lebensweg dieses außergewöhnlichen Künstlers nach. Er beschreibt den Kontext, in dem sich Schieles Künstlertum entfaltete und aus dem er seine Inspirationen schöpfte. Eine Stimmung der Krise, eine Ahnung von Zeitenbruch überschattete die Ära, in der Schiele wirkte. Auch uns ist dieses Lebensgefühl nicht fremd. Gregor Mayer gelingt über Schieles Lebensgeschichte der Brückenschlag zu unserer heutigen Zeit. Das macht den besonderen Reiz dieses Buches aus.

Gregor Mayer, geboren 1960, studierte Philosophie und Mathematik in Graz und Wien. Seit Anfang der 1990er-Jahre berichtet er für "profil", "Der Standard" und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus den Ländern Mittel- und Südosteuropas. In zahlreichen Reportagen beschrieb er die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Von 2003 bis 2005 leitete er das dpa-Büro in Bagdad. Seit 2005 ist er dpa-Sonderkorrespondent u.a. für den Nahen Osten. Er übersetzte Werke des ungarischen Schriftstellers István Eörsi (1931-2005) ins Deutsche, darunter den Essay-Roman "Hiob und Heine. Passagiere im Niemandsland" (Klagenfurt 1999). Er lebt in Belgrad und Budapest. Zuletzt erschienen: "Verschwörung in Sarajevo" (2014).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 20.02.2018
Verlag Residenz
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Dateigröße 812 KB
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
EAN 9783701745739

Buchhändler-Empfehlungen

Anne Stecher, Osiander-Buchhandlung

Zum 100. Todestag von Egon Schiele erscheint eine neue Biografie. Der Expressionist mit dem spitzbübischen Lächeln, den abstehenden Haaren und immer in Geldnöten geht in der Malerei neue Wege: Landschaften, Stadtbildnisse, Porträts. Vor allem in seinen Aktbildern werden die Themen Sexualität, Erotik und Sinnlichkeit schonungslos offen dargestellt. Die Biografie zeigt die Bedeutung von Schieles Ideen und seinen Werken für die Kunst des 20. Jahrunderts und welchen Einfluss er noch heute auf Künstler hat.

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Ich ewiges Kind
von Sikal am 29.03.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Egon Schiele (1890 – 1918) zählte neben Klimt und Kokoschka zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne. Schiele wurde in Tulln geboren, sein Vater war Bahnhofsvorstand, dadurch lebte die Familie anfangs direkt am Bahnhof Tulln, was sich in seinen frühen Werken zeigte – er zeichnete Unmengen von Zügen… Später fol... Egon Schiele (1890 – 1918) zählte neben Klimt und Kokoschka zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne. Schiele wurde in Tulln geboren, sein Vater war Bahnhofsvorstand, dadurch lebte die Familie anfangs direkt am Bahnhof Tulln, was sich in seinen frühen Werken zeigte – er zeichnete Unmengen von Zügen… Später folgten Aufenthalte in Wien, Krumau und Neulengbach. Immer wieder machte er von sich reden aufgrund seines anstößigen Lebensstiles, seine „wilde Ehe“ mit Wally und die Besuche der oft minderjährigen Modelle. Er musste sogar in Untersuchungshaft, angeblich hatte er ein Mädchen entführt und geschändet … Auch wenn wir heute seine Kunst bewundern und ihr den nötigen Respekt zollen, wurde Schiele zu seiner Zeit als Pornograph bezeichnet und musste sich seine Anerkennung mühevoll erarbeiten. Im Gegensatz zu seinen Künstlerkollegen, stellte er Frauen nicht als träumende Wesen mit verklärtem Blick und wallendem Haar dar, sondern zeigte Frauen, deren Körper Spuren eines rauen Lebens aufwiesen. Ein besonderes Merkmal seiner Werke ist wohl die Veränderung der Perspektive, so drehte er oftmals die Bilder im Nachhinein, um so z.B. dem Betrachter einen frei schwebenden liegenden Akt vertikal zu präsentieren. In seinen Werken wurde er niemals konkret, er reduzierte, abstrahierte, verschleierte. Bereits an der Akademie geriet er durch diese Arbeitsweise in einen Konflikt mit seinem Professor. Im Gegensatz zu Künstlern, wie z.B. Klimt, die im Laufe der Zeit bereits beachtlichen Erfolg erzielten und somit auch finanzielle Unabhängigkeit erlangten, hatte Schiele ständig Geldprobleme. Geld war für ihn nur Mittel zum Zweck und so wurden seine Geldnöte legendär. Als Schiele 1918 an der Spanischen Grippe starb, hinterließ er mehr als 300 Gemälde und äußerte als letzten Wunsch, dass diese erst innerhalb der Familie aufgeteilt und nach 10 Jahren zum Verkauf angeboten werden. Der Autor Gregor Mayer studierte Philosophie und Mathematik, berichtet für einige Zeitschriften und beschrieb in zahlreichen Reportagen die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Seit 2005 ist er dpa-Sonderkorrespondent u.a. für den Nahen Osten. Er übersetzte Werke des ungarischen Schriftstellers István Eörsi ins Deutsche und schrieb das Buch „Verschwörung in Sarajevo“. Mayer gelingt es, Schieles Werke auch für Laien verständlich zu interpretieren, verbindet Literatur mit diesen und beschreibt Schieles Inspirationen äußerst treffend. Er vermittelt das damalige Lebensgefühl und lässt uns eintauchen in vergangene Zeiten, erzählt von seinen Gesprächen mit Kunsthistorikern und deren Darstellungen. Ich fand das Buch spannend zu lesen, die Interpretationen der Gemälde und Hinweise auf versteckte Symbole oder nahestehende Menschen (z.B. seinen Vater) gefielen mir sehr. Manche etwas langatmige Passagen erforderten Durchhaltevermögen. Trotzdem vergebe ich gerne vier Sterne für dieses informative Buch.

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