Annies Welt

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3 x 3 Gründe, glücklich zu sein

Buch (Gebundene Ausgabe)

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Beschreibung

Annie ist zehn und das jüngste von neun Geschwistern. Da gerät sie manchmal ziemlich zwischen die Fronten, vor allem, weil sie so winzig und ganz schön dünn ist. Doch das macht Annie nichts, für sie ist es normal. Und wenn's doch mal schwierig wird, dann zählt sie. Das hilft immer. Bis Annie merkt, dass zu Hause nichts normal ist: Gewalt und Armut bestimmen den Alltag. Werden sie und ihre Geschwister die Hilfe bekommen, die sie so dringend brauchen?

Josephine Angelini wurde als jüngstes von acht Kindern in Massachusetts/USA geboren und lebt heute mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles. Sie hat an der Tisch School of the Arts in New York Angewandte Theaterwissenschaft mit den Schwerpunkten „Antike tragische Helden“ und „Griechische Mythologie“ studiert. Josephine Angelini veröffentlichte mit der „Göttlich“-Trilogie ihr erfolgreiches Debüt.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 10 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

21.10.2019

Verlag

Dressler

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,6/15,2/2,5 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 10 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

21.10.2019

Verlag

Dressler

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,6/15,2/2,5 cm

Gewicht

410 g

Auflage

1

Originaltitel

Snow Lane

Übersetzer

  • Sandra Knuffinke
  • Jessika Komina

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7915-0110-9

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Ein Kinderbuch, was sehr zum Nachdenken anregt

Caterina aus Magdeburg am 01.05.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine Meinung zum Buch Josephine Angelini kenne ich bereits durch ihre "Göttlich-Trilogie" die nicht nur im allgemeinen in aller Munde war, sondern mir damals auch gut gefiel. Als ich dann von ihrem ersten Kinderbuch "Annies Welt" erfuhr, in dem viel autobiografisches verborgen ist, musste ich zu diesem Büchlein greifen. Gerade die Thematik, die die Autorin hier anspricht, fand ich sehr interessant und ich hatte dies in dieser Form noch nicht gelesen. So war meine Neugier geweckt. Dem Leser wird direkt die 10-Jährige Protagonistin Antoinette Elizabeth Bianchi kurz Annie vorgestellt, die nicht nur in einer Großfamilie aufwächst, sondern zu allem Übel auch noch das jüngste Kind von allen ist. Dass der Alltag für die Familie im Allgemeinen und Annie im Besonderen nicht einfach ist, spürt man bereits von Beginn an. Die Geschichte beginnt locker und teils sehr humorvoll, so dass ich mich in der chaotischen und sehr turbulenten Familie schnell wohlfühlte. Der angenehme Schreibstil von Josephine Angelini ermöglichte es mir wunderbar in den Alltag der Familie Bianchi mit all seinen Höhen und Tiefen, Aufgaben und Herausforderungen zu tauchen. Auch wenn das Buch leicht zu lesen ist und man somit zügig vorankommt, spricht die Autorin dennoch wesentliche Probleme und Herausforderungen an, die in einer solchen Großfamilie präsent sind. So finden Streitigkeiten sowie Konkurrenzkampf unter den Geschwistern, geringe Aufmerksamkeit seitens der Eltern, aber auch das frühe Erwachsenwerden der Kinder und die damit einhergehenden Probleme immer wieder Eingang in die Geschichte. Trotz der ernsten Themen steht auch der Familienzusammenhalt immer wieder ganz klar im Fokus. Auch die Liebe zwischen den Geschwistern und von den Eltern ausgehend ist immer wieder sehr greifbar. Das ganze wird zwar in Humor und Leichtigkeit verpackt, dennoch verliert die Autorin zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit ihrer Geschichte aus den Augen. Und tatsächlich kann auch ein Kinderbuch überraschen. Denn die Autorin beweist auch in diesem kleinen Büchlein, dass sie den Leser durchaus schockieren und überraschen kann. So wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Aufgrund der vielen Figuren verlor ich leider hin und wieder ein wenig den Überblick. Mit seinen knapp 250 Seiten fehlte mir auch der Tiefgang der Figuren um gänzlich mit ihnen warm zu werden. So kratzten sie nur an der Oberfläche. Dennoch lässt sich das Buch wunderbar lesen, so dass ich förmlich in einem Rutsch zum Ende kam. Mein Urteil "Annies Welt - 3x3 Gründe glücklich zu sein" von Josephine Angelini ist ein kurzweiliges Büchlein, was den Leser durch die gewählte Thematik zum Nachdenken anregt. Die Autorin spricht sehr wichtige Probleme an, die in einer Großfamilie immer wieder zum Tragen kommen. Sehr authentisch und mit einer Prise Leichtigkeit stellt sie das Leben einer solchen Familie dar, was mir sehr gut gefiel - und dabei verliert sie die Ernsthaftigkeit keineswegs aus den Augen. Einzig der fehlende Tiefgang der Figuren bremste meine Lesefreude etwas. Dennoch kann ich diese Geschichte empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Welten.

Ein Kinderbuch, was sehr zum Nachdenken anregt

Caterina aus Magdeburg am 01.05.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine Meinung zum Buch Josephine Angelini kenne ich bereits durch ihre "Göttlich-Trilogie" die nicht nur im allgemeinen in aller Munde war, sondern mir damals auch gut gefiel. Als ich dann von ihrem ersten Kinderbuch "Annies Welt" erfuhr, in dem viel autobiografisches verborgen ist, musste ich zu diesem Büchlein greifen. Gerade die Thematik, die die Autorin hier anspricht, fand ich sehr interessant und ich hatte dies in dieser Form noch nicht gelesen. So war meine Neugier geweckt. Dem Leser wird direkt die 10-Jährige Protagonistin Antoinette Elizabeth Bianchi kurz Annie vorgestellt, die nicht nur in einer Großfamilie aufwächst, sondern zu allem Übel auch noch das jüngste Kind von allen ist. Dass der Alltag für die Familie im Allgemeinen und Annie im Besonderen nicht einfach ist, spürt man bereits von Beginn an. Die Geschichte beginnt locker und teils sehr humorvoll, so dass ich mich in der chaotischen und sehr turbulenten Familie schnell wohlfühlte. Der angenehme Schreibstil von Josephine Angelini ermöglichte es mir wunderbar in den Alltag der Familie Bianchi mit all seinen Höhen und Tiefen, Aufgaben und Herausforderungen zu tauchen. Auch wenn das Buch leicht zu lesen ist und man somit zügig vorankommt, spricht die Autorin dennoch wesentliche Probleme und Herausforderungen an, die in einer solchen Großfamilie präsent sind. So finden Streitigkeiten sowie Konkurrenzkampf unter den Geschwistern, geringe Aufmerksamkeit seitens der Eltern, aber auch das frühe Erwachsenwerden der Kinder und die damit einhergehenden Probleme immer wieder Eingang in die Geschichte. Trotz der ernsten Themen steht auch der Familienzusammenhalt immer wieder ganz klar im Fokus. Auch die Liebe zwischen den Geschwistern und von den Eltern ausgehend ist immer wieder sehr greifbar. Das ganze wird zwar in Humor und Leichtigkeit verpackt, dennoch verliert die Autorin zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit ihrer Geschichte aus den Augen. Und tatsächlich kann auch ein Kinderbuch überraschen. Denn die Autorin beweist auch in diesem kleinen Büchlein, dass sie den Leser durchaus schockieren und überraschen kann. So wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Aufgrund der vielen Figuren verlor ich leider hin und wieder ein wenig den Überblick. Mit seinen knapp 250 Seiten fehlte mir auch der Tiefgang der Figuren um gänzlich mit ihnen warm zu werden. So kratzten sie nur an der Oberfläche. Dennoch lässt sich das Buch wunderbar lesen, so dass ich förmlich in einem Rutsch zum Ende kam. Mein Urteil "Annies Welt - 3x3 Gründe glücklich zu sein" von Josephine Angelini ist ein kurzweiliges Büchlein, was den Leser durch die gewählte Thematik zum Nachdenken anregt. Die Autorin spricht sehr wichtige Probleme an, die in einer Großfamilie immer wieder zum Tragen kommen. Sehr authentisch und mit einer Prise Leichtigkeit stellt sie das Leben einer solchen Familie dar, was mir sehr gut gefiel - und dabei verliert sie die Ernsthaftigkeit keineswegs aus den Augen. Einzig der fehlende Tiefgang der Figuren bremste meine Lesefreude etwas. Dennoch kann ich diese Geschichte empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Welten.

Berührend, authentisch, erschütternd - ein wunderbares Buch!

CorniHolmes am 07.12.2019

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dass es sich bei „Annies Welt“ um kein Gute-Laune-Kinderbuch handelt, hatte ich mir anhand des Klappentextes schon gedacht, allerdings hatte ich dann doch mit einer etwas fröhlicheren Story gerechnet. Vermutlich aufgrund des Titels und der farbenfrohen Aufmachung. Ich persönlich frage mich ja, warum man das Buch so bunt gestaltet hat. Das Cover sieht zwar wunderschön aus, passt in meinen Augen nur irgendwie so gar nicht zu dem, was einem im Inneren erwartet. Und warum man den Untertitel „3 x 3 Gründe, glücklich zu sein“ gewählt hat, habe ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz verstanden. Die Geschichte, die hier erzählt wird, beschert einem wenig glückliche Momente. Es gibt zwar auch ab und an mal etwas zum Schmunzeln, aber insgesamt habe ich das Buch als zu traurig und hart für ein Kinderbuch ab 10 Jahren empfunden. Meiner Ansicht nach ist „Annies Welt“ eher ein Roman für Jugendliche und Erwachsene. So, ehe ihr jetzt den Eindruck gewinnt, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat, klingt ja schon irgendwie ziemlich negativ, was ich da gerade geschrieben habe – doch, mir hat „Annies Welt“ gefallen, sehr sogar! Ich finde das Buch wundervoll und habe es quasi in einem Rutsch durchgelesen. Auf mich konnte die Handlung von den ersten Seiten an die totale Sogwirkung ausüben, der mich kaum mehr entziehen konnte. Das Einzige, was mich eben nur stört, ist die verspielte Gestaltung und die Altersempfehlung. Unsere Protagonistin Annie ist zwar erst 10 Jahre alt, nur bin ich einfach der Meinung, dass die Geschichte für jüngere Kinder eher ungeeignet ist. Ich, als Erwachsen, habe tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht. Ich greife total gerne zu Büchern, die mich schockieren, berühren und nachdenklich stimmen. „Annies Welt“ war daher genau mein Ding, denn das, was ich hier zu lesen bekommen habe, ist mich stellenweise richtig erschüttert. Das Buch ist definitiv nicht ohne. In Annies Familie läuft eine Menge verkehrt. Der Vater ist nie da, weil er nur am Arbeiten ist, die Mutter ist mit allem völlig überfordert und kümmert sich kaum um ihre Kinder, die größeren Geschwister müssen sich daher um die jüngeren kümmern und das war erst der Anfang. Neben der großen Vernachlässigung vonseiten der Eltern bestimmen auch Verwahrlosung, Armut und Gewalt den Alltag der Bianchis. Mich hat es entsetzt zu sehen, wie es in Annies Familie zugeht. Einige der älteren Geschwistern bedrohen und verprügeln die jüngeren und auch die Mutter wird gerne mal handgreiflich. Schlimm, oder? Noch heftiger wird das Ganze, wenn man sich das Nachwort der Autorin der durchliest, in welchem hervorgeht, dass wohl recht viel Autobiographisches in diesem Buch steckt und Josephine Angelini selbst keine schöne Kindheit erleben durfte. Aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Geschichte nicht. Durch die kindlich-naive und recht humorvolle Erzählweise wird das Ganze, finde ich, sehr gut aufgelockert. Mir hat dieser krasse Gegensatz total gut gefallen: Die ungeschönten Dingen, die sich in Annies Familie abspielen und dazu dann dieser recht heitere, warmherzige Erzählton. Wir erfahren alles aus der Sicht von Annie in der Ich-Perspektive und meinem Empfinden nach, ist Josephine Angelini diese kindliche Betrachtungsweise erstklassig gelungen. Die Art, wie Annie uns von ihrem Alltag erzählt, ist absolut authentisch und unheimlich einfühlsam. Ich, als Erwachsene, konnte mich jederzeit problemlos in unsere 10-jährige Buchheldin hineinversetzen und ihr Denken, Handeln und Fühlen vollkommen nachvollziehen. Annie habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Man muss sie einfach lieben - sie ist ein super sympathisches, aufgewecktes und kluges junges Mädchen. Bei Annie habe ich mich die ganze Zeit über gefragt, ob sie an einer Form des Autismus leidet. Das Wort Autismus wird zwar nie genannt, es wird nur erwähnt, dass Annie Legasthenikerin ist, aber vom Verhalten her kam es mir schon so vor, als ob sie Autistin wäre. Sie ist auf jeden Fall ein hochsensibler Mensch und anders als andere Kinder in ihrem Alter. Josephine Angelini ist mit „Annies Welt“ in meinen Augen ein ganz besonderes Buch gelungen, welches wohl nicht jedermanns Sache sein wird, welches mir aber ein fabelhaftes Leseerlebnis beschert hat. „Annies Welt“ zeigt auf, dass vieles ganz anders ist, als es nach außen hin oft wirkt. Die Bianchis versuchen immerzu den Schein zu wahren, dass alles bei ihnen in Ordnung ist und sie eine ganz gewöhnliche, große Familie sind. Sie gehen regelmäßig zur Kirche (die Bianchis sind strenge Katholiken) und sie empfangen niemals Besuch, damit niemand sieht, wie es bei ihnen Zuhause aussieht. Annie hat gelernt, mit all dem klarzukommen. Wenn es zu schrecklich wird, beginnt sie zu zählen, denn Zahlen lenken sie ab. Irgendwann beginnt Annie aber Dinge zu hinterfragen und sie merkt, dass bei ihr Zuhause alles andere als normale Zustände herrschen. Ob sich in der Snow Lane Nummer 17 schließlich noch etwas ändern wird, ob sich Annies Familie Hilfe holen wird oder nicht, das werde ich hier nicht verraten, da müsst das Buch schon selber lesen. Nur so viel: Ein Happy End hat das Buch irgendwie nicht. Hat mich aber nicht gestört. Ich finde, dass das Ende perfekt zur Geschichte passt. Fazit: Berührend, erschütternd, authentisch – ein wunderbares Buch voller Schmerz, Hoffnung und traurig-schöner Momente! Mich konnte das erste Kinderbuch von Josephine Angelini hellauf begeistern. Annies Geschichte hat in mir die verschiedensten Gefühle hervorgerufen. Ich habe Wut, Trauer und Entsetzen empfunden, ich war am Schmunzeln und habe mitgehofft und mitgelitten. Für jüngere Kinder ist das Buch in meinen Augen zu traurig und schonungslos ehrlich, allerdings spreche ich da natürlich nur für mich. Ich persönlich würde das Buch jedenfalls erst am 12 und nicht ab 10 Jahren empfehlen. Wer gerne Bücher liest, die zum Nachdenken anregen und unter die Haut gehen, dem kann ich „Annies Welt“ sehr ans Herz legen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

Berührend, authentisch, erschütternd - ein wunderbares Buch!

CorniHolmes am 07.12.2019
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dass es sich bei „Annies Welt“ um kein Gute-Laune-Kinderbuch handelt, hatte ich mir anhand des Klappentextes schon gedacht, allerdings hatte ich dann doch mit einer etwas fröhlicheren Story gerechnet. Vermutlich aufgrund des Titels und der farbenfrohen Aufmachung. Ich persönlich frage mich ja, warum man das Buch so bunt gestaltet hat. Das Cover sieht zwar wunderschön aus, passt in meinen Augen nur irgendwie so gar nicht zu dem, was einem im Inneren erwartet. Und warum man den Untertitel „3 x 3 Gründe, glücklich zu sein“ gewählt hat, habe ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz verstanden. Die Geschichte, die hier erzählt wird, beschert einem wenig glückliche Momente. Es gibt zwar auch ab und an mal etwas zum Schmunzeln, aber insgesamt habe ich das Buch als zu traurig und hart für ein Kinderbuch ab 10 Jahren empfunden. Meiner Ansicht nach ist „Annies Welt“ eher ein Roman für Jugendliche und Erwachsene. So, ehe ihr jetzt den Eindruck gewinnt, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat, klingt ja schon irgendwie ziemlich negativ, was ich da gerade geschrieben habe – doch, mir hat „Annies Welt“ gefallen, sehr sogar! Ich finde das Buch wundervoll und habe es quasi in einem Rutsch durchgelesen. Auf mich konnte die Handlung von den ersten Seiten an die totale Sogwirkung ausüben, der mich kaum mehr entziehen konnte. Das Einzige, was mich eben nur stört, ist die verspielte Gestaltung und die Altersempfehlung. Unsere Protagonistin Annie ist zwar erst 10 Jahre alt, nur bin ich einfach der Meinung, dass die Geschichte für jüngere Kinder eher ungeeignet ist. Ich, als Erwachsen, habe tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht. Ich greife total gerne zu Büchern, die mich schockieren, berühren und nachdenklich stimmen. „Annies Welt“ war daher genau mein Ding, denn das, was ich hier zu lesen bekommen habe, ist mich stellenweise richtig erschüttert. Das Buch ist definitiv nicht ohne. In Annies Familie läuft eine Menge verkehrt. Der Vater ist nie da, weil er nur am Arbeiten ist, die Mutter ist mit allem völlig überfordert und kümmert sich kaum um ihre Kinder, die größeren Geschwister müssen sich daher um die jüngeren kümmern und das war erst der Anfang. Neben der großen Vernachlässigung vonseiten der Eltern bestimmen auch Verwahrlosung, Armut und Gewalt den Alltag der Bianchis. Mich hat es entsetzt zu sehen, wie es in Annies Familie zugeht. Einige der älteren Geschwistern bedrohen und verprügeln die jüngeren und auch die Mutter wird gerne mal handgreiflich. Schlimm, oder? Noch heftiger wird das Ganze, wenn man sich das Nachwort der Autorin der durchliest, in welchem hervorgeht, dass wohl recht viel Autobiographisches in diesem Buch steckt und Josephine Angelini selbst keine schöne Kindheit erleben durfte. Aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Geschichte nicht. Durch die kindlich-naive und recht humorvolle Erzählweise wird das Ganze, finde ich, sehr gut aufgelockert. Mir hat dieser krasse Gegensatz total gut gefallen: Die ungeschönten Dingen, die sich in Annies Familie abspielen und dazu dann dieser recht heitere, warmherzige Erzählton. Wir erfahren alles aus der Sicht von Annie in der Ich-Perspektive und meinem Empfinden nach, ist Josephine Angelini diese kindliche Betrachtungsweise erstklassig gelungen. Die Art, wie Annie uns von ihrem Alltag erzählt, ist absolut authentisch und unheimlich einfühlsam. Ich, als Erwachsene, konnte mich jederzeit problemlos in unsere 10-jährige Buchheldin hineinversetzen und ihr Denken, Handeln und Fühlen vollkommen nachvollziehen. Annie habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Man muss sie einfach lieben - sie ist ein super sympathisches, aufgewecktes und kluges junges Mädchen. Bei Annie habe ich mich die ganze Zeit über gefragt, ob sie an einer Form des Autismus leidet. Das Wort Autismus wird zwar nie genannt, es wird nur erwähnt, dass Annie Legasthenikerin ist, aber vom Verhalten her kam es mir schon so vor, als ob sie Autistin wäre. Sie ist auf jeden Fall ein hochsensibler Mensch und anders als andere Kinder in ihrem Alter. Josephine Angelini ist mit „Annies Welt“ in meinen Augen ein ganz besonderes Buch gelungen, welches wohl nicht jedermanns Sache sein wird, welches mir aber ein fabelhaftes Leseerlebnis beschert hat. „Annies Welt“ zeigt auf, dass vieles ganz anders ist, als es nach außen hin oft wirkt. Die Bianchis versuchen immerzu den Schein zu wahren, dass alles bei ihnen in Ordnung ist und sie eine ganz gewöhnliche, große Familie sind. Sie gehen regelmäßig zur Kirche (die Bianchis sind strenge Katholiken) und sie empfangen niemals Besuch, damit niemand sieht, wie es bei ihnen Zuhause aussieht. Annie hat gelernt, mit all dem klarzukommen. Wenn es zu schrecklich wird, beginnt sie zu zählen, denn Zahlen lenken sie ab. Irgendwann beginnt Annie aber Dinge zu hinterfragen und sie merkt, dass bei ihr Zuhause alles andere als normale Zustände herrschen. Ob sich in der Snow Lane Nummer 17 schließlich noch etwas ändern wird, ob sich Annies Familie Hilfe holen wird oder nicht, das werde ich hier nicht verraten, da müsst das Buch schon selber lesen. Nur so viel: Ein Happy End hat das Buch irgendwie nicht. Hat mich aber nicht gestört. Ich finde, dass das Ende perfekt zur Geschichte passt. Fazit: Berührend, erschütternd, authentisch – ein wunderbares Buch voller Schmerz, Hoffnung und traurig-schöner Momente! Mich konnte das erste Kinderbuch von Josephine Angelini hellauf begeistern. Annies Geschichte hat in mir die verschiedensten Gefühle hervorgerufen. Ich habe Wut, Trauer und Entsetzen empfunden, ich war am Schmunzeln und habe mitgehofft und mitgelitten. Für jüngere Kinder ist das Buch in meinen Augen zu traurig und schonungslos ehrlich, allerdings spreche ich da natürlich nur für mich. Ich persönlich würde das Buch jedenfalls erst am 12 und nicht ab 10 Jahren empfehlen. Wer gerne Bücher liest, die zum Nachdenken anregen und unter die Haut gehen, dem kann ich „Annies Welt“ sehr ans Herz legen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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