Tausend Zeilen Lüge

Das System Relotius und der deutsche Journalismus

Juan Moreno

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Beschreibung

Es war der größte Fälschungsskandal seit Jahrzehnten: Ein Reporter des "Spiegel" hatte Reportagen und Interviews aus dem In- und Ausland geliefert, bewegend und oftmals mit dem Anstrich des Besonderen. Sie alle wurden vom "Spiegel" und seiner legendären Dokumentation geprüft und abgenommen, sie wurden gedruckt, und der Autor Claas Relotius wurde mit Preisen geradezu überhäuft. Aber: Sie waren – ganz oder zum Teil – frei erfunden.

Juan Moreno hat, eher unfreiwillig und gegen heftigen Widerstand im "Spiegel“, die Fälschungen aufgedeckt. Hier erzählt er die ganze Geschichte vom Aufstieg und Fall des jungen Starjournalisten, dessen Reportagen so perfekt waren, so stimmig, so schön. Claas Relotius schrieb immer genau das, was seine Redaktionen haben wollten. Aber dennoch ist zu fragen, wieso diese Fälschungen jahrelang unentdeckt bleiben konnten. Juan Moreno schreibt mehr als die unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung, er fragt, was diese über den Journalismus aussagt.

Dieses Buch wird man auch nach Jahren noch lesen – als Musterbeispiel des investigativen Medienjournalismus, als meisterhafte Analyse menschlicher Manipulationsanfälligkeit und als erschütternde Parabel über den Felix Krull des literarischen Journalismus.

Produktdetails

Verkaufsrang 32575
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 17.09.2019
Verlag Rowohlt Berlin
Seitenzahl 288
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/3 cm
Gewicht 352 g
Auflage 6. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7371-0086-1

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Juan Moreno entlarvt Claas Relotius, hält uns aber auch einen Spiegel vor

Dominik Alexander am 25.12.2019

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig schadenfroh war, als publik wurde, dass Claas Relotius, der hell leuchtende Stern am Reporterhimmel, nichts anderes als ein Schwindler und Betrüger war. Doch er konnte nur groß werden, weil andere ihn groß werden ließen. Wie es dazu kam, beleuchtet Juan Moreno auf geradezu sanfte Weise. Er klagt in seinem Buch nie an, ist selbst nicht schadenfroh oder freut sich gar diebisch darüber, Relotius als Einzigem auf die Schliche gekommen zu sein. Tatsächlich ist er das auch nicht. Bereits vor Dezember 2018 hatten Chefredakteure oder Herausgeber anderer Zeitschriften Zweifel an den Reportagen, die Relotius ihnen angeboten hatte. Irgendwie hatte der sich jedoch immer herausreden können. Reden - das schien Relotius' wirkliche Stärke gewesen zu sein. Schreiben war es nicht. Eher noch Zuhören - was wollen die Menschen lesen? Schwarz-weiß, kein verwaschenes Grau? Dann bekommen sie Schwarz-weiß! Ich habe Juan Morenos "Tausend Zeilen Lüge" verschlungen. Als Wissenschaftler liegen mir Fakten am Herzen. Als Autor und Journalist weiß ich, dass Recherche und Gespräche mit Augenzeugen essentiell sind. Zu lesen, wie Relotius "gearbeitet" hat und dafür mit Preisen und Lobreden überhäuft wurde, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden ernsthaft arbeitenden Journalisten und Reporter. Juan Moreno klagt nicht direkt an, er schreibt tatsächlich - getreu dem Spiegel-Motto - "was ist". Dennoch sind einige moderne Missstände innerhalb des Publikums lesbar. Das Schwarz-weiß-Denken wird nicht mehr nur von diversen Algorithmen suggeriert, sondern mittlerweile vom Publikum auch gewünscht. Schwarz und Weiß, Gut und Böse - in einer globalisierten Welt, die immer stärker zusammenrückt, schafft dieses Denken eine vermeintliche Ordnung, die in der Realität nicht existiert. Diese Erwartung hat Relotius gerne bedient. Fazit: "Tausend Zeilen Lüge" von Juan Moreno ist ein wichtiges Buch, das eingängig geschrieben ist, dafür aber stets sachlich bleibt. Dass Relotius über seinen Anwalt nun seinerseits Juan Moreno der Lüge bezichtigt, ist armselig und lächerlich.

5/5

Juan Moreno entlarvt Claas Relotius, hält uns aber auch einen Spiegel vor

Dominik Alexander am 25.12.2019
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Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig schadenfroh war, als publik wurde, dass Claas Relotius, der hell leuchtende Stern am Reporterhimmel, nichts anderes als ein Schwindler und Betrüger war. Doch er konnte nur groß werden, weil andere ihn groß werden ließen. Wie es dazu kam, beleuchtet Juan Moreno auf geradezu sanfte Weise. Er klagt in seinem Buch nie an, ist selbst nicht schadenfroh oder freut sich gar diebisch darüber, Relotius als Einzigem auf die Schliche gekommen zu sein. Tatsächlich ist er das auch nicht. Bereits vor Dezember 2018 hatten Chefredakteure oder Herausgeber anderer Zeitschriften Zweifel an den Reportagen, die Relotius ihnen angeboten hatte. Irgendwie hatte der sich jedoch immer herausreden können. Reden - das schien Relotius' wirkliche Stärke gewesen zu sein. Schreiben war es nicht. Eher noch Zuhören - was wollen die Menschen lesen? Schwarz-weiß, kein verwaschenes Grau? Dann bekommen sie Schwarz-weiß! Ich habe Juan Morenos "Tausend Zeilen Lüge" verschlungen. Als Wissenschaftler liegen mir Fakten am Herzen. Als Autor und Journalist weiß ich, dass Recherche und Gespräche mit Augenzeugen essentiell sind. Zu lesen, wie Relotius "gearbeitet" hat und dafür mit Preisen und Lobreden überhäuft wurde, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden ernsthaft arbeitenden Journalisten und Reporter. Juan Moreno klagt nicht direkt an, er schreibt tatsächlich - getreu dem Spiegel-Motto - "was ist". Dennoch sind einige moderne Missstände innerhalb des Publikums lesbar. Das Schwarz-weiß-Denken wird nicht mehr nur von diversen Algorithmen suggeriert, sondern mittlerweile vom Publikum auch gewünscht. Schwarz und Weiß, Gut und Böse - in einer globalisierten Welt, die immer stärker zusammenrückt, schafft dieses Denken eine vermeintliche Ordnung, die in der Realität nicht existiert. Diese Erwartung hat Relotius gerne bedient. Fazit: "Tausend Zeilen Lüge" von Juan Moreno ist ein wichtiges Buch, das eingängig geschrieben ist, dafür aber stets sachlich bleibt. Dass Relotius über seinen Anwalt nun seinerseits Juan Moreno der Lüge bezichtigt, ist armselig und lächerlich.

5/5

Ein Krimi der einen nicht aufhören lässt!

Eine Kundin/ein Kunde am 19.11.2019

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich lese gerne und viele investigative Bücher - Panama Papers, beide Football Leaks usw aber dieses Buch hat mich wirklich nicht aufhören lassen. Von Anfang an packend (und das obwohl ich als Spiegel-Abonnent die Hintergründe schon kannte) aber ab Seite 200 ist aufhören unmöglich!!! Man setzt sich in Morenos Lage hinein und freut sich für ihn mit!!! Last but not least, in meinem guten Glauben ist Relotius ein Einzelfall der durch Glück so weit gekommen ist. Jetzt im Nachhinein sind die damals für ihn glücklichen Umstände umgekehrt gelaufen!

5/5

Ein Krimi der einen nicht aufhören lässt!

Eine Kundin/ein Kunde am 19.11.2019
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Ich lese gerne und viele investigative Bücher - Panama Papers, beide Football Leaks usw aber dieses Buch hat mich wirklich nicht aufhören lassen. Von Anfang an packend (und das obwohl ich als Spiegel-Abonnent die Hintergründe schon kannte) aber ab Seite 200 ist aufhören unmöglich!!! Man setzt sich in Morenos Lage hinein und freut sich für ihn mit!!! Last but not least, in meinem guten Glauben ist Relotius ein Einzelfall der durch Glück so weit gekommen ist. Jetzt im Nachhinein sind die damals für ihn glücklichen Umstände umgekehrt gelaufen!

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Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein Sachbuch, das sich wie ein Krimi liest. Es geht um einen der größten Betrugsfälle im deutschen Journalismus, ein System der Lügen und einen Mann, der seine Karriere auf diesen Lügen aufgebaut hat. Mit jeder Seite wird diese Geschichte unglaublicher und genau darauf setzte auch Relotius - auf die Unvorstellbarkeit dieses Betruges. Packend zu lesen; ein entlarvendes Buch auch über den Journalismus an sich und über jeden von uns, die wir kein Geld mehr für Journalismus ausgeben wollen.
5/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein Sachbuch, das sich wie ein Krimi liest. Es geht um einen der größten Betrugsfälle im deutschen Journalismus, ein System der Lügen und einen Mann, der seine Karriere auf diesen Lügen aufgebaut hat. Mit jeder Seite wird diese Geschichte unglaublicher und genau darauf setzte auch Relotius - auf die Unvorstellbarkeit dieses Betruges. Packend zu lesen; ein entlarvendes Buch auch über den Journalismus an sich und über jeden von uns, die wir kein Geld mehr für Journalismus ausgeben wollen.

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Jörg Hössle

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Bewertet: eBook (ePUB)

Die Chronologie der Spiegel-Affaire um die gefälschten Relotius-Reportagen. Interessiert mich das? Eigentlich wollte ich nur mal halbherzig reinlesen, aber Überraschung: Das Buch ist spannend erzählt und reflektiert immer wieder die Situation und die Schwierigkeiten des heutigen Journalismus in einer immer unübersichtlicheren Wirklichkeit. Welche Informationen oder Geschichten möchte ich mir als Leser zumuten? Kann ich immer Tatsachen von Meinungen unterscheiden? Und neige ich nicht auch oft dazu, meine eigenen Ansichten bestätigt zu finden? Ein wichtiges, lehrreiches und brandaktuelles Buch.
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Die Chronologie der Spiegel-Affaire um die gefälschten Relotius-Reportagen. Interessiert mich das? Eigentlich wollte ich nur mal halbherzig reinlesen, aber Überraschung: Das Buch ist spannend erzählt und reflektiert immer wieder die Situation und die Schwierigkeiten des heutigen Journalismus in einer immer unübersichtlicheren Wirklichkeit. Welche Informationen oder Geschichten möchte ich mir als Leser zumuten? Kann ich immer Tatsachen von Meinungen unterscheiden? Und neige ich nicht auch oft dazu, meine eigenen Ansichten bestätigt zu finden? Ein wichtiges, lehrreiches und brandaktuelles Buch.

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