Insel der verlorenen Erinnerung

Roman

Yoko Ogawa

(8)
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Beschreibung

Auf einer Insel, nicht weit vom Festland entfernt, prägen sonderbare Ereignisse das Leben. In regelmäßigen Abständen verschwinden Dinge, und zwar für immer. Zunächst sind es Hüte, dann alle Vögel, später die Fähre. Bald gibt es keine Haarbänder mehr und keine Rosen … Die Bewohner haben sich damit abgefunden, dass auch ihre Erinnerung immer weiter verblasst. Nur einige wenige können nichts vergessen. Deshalb werden sie von der Erinnerungspolizei verfolgt, die dafür Sorge trägt, dass alle verschwundenen Dinge auch verschwunden bleiben, nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch in den Köpfen der Menschen.
Als eine junge Schriftstellerin herausfindet, dass ihr Verleger Gefahr läuft, von der Erinnerungspolizei festgenommen zu werden, beschließt sie, ihm zu helfen – auch wenn sie damit ihr Leben riskiert. Sie richtet im Untergeschoss ihres Hauses ein Versteck für ihn ein. Doch die Razzien der Polizei werden ständig ausgeweitet, und immer häufiger verschwinden Dinge. Die beiden hoffen auf die Fertigstellung ihres neuen Romans als letzte Möglichkeit, die Vergangenheit zu bewahren.
Yoko Ogawas internationaler Bestseller ist eine faszinierende Parabel über den Verlust von Freiheit und die Bedeutung der eigenen Vergangenheit. Selten werden die drängenden Fragen unserer Zeit so poetisch verhandelt wie hier.

Yoko Ogawa gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen ihrer Generation. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Akutagawa-Preis und dem Tanizaki-Jun’ichirō-Preis. Für ihren Roman »Das Geheimnis der Eulerschen Formel« erhielt sie den begehrten Yomiuri-Preis. Bei Liebeskind erschienen u.a. die Romane »Das Museum der Stille«, »Schwimmen mit Elefanten« und »Der Herr der kleinen Vögel«. Mit der englischsprachigen Ausgabe von »Insel der verlorenen Erinnerung« wurde Yoko Ogawa für den National Book Award und den International Booker Prize nominiert.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 07.09.2020
Verlag Liebeskind
Seitenzahl 352
Maße 19,5/13,2/3,2 cm
Gewicht 450 g
Originaltitel Hisoyaka na kessho
Übersetzer Sabine Mangold
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95438-122-7

Kundenbewertungen

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von Arī am 27.02.2021

Ich weiß eigentlich noch gar nicht recht, was ich hier schreiben möchte, deshalb überlasse ich nun meinen Fingern und den Worten die Kontrolle. Die Autorin schaffte es mit diesem Werk, ohne große Gefühlsduselei Gefühle in mir hervorzuholen. Vielleicht ist es gerade diese Stille, die so viel Raum - der mit eigenem gefüllt werd... Ich weiß eigentlich noch gar nicht recht, was ich hier schreiben möchte, deshalb überlasse ich nun meinen Fingern und den Worten die Kontrolle. Die Autorin schaffte es mit diesem Werk, ohne große Gefühlsduselei Gefühle in mir hervorzuholen. Vielleicht ist es gerade diese Stille, die so viel Raum - der mit eigenem gefüllt werden kann - birgt. Stille, die lange nachhallt. Und wie auch bei ihren anderen Büchern hat sie es geschafft, dass mir ihre Charaktere ans Herz wachsen, seien es nun der alte Mann oder der Hund. Allein die Namenlosigkeit ihrer Charaktere macht das Werk noch "leerer", noch unpersönlicher, und doch birgt genau dies eine Vollkommenheit, die sich nicht ganz greifen lässt, die jede Seite in ein eigenes kleines Mysterium verwandelt. Es ist schwer, das Gefühlte in Worte zu fassen. Es gibt Bücher, für die gibt es keine passenden Worte - und die muss es auch nicht geben. Das ist schon in Ordnung so.

stille Dramatik
von fromme Helene am 13.02.2021

In einer Welt, in der immer mehr Dinge aus dem Alltag verschwinden und mit ihnen die damit verbundenen Erinnerungen, versucht eine junge Schriftstellerin ihr Ich zu bewahren. An ihrer Seite hat sie einen alten Mann und ihren Verleger und gegen sich die Vorschriften und Kontrollen der Erinnerungspolizei und die Spitzel in der Nac... In einer Welt, in der immer mehr Dinge aus dem Alltag verschwinden und mit ihnen die damit verbundenen Erinnerungen, versucht eine junge Schriftstellerin ihr Ich zu bewahren. An ihrer Seite hat sie einen alten Mann und ihren Verleger und gegen sich die Vorschriften und Kontrollen der Erinnerungspolizei und die Spitzel in der Nachbarschaft. Als ihr Verleger in Gefahr gerät, festgenommen zu werden, wird sie tätig. Die Geschichte hat mich mit ihren leisen Tönen gefangen genommen. Das Buch kommt fast ohne Namen aus und wir begleiten die Schriftstellerin durch ihren Alltag, der sich ganz allmählich durch immer weitere Einschränkungen zu einem engen Gefängnis entwickelt. Man muss vorsichtig sein, was man tut, was man sagt. Man weiß nicht mehr, wer Freund, wer Feind ist und man muss die Regeln einhalten und alle Dinge, die verschwinden, bis auf den letzten Krümel vernichten. Trotz allem versucht die Schriftstellerin sich treu zu bleiben und das Richtige zu tun. Obwohl Yoko Ogawa auf drastische Szenen und umfassende Gefühlsbeschreibungen verzichtet, schlägt einem die erdrückende Atmosphäre des Erinnerungsregimes entgegen. Als auch immer mehr Menschen verschwinden, fühle ich mich in die Zeit der Gestapodrangsalierungen hineinversetzt. Die Menschen versuchen, sich zurechtzufinden und optimistisch zu bleiben, doch hinter den verschlossenen Türen herrscht die Angst. Mich hat am meisten beeindruckt, wie sehr die Veränderung des Alltages und der Verlust der Erinnerungen die Menschen verändert. Sie werden zu einem blassen Abbild ihrer Selbst. Parallel zur Erzählung verfasst die Schriftstellerin ihren eigenen Roman, der sich immer mehr mit ihrem Alltag verschmilzt. Die reduzierte Erzählweise und die asiatische Höflichkeit macht das Buch zu einer Besonderheit. Fazit: Ein leises Buch, das noch lange nachhallt.

Beklemmend und wunderschön
von einer Kundin/einem Kunden am 31.01.2021

Was passiert mit den Menschen, wenn die Erinnerung an die alltäglichsten Dinge spurlos verschwindet? Dieser, im Original bereits 1994 erschienene Roman stellt sich diese Frage und denkt sie mit all ihrer Konsequenz bis zum Ende durch. Sicher keine Lektüre zum Wohlfühlen, aber die Kunst, mit der Ogawa diese Geschichte zum Leben e... Was passiert mit den Menschen, wenn die Erinnerung an die alltäglichsten Dinge spurlos verschwindet? Dieser, im Original bereits 1994 erschienene Roman stellt sich diese Frage und denkt sie mit all ihrer Konsequenz bis zum Ende durch. Sicher keine Lektüre zum Wohlfühlen, aber die Kunst, mit der Ogawa diese Geschichte zum Leben erweckt, ist schlicht atemberaubend. Ein glasklarer Stil und eine Sprache, die kein Wort zu viel verschwendet haben mich dieses Buch in einer Sitzung durchlesen lassen. Ganz ganz große Literatur.

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