DAFUQ

Kira Jarmysch

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Beschreibung


Zehn Tage Auszeit könnten Anja Romanowa gerade recht sein, um ein paar Dinge in ihrem achtundzwanzigjährigen Leben mit sich zu klären. Etwa ein verwirrendes Dreiecksverhältnis oder ihren missglückten Berufsstart im russischen Außenministerium mit seinen trinkfesten Zynikern. Nur verbringt Anja diese Zeit unfreiwillig mit fünf anderen jungen Frauen: Da ist Maja, die in «Brust- und Po-Tuning» investiert, um reichen Männern zu gefallen, Natascha, die das echte Straflager kennt, oder Irka, die die Alimente für ihre Tochter nicht gezahlt hat. Sie sind zusammen im Moskauer Gefängnis, wegen Ordnungswidrigkeiten. Anja selbst verbüßt eine zehntägige Strafe, weil sie zu einer Demonstration gegen Regierungskorruption aufgerufen hat. Sechs Leben prallen aufeinander, explosiv und oft sehr komisch, in denen sich das heutige Russland spiegelt: Armut und Reichtum, Freiheitsgeist und Putin-Gläubigkeit, traditionelle Rollen und fluide Identitäten – die eine träumt von Buchweizen, die andere vermisst Bali. Und in alldem wird Anja einen Entschluss fassen.

Zart und cool, rau und zornig erzählt Kira Jarmysch davon, wie eine Frau in einer zerrissenen Gesellschaft zu sich findet, erzählt von Willkür und Repression, Freiheit und Aufbruch – mit der Kraft und Wucht einer neuen Generation, der trotz allem die Zukunft gehört.

Ein Roman voller Wärme und Witz

Produktdetails

Verkaufsrang 18461
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 14.09.2021
Verlag Rowohlt Berlin
Seitenzahl 416
Maße 20,8/13,6/3,5 cm
Gewicht 572 g
Auflage 1. Auflage
Originaltitel The Curious Events in Woman's Cell #3
Übersetzer Olaf Kühl
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7371-0140-0

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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10 Tage im Moskauer Gefängnis - DAFUQ
von Luisabella aus Hamburg am 18.10.2021

Die Journalistin Kira Jarmysch, die auch als Pressesprecherin für den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny bekannt ist, hat mit ‚DAFUQ‘ [by the way: Kurzform von ‚What the fuck‘] ihren ersten Roman geschrieben. Die Protagonistin Anja (28 J.) wurde auf einer unerlaubten Demonstration gegen Regierungskorruption fest- und für 10... Die Journalistin Kira Jarmysch, die auch als Pressesprecherin für den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny bekannt ist, hat mit ‚DAFUQ‘ [by the way: Kurzform von ‚What the fuck‘] ihren ersten Roman geschrieben. Die Protagonistin Anja (28 J.) wurde auf einer unerlaubten Demonstration gegen Regierungskorruption fest- und für 10 Tage in Arrest genommen. Im Moskauer Gefängnis trifft Anja auf fünf andere Frauen. Die Frauen sind alle aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, sehr unterschiedlich und im Gefängnis prallen somit Welten aufeinander. Aufgrund der bildhaften Erzählung bekommen Leser:innen schnell einen Einblick in das Leben der einzelnen Personen sowie das Gefängnis-Dasein. Dieser neue, eintönige Alltag wird mit Einblicken in Anjas Vergangenheit ergänzt, welche sehr spannend ist! Themen wie Homosexualität, Drogen, Macht, Suizid und Kremelkritik werden in DAFUQ behandelt und zusätzlich erhalten Leser:innen Einblicke in das heutige Russland. Besonders spannend: Kira Jarmysch wurde selbst im Januar 2021 aufgrund eines Aufrufs zur Demonstration festgenommen … Insgesamt gibt es eine klare Leseempfehlung (trotz einiger Längen) für dieses gelungene und außergewöhnliche Debüt, das biografische Eckdaten mitverarbeitet!

Tragikomisch, vielstimmig, bitterböse
von bookslove1511 am 17.10.2021

Die 28-jährige Anja wurde wegen unangemeldeten Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen und zu zehn Tage Arrest verurteilt. Sie landet in eine Moskauer Gefängniszelle, in dem sie mit weiteren fünf Frauen -die ebenfalls wegen geringfügigen Ordnungswidrigkeiten sitzen müssen- nicht nur die Toilette, sondern auch eine ... Die 28-jährige Anja wurde wegen unangemeldeten Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen und zu zehn Tage Arrest verurteilt. Sie landet in eine Moskauer Gefängniszelle, in dem sie mit weiteren fünf Frauen -die ebenfalls wegen geringfügigen Ordnungswidrigkeiten sitzen müssen- nicht nur die Toilette, sondern auch eine Tasse lauwarmen Tee teilt. Die jungen Frauen stammen aus völlig anderen Gesellschaftssichten ab, dennoch reden die gerne miteinander, spielen erfundene Spiele und erzählen aus dem eigenen Leben. Anja nimmt alles erstmals wie eine Anekdote auf, die sie hinterher ihren Freunden erzählen möchte, denn das Essen schmeckt gut, die Insassen sind in Ordnung und es herrscht keine Gewalt, doch die Tage vergehen. Anjas Mitinsassen verlassen eine nach dem anderen die Zelle und sie bleibt mit ihren Gedanken und ihre Wahnvorstellungen alleine... Hinter diesem „Gangsterhaften“ Titel, und ein Cover welches mich an einen modernen „Drogenroman“ erinnert, verbirgt sich eine aktuelle Geschichte über heutigen Russland. Sehr mutig, zugleich zornig ergreift die Autorin einige Themen wie russische Gesellschaftsspalt zwischen Armut und Reichtum, traditionelle Rollenverteilung, Regime-Gläubigkeit, Unabhängigkeitsdrang und Sexualität. Klingt zu Politisch? Ist es aber nicht. Denn Jarmysch hat ihre Figuren sehr kreativ und vielfältig kreiert und ihnen lustigen Stimmen gegeben, sodass ich immer wieder bei Dialogen lauthals lachen musste. Kira Jarmysch ist als Alexej Nawalnys Pressesprecherin bekannt und es ist ihrer erster Roman, in dem sie einige biografische Eckdaten mitverarbeitet hat. Ein gut gelungenes, interessantes, außergewöhnliches und lesenswertes Debüt.

Nicht überzeugend
von einer Kundin/einem Kunden am 15.10.2021

Es gibt Bücher, über die kann man reden und reden und findet kaum ein Ende, die Rezension wächst sich zu einem halben Roman aus. Und dann gibt es die anderen, die zu denen einem so überhaupt nichts einfallen will. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie sich so gar nicht einordnen lassen. "DAFUQ" ist genau s... Es gibt Bücher, über die kann man reden und reden und findet kaum ein Ende, die Rezension wächst sich zu einem halben Roman aus. Und dann gibt es die anderen, die zu denen einem so überhaupt nichts einfallen will. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie sich so gar nicht einordnen lassen. "DAFUQ" ist genau so eines. Katja hat an einer ungenehmigten Demonstration teilgenommen und landet dafür für 10 Tage im Arrest. Mit ihr in der Zelle sitzen fünf Frauen, die für ganz unterschiedliche Delikte büßen müssen. Da es ansonsten nicht viel zu tun gibt, erzählen sich die Arrestantinnen ihre Geschichte. Ich hatte gehofft, dass mir dieses Buch einen interessanten Einblick in die Kultur des heutigen Russlands bieten könnte. Auf eine gewisse Weise erfüllt das Buch auch diese Erwartungen. Allerdings sind die Eindrücke flüchtig, wenig nachhallend. Stattdessen bekommt man ein paar interessante Eindrücke, wie das Frauenbild in Russland aussehen könnte und wie das Demokratieverständnis dieses in manchen Dingen doch noch sehr rückständigen Landes ist. Und obwohl man mit der Zeit ein ganz gutes Bild von Anja und ihrer Geschichte bekommt, bleiben die anderen Frauen recht austauschbar. Ihre Geschichten leuchten nur bruchstückhaft auf, der Rest bleibt unscharf. Zudem ist der Erzählstil sehr nüchtern gehalten, was in krassem Kontrast zu den fantastischen Elementen der Erzählung steht. Was diese traumhaften Splitter zu bedeuten haben bzw welchen Sinn sie der Geschichte geben sollen, erschließt sich mir bis zum Schluss nicht so richtig. Insgesamt ist das Buch definitiv nicht schlecht und bietet ein paar interessante Momente, kann mich aber in seiner Gesamtheit nicht überzeugen.


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