Die zerbrochene Feder

Roman

Sabine Ebert

Die Leseprobe wird geladen.
Buch (Gebundene Ausgabe)
Buch (Gebundene Ausgabe)
20,00
20,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Gebundene Ausgabe

20,00 €

Accordion öffnen
  • Die zerbrochene Feder

    Knaur

    Sofort lieferbar

    20,00 €

    Knaur

eBook (ePUB)

17,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch (MP3-CD)

11,89 €

Accordion öffnen

Hörbuch-Download

20,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung


Der große historische Roman der Bestseller-Autorin Sabine Ebert über eine junge Frau, die in bedrückender Zeit ihren Weg finden muss, und ein grandioses Sittengemälde aus der Zeit der Restauration.

Ende 1815, Zeit der Restauration: Die junge Witwe Henriette wird nachts aus dem Schlaf gerissen und muss laut Polizeierlass binnen einer Stunde Preußen verlassen. Ihre Schilderungen des Kriegsleides und Herrscherversagens vor, während und nach der Völkerschlacht haben in allerhöchsten Kreisen Missfallen geweckt. Der Oheim Friedrich Gerlach, Verleger und Buchhändler im sächsischen Freiberg, nimmt sie auf. Doch rasch merkt sie, dass sich auch hier die Zeiten geändert haben: verschärfte Zensur, die Rückkehr zum Korsett und der gesellschaftliche Druck, sich wieder zu vermählen, setzen ihr zu. Mit der Rückkehr des wie sie traumatisierten Kriegsfreiwilligen Felix Zeidler trifft sie einen Freund und Vertrauten wieder. Doch erst nach einer drohenden Katastrophe wird ihr klar, dass er ihr mehr als nur ein Freund ist. Gemeinsam stellen sich Felix und Henriette gegen den aufziehenden Geist, in dem Bücherverbrennungen und Attentate als Heldentaten gefeiert werden.

Ein großer historischer Roman, wie ihn nur eine Sabine Ebert schreiben kann - perfekt recherchiert, hochemotional und von erstaunlicher Aktualität.

„Die zerbrochene Feder“ knüpft lose an „1813 – Kriegsfeuer“ und „1815 – Blutfrieden“ an, konzentriert sich aber ganz auf die junge weibliche Hauptfigur.

"Es ist mein persönlichstes Buch.
Besonders das Thema Zensur hat mich beim Schreiben sehr bewegt. Obwohl der Roman vor 200 Jahren spielt, werden die Leser viele Bezüge zur jüngeren und jüngsten Vergangenheit erkennen." Sabine Ebert

"Bestsellerautorin Sabine Ebert gelingt einmal mehr ein großer historischer Roman, sehr emotional, detailliert recherchiert und erstaunlich aktuell." FÜR SIE 20210930

Produktdetails

Verkaufsrang 2369
Einband Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 02.11.2021
Verlag Knaur
Seitenzahl 480
Maße (L/B/H) 21,7/14,9/4,4 cm
Gewicht 670 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-22711-4

Das meinen unsere Kund*innen

3.5

4 Bewertungen

5 Sterne

(0)

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

1 Sterne

(0)

Die zerbrochene Feder

Bewertung aus Altenburg am 13.01.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin ja immer sehr froh, wenn in historischen Romanen ein Personenverzeichnis abgedruckt ist. Das ist auch bei diesem Buch der Fall, es befindet sich am Ende des Romans und aufgelistet sind all jene Figuren, die irgendwann im Verlauf der Geschichte auftreten. Dabei sind die Protagonisten nach Städten aufgeführt, was sehr passend erscheint. Ein wenig war mir Henriette im Gedächtnis geblieben, jedoch habe ich schnell feststellen müssen, wie viel ich von den Ereignissen vergessen hatte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dies nicht ganz so wild ist. Es gibt ab und an kleine Anmerkungen über die Vergangenheit, wo es natürlich besser wäre, wenn man darüber im Bild wäre. Allerdings liegt ansonsten eine im Grunde runde und in sich geschlossene Handlung vor, die man auch ganz gut unabhängig von den anderen Teilen lesen kann. Auf den ersten Seiten musste ich schon aufpassen, dass ich sehr aufmerksam und genau lese, um nichts wichtiges zu verpassen, um die Figuren in einen Zusammenhang zu bringen und um ein paar Erinnerungen hervorzulocken. Als dies dann einmal geschehen war bin ich mit dem Lesen flüssiger und leichter vorangekommen. Die Schreibweise befindet sich auf einem gewohnt guten Niveau. Es werden mit wenigen Worten lebendige und authentische Bilder jeglicher Situationen gezeichnet und dadurch wird die Handlungszeit beim Lesen sehr lebendig. Man merkt anhand vieler kleiner Details den Zeitgeist um 1800 und es macht daher viel Spaß, in diese Welt einzutauchen und etwas neues zu entdecken und lernen. Die Sprache ist meist einfach und daher gut lesbar gehalten. Immer mal wieder werden Begriffe eingebunden, die heutzutage nicht mehr ganz so üblich sind und daher entsteht ein schöner historischer Eindruck. Zudem bekommt die Schreibweise dadurch einen guten Anspruch und sie lädt dazu ein, den Roman nicht zu lange aus der Hand zu legen. Auch die zahlreichen historischen Figuren und Hintergründe, die in die Geschichte eingebunden wurden, geben dem Buch viel Anspruch und Klasse. Zu verschiedenen Themen, vor allem zu der Zensur in der Literatur werden Hinweise und Details gegeben, sodass man am Ende einen stimmigen und schönen Einblick in die Sachverhalte hat, die die Bevölkerung zur Zeit um 1800 beschäftigt haben. Man kann gut schauen, was verschiedene Gesetze und Regeln für Einflüsse auf unterschiedliche Menschen haben, wie überhaupt eine Tageszeitung entsteht und auf was die Verleger achten mussten, um überhaupt publizieren zu können. Dazu, aber auch zu vielen anderen Themen gibt es einige Informationen und man kann sich ein interessantes Bild der Handlungszeit machen! Stimmungen habe ich durchweg nicht wahrgenommen. Weder positive Momente, noch traurige Nachrichten haben mich in irgendeiner Weise erreicht. Vielmehr ist die Geschichte recht nüchtern erzählt, was zwar irgendwie auch ganz nett ist, mir aber nicht ausreicht. Durchweg ist es mir dadurch schwer gefallen, zu den Figuren, allen voran zu Henriette, eine Bindung aufzubauen. Ich konnte an keiner Stelle der Erzählung mit ihnen mitfühlen und ich habe gemerkt, dass mir dies irgendwie ein wenig gefehlt hat. Dadurch, aber auch, weil mir noch ein gewisses Etwas gefehlt hat, welches das Buch zu einem Highlight machen würde, kann ich dem Roman leider keine Fünf-Sterne-Bewertung geben. An sich ist das Werk zwar stimmig und schön in sich geschlossen. Aber es konnte mich nicht komplett überzeugen. Es gibt ein schönes Zusammenspiel von historischen und fiktiven Figuren. Man merkt beim Lesen keinen Unterschied in ihrer Darstellung, sie treten einander ebenbürtig auf und sind sehr lebendig. Eine jede Person hat eine gute Zeichnung mit ein paar charakterlichen Alleinstellungsmerkmalen erhalten und daher gibt es viele besondere Individuen, die unterschiedliche Ziele verfolgen und dem Leser einen kleinen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bieten. Fazit Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, ich mag es sehr, wie die Handlungszeit beleuchtet wird und wie lebendig diese daherkommt. Man merkt daher gut, dass dem Werk eine schöne und umfangreiche Recherche zugrunde liegt, was der Geschichte definitiv zugute kommt. Ich bin flüssig mit dem Lesen vorangekommen, die Erzählung gestaltet sich als abwechslungsreich und besonders die vielen Charaktere, die im Verlauf der Handlung auftreten, konnten mich überzeugen. Und obwohl es vielleicht so klingen mag, als ob ich komplett zufrieden mit dem Roman bin, gibt es doch noch irgendwas, was mir fehlt. Ich habe die Geschichte gern gelesen, hatte viel Freude daran, leider ist es aber kein Highlight geworden... Nun werde ich fleißig die Augen offen halten und hoffe, dass es schon ganz bald Informationen über den neuesten Roman der Autorin geben wird!

Die zerbrochene Feder

Bewertung aus Altenburg am 13.01.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin ja immer sehr froh, wenn in historischen Romanen ein Personenverzeichnis abgedruckt ist. Das ist auch bei diesem Buch der Fall, es befindet sich am Ende des Romans und aufgelistet sind all jene Figuren, die irgendwann im Verlauf der Geschichte auftreten. Dabei sind die Protagonisten nach Städten aufgeführt, was sehr passend erscheint. Ein wenig war mir Henriette im Gedächtnis geblieben, jedoch habe ich schnell feststellen müssen, wie viel ich von den Ereignissen vergessen hatte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dies nicht ganz so wild ist. Es gibt ab und an kleine Anmerkungen über die Vergangenheit, wo es natürlich besser wäre, wenn man darüber im Bild wäre. Allerdings liegt ansonsten eine im Grunde runde und in sich geschlossene Handlung vor, die man auch ganz gut unabhängig von den anderen Teilen lesen kann. Auf den ersten Seiten musste ich schon aufpassen, dass ich sehr aufmerksam und genau lese, um nichts wichtiges zu verpassen, um die Figuren in einen Zusammenhang zu bringen und um ein paar Erinnerungen hervorzulocken. Als dies dann einmal geschehen war bin ich mit dem Lesen flüssiger und leichter vorangekommen. Die Schreibweise befindet sich auf einem gewohnt guten Niveau. Es werden mit wenigen Worten lebendige und authentische Bilder jeglicher Situationen gezeichnet und dadurch wird die Handlungszeit beim Lesen sehr lebendig. Man merkt anhand vieler kleiner Details den Zeitgeist um 1800 und es macht daher viel Spaß, in diese Welt einzutauchen und etwas neues zu entdecken und lernen. Die Sprache ist meist einfach und daher gut lesbar gehalten. Immer mal wieder werden Begriffe eingebunden, die heutzutage nicht mehr ganz so üblich sind und daher entsteht ein schöner historischer Eindruck. Zudem bekommt die Schreibweise dadurch einen guten Anspruch und sie lädt dazu ein, den Roman nicht zu lange aus der Hand zu legen. Auch die zahlreichen historischen Figuren und Hintergründe, die in die Geschichte eingebunden wurden, geben dem Buch viel Anspruch und Klasse. Zu verschiedenen Themen, vor allem zu der Zensur in der Literatur werden Hinweise und Details gegeben, sodass man am Ende einen stimmigen und schönen Einblick in die Sachverhalte hat, die die Bevölkerung zur Zeit um 1800 beschäftigt haben. Man kann gut schauen, was verschiedene Gesetze und Regeln für Einflüsse auf unterschiedliche Menschen haben, wie überhaupt eine Tageszeitung entsteht und auf was die Verleger achten mussten, um überhaupt publizieren zu können. Dazu, aber auch zu vielen anderen Themen gibt es einige Informationen und man kann sich ein interessantes Bild der Handlungszeit machen! Stimmungen habe ich durchweg nicht wahrgenommen. Weder positive Momente, noch traurige Nachrichten haben mich in irgendeiner Weise erreicht. Vielmehr ist die Geschichte recht nüchtern erzählt, was zwar irgendwie auch ganz nett ist, mir aber nicht ausreicht. Durchweg ist es mir dadurch schwer gefallen, zu den Figuren, allen voran zu Henriette, eine Bindung aufzubauen. Ich konnte an keiner Stelle der Erzählung mit ihnen mitfühlen und ich habe gemerkt, dass mir dies irgendwie ein wenig gefehlt hat. Dadurch, aber auch, weil mir noch ein gewisses Etwas gefehlt hat, welches das Buch zu einem Highlight machen würde, kann ich dem Roman leider keine Fünf-Sterne-Bewertung geben. An sich ist das Werk zwar stimmig und schön in sich geschlossen. Aber es konnte mich nicht komplett überzeugen. Es gibt ein schönes Zusammenspiel von historischen und fiktiven Figuren. Man merkt beim Lesen keinen Unterschied in ihrer Darstellung, sie treten einander ebenbürtig auf und sind sehr lebendig. Eine jede Person hat eine gute Zeichnung mit ein paar charakterlichen Alleinstellungsmerkmalen erhalten und daher gibt es viele besondere Individuen, die unterschiedliche Ziele verfolgen und dem Leser einen kleinen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bieten. Fazit Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, ich mag es sehr, wie die Handlungszeit beleuchtet wird und wie lebendig diese daherkommt. Man merkt daher gut, dass dem Werk eine schöne und umfangreiche Recherche zugrunde liegt, was der Geschichte definitiv zugute kommt. Ich bin flüssig mit dem Lesen vorangekommen, die Erzählung gestaltet sich als abwechslungsreich und besonders die vielen Charaktere, die im Verlauf der Handlung auftreten, konnten mich überzeugen. Und obwohl es vielleicht so klingen mag, als ob ich komplett zufrieden mit dem Roman bin, gibt es doch noch irgendwas, was mir fehlt. Ich habe die Geschichte gern gelesen, hatte viel Freude daran, leider ist es aber kein Highlight geworden... Nun werde ich fleißig die Augen offen halten und hoffe, dass es schon ganz bald Informationen über den neuesten Roman der Autorin geben wird!

Die Macht der Worte

Michael Sterzik aus Wallenhorst am 22.11.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die nun in Dresden lebende Autorin Sabine Ebert hat in den letzten Jahren hochklassige, historische Romane veröffentlicht. Authentisch – menschlich und so spannend hat kaum eine deutsche Autorin uns das Mittelalter in die Wohnzimmer und in unsere Köpfe projizieren können.  Die Barbarossa- Reihe – Schwert und Krone - schleuderte uns in ein deutsches „Game of Thrones“ – Ein Duell des Adels, der Kampf um Macht und Einfluss kostete tausende von Menschenleben. Jahr zuvor, erzählte die sympathische Autorin von der Völkerschlacht bei Leipzig, der Anfang vom Ende des kleinen Korsen, der Europa bis dahin fest im Griff hatte. Sabine Ebert geht jetzt literarisch ein Stück zurück und erzählt die Geschichte, dass Schicksal der jungen Witwe Henriette weiter, die wir schon aus den beiden Romanen 1813 Kriegsfeuer  und 1815 Blutfrieden kennengelernt haben. Ende 1815, Zeit der Restauration: Die junge Witwe Henriette wird nachts aus dem Schlaf gerissen und muss laut Polizeierlass binnen einer Stunde Preußen verlassen. Ihre Schilderungen des Kriegsleides und Herrscherversagens vor, während und nach der Völkerschlacht haben in allerhöchsten Kreisen Missfallen geweckt. Der Oheim Friedrich Gerlach, Verleger und Buchhändler im sächsischen Freiberg, nimmt sie auf. Doch rasch merkt sie, dass sich auch hier die Zeiten geändert haben: verschärfte Zensur, die Rückkehr zum Korsett und der gesellschaftliche Druck, sich wieder zu vermählen, setzen ihr zu. Mit der Rückkehr des wie sie traumatisierten Kriegsfreiwilligen Felix Zeidler trifft sie einen Freund und Vertrauten wieder. Doch erst nach einer drohenden Katastrophe wird ihr klar, dass er ihr mehr als nur ein Freund ist. Gemeinsam stellen sich Felix und Henriette gegen den aufziehenden Geist, in dem Bücherverbrennungen und Attentate als Heldentaten gefeiert werden. (Verlagsinfo) Auch wenn der Roman vor 200 Jahren spielt – ist er dennoch mit seinen brisanten Themen gerade heute hochaktuell. Sabine Ebert verarbeitet hier kulturelle Themen, die Rolle einer selbstbewussten, emanzipierten jungen Frau, sie redet von Zensur, von Bespitzelung und Denunziation. Die Wunden des Krieges bluten noch immer – auch wenn sich das Land von der Kriegsgräuel erholt – doch der Hochadel verschließt Augen und Ohren , und möchte weder an alte Bündnisse, noch an Versprechungen festhalten. Kriegsgeschichten – in denen vom Leid der Soldaten und dem Schicksal der Zivilbevölkerung verdrängt man unter Androhung von Strafen. Doch es bricht auch eine neue Zeit an, in der, der Schrei nach Freiheit und Meinungsäußerung nicht zu überhören oder zu unterdrücken ist. Es entstehen Debatten um Bildung in denen sich auch die Rolle der Frau drastisch verändert. „Die gebrochene Feder“ ist ein politischer Roman, der nicht die Protagonisten in die erste Reihe schiebt – sondern die Themen auf einer attraktiven erzählerischen Bühne disponiert. Diese Restauration wirkt insgesamt stiller als die Romane, die uns die Autorin in den letzten Jahren präsentiert hat. Das Schicksal von Henriette hat fast ein Alleinstellungsmerkmal und ist nicht der absolute Fokus der Story. Um ihre Charaktere, ihre Vergangenheit zu verstehen empfehle ich es sehr die beiden Romane 1813 Kriegsfeuer  und 1815 Blutfrieden zu lesen. Und zwar am besten unmittelbar – bevor man zu diesem aktuellen Buch greift. Sabine Ebert ist eine raffinierte, eine kluge Autorin, die wenig, vielleicht gar nichts dem Zufall überlässt und so kann man Henriettes Kriegstrauma und Schicksal erst vollumfänglich fassen, wenn man es an ihrer Seite selbst erlebt. Sabine Ebert meint, dass wäre ihr persönlichster Roman. Dem ist auch so. Aber es ist auch ein stiller Roman, der sich ganz stark von den übrigen unterscheidet. Es ist wie eine „spannende“ Entspannung – für die Autorin absolut, für ihre Leser eine Umgewöhnung, denn diese „Stille“ ist weniger dramatisch als gewohnt. Henriette spürt den Druck überall – nicht nur über ein Korsett, dass ihr die Luft abschnürt, sondern auch gesellschaftlich möchte man sie gerne wieder unter der Haube sehen, und wenn sie sich schon schriftstellerisch betätigt, dann bitte politisch korrekt. Wer Henriette kennengelernt hat – wird wissen, dass die Themen wie ein rotes Tuch für sie sind. Natürlich darf die „Liebe“ nicht fehlen, aber wie schon in den Romanen zuvor, hebt sich die Autorin von romantisierten Klischees ab und lässt Henriette authentisch Leiden und Lieben. Damit gehört „Die gebrochene Feder“ nicht zu dem stärksten Titel der Autorin. Doch auch das ist überhaupt nicht schlimm. Qualitativ ist der Roman außerordentlich gut. Unterhaltung auch – die Spannung ist ein wenig stiller geworden, aber wer die Autorin kennt, weiß das sie mit Sicherheit ein weiteres Romanprojekt vorbereitet. Fazit „Die gebrochene Feder“ ist ein historischer Roman, dessen Stimme und Stimmung auch heute präsent ist. Unterhaltsam, stiller, souverän und vielseitig. Sabine Eberts Perspektive auf diese historische Epoche ist auch etwas Fingerpointing auf unsere stark mediale geformte Welt. Michael Sterzik

Die Macht der Worte

Michael Sterzik aus Wallenhorst am 22.11.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die nun in Dresden lebende Autorin Sabine Ebert hat in den letzten Jahren hochklassige, historische Romane veröffentlicht. Authentisch – menschlich und so spannend hat kaum eine deutsche Autorin uns das Mittelalter in die Wohnzimmer und in unsere Köpfe projizieren können.  Die Barbarossa- Reihe – Schwert und Krone - schleuderte uns in ein deutsches „Game of Thrones“ – Ein Duell des Adels, der Kampf um Macht und Einfluss kostete tausende von Menschenleben. Jahr zuvor, erzählte die sympathische Autorin von der Völkerschlacht bei Leipzig, der Anfang vom Ende des kleinen Korsen, der Europa bis dahin fest im Griff hatte. Sabine Ebert geht jetzt literarisch ein Stück zurück und erzählt die Geschichte, dass Schicksal der jungen Witwe Henriette weiter, die wir schon aus den beiden Romanen 1813 Kriegsfeuer  und 1815 Blutfrieden kennengelernt haben. Ende 1815, Zeit der Restauration: Die junge Witwe Henriette wird nachts aus dem Schlaf gerissen und muss laut Polizeierlass binnen einer Stunde Preußen verlassen. Ihre Schilderungen des Kriegsleides und Herrscherversagens vor, während und nach der Völkerschlacht haben in allerhöchsten Kreisen Missfallen geweckt. Der Oheim Friedrich Gerlach, Verleger und Buchhändler im sächsischen Freiberg, nimmt sie auf. Doch rasch merkt sie, dass sich auch hier die Zeiten geändert haben: verschärfte Zensur, die Rückkehr zum Korsett und der gesellschaftliche Druck, sich wieder zu vermählen, setzen ihr zu. Mit der Rückkehr des wie sie traumatisierten Kriegsfreiwilligen Felix Zeidler trifft sie einen Freund und Vertrauten wieder. Doch erst nach einer drohenden Katastrophe wird ihr klar, dass er ihr mehr als nur ein Freund ist. Gemeinsam stellen sich Felix und Henriette gegen den aufziehenden Geist, in dem Bücherverbrennungen und Attentate als Heldentaten gefeiert werden. (Verlagsinfo) Auch wenn der Roman vor 200 Jahren spielt – ist er dennoch mit seinen brisanten Themen gerade heute hochaktuell. Sabine Ebert verarbeitet hier kulturelle Themen, die Rolle einer selbstbewussten, emanzipierten jungen Frau, sie redet von Zensur, von Bespitzelung und Denunziation. Die Wunden des Krieges bluten noch immer – auch wenn sich das Land von der Kriegsgräuel erholt – doch der Hochadel verschließt Augen und Ohren , und möchte weder an alte Bündnisse, noch an Versprechungen festhalten. Kriegsgeschichten – in denen vom Leid der Soldaten und dem Schicksal der Zivilbevölkerung verdrängt man unter Androhung von Strafen. Doch es bricht auch eine neue Zeit an, in der, der Schrei nach Freiheit und Meinungsäußerung nicht zu überhören oder zu unterdrücken ist. Es entstehen Debatten um Bildung in denen sich auch die Rolle der Frau drastisch verändert. „Die gebrochene Feder“ ist ein politischer Roman, der nicht die Protagonisten in die erste Reihe schiebt – sondern die Themen auf einer attraktiven erzählerischen Bühne disponiert. Diese Restauration wirkt insgesamt stiller als die Romane, die uns die Autorin in den letzten Jahren präsentiert hat. Das Schicksal von Henriette hat fast ein Alleinstellungsmerkmal und ist nicht der absolute Fokus der Story. Um ihre Charaktere, ihre Vergangenheit zu verstehen empfehle ich es sehr die beiden Romane 1813 Kriegsfeuer  und 1815 Blutfrieden zu lesen. Und zwar am besten unmittelbar – bevor man zu diesem aktuellen Buch greift. Sabine Ebert ist eine raffinierte, eine kluge Autorin, die wenig, vielleicht gar nichts dem Zufall überlässt und so kann man Henriettes Kriegstrauma und Schicksal erst vollumfänglich fassen, wenn man es an ihrer Seite selbst erlebt. Sabine Ebert meint, dass wäre ihr persönlichster Roman. Dem ist auch so. Aber es ist auch ein stiller Roman, der sich ganz stark von den übrigen unterscheidet. Es ist wie eine „spannende“ Entspannung – für die Autorin absolut, für ihre Leser eine Umgewöhnung, denn diese „Stille“ ist weniger dramatisch als gewohnt. Henriette spürt den Druck überall – nicht nur über ein Korsett, dass ihr die Luft abschnürt, sondern auch gesellschaftlich möchte man sie gerne wieder unter der Haube sehen, und wenn sie sich schon schriftstellerisch betätigt, dann bitte politisch korrekt. Wer Henriette kennengelernt hat – wird wissen, dass die Themen wie ein rotes Tuch für sie sind. Natürlich darf die „Liebe“ nicht fehlen, aber wie schon in den Romanen zuvor, hebt sich die Autorin von romantisierten Klischees ab und lässt Henriette authentisch Leiden und Lieben. Damit gehört „Die gebrochene Feder“ nicht zu dem stärksten Titel der Autorin. Doch auch das ist überhaupt nicht schlimm. Qualitativ ist der Roman außerordentlich gut. Unterhaltung auch – die Spannung ist ein wenig stiller geworden, aber wer die Autorin kennt, weiß das sie mit Sicherheit ein weiteres Romanprojekt vorbereitet. Fazit „Die gebrochene Feder“ ist ein historischer Roman, dessen Stimme und Stimmung auch heute präsent ist. Unterhaltsam, stiller, souverän und vielseitig. Sabine Eberts Perspektive auf diese historische Epoche ist auch etwas Fingerpointing auf unsere stark mediale geformte Welt. Michael Sterzik

Unsere Kund*innen meinen

Die zerbrochene Feder

von Sabine Ebert

3.5

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

  • Die zerbrochene Feder
  • Die zerbrochene Feder