DAFUQ

Kira Jarmysch

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Beschreibung

Zehn Tage Auszeit könnten Anja Romanova gerade recht sein, um ein paar Dinge in ihrem 28jähren Leben mit sich zu klären. Etwa ein verwirrendes Dreiecksverhältnis oder ihren missglückten Berufsstart im russischen Außenministerium mit seinen trinkfesten Zynikern. Nur verbringt Anja diese Zeit unfreiwillig mit fünf anderen jungen Frauen: Da ist Maja, die in «Brust- und Po-Tuning» investiert, um reichen Männern zu gefallen, Natascha, die das echte Straflager kennt, oder Irka, die die Alimente für ihre Tochter nicht gezahlt hat. Sie sind zusammen im Moskauer Gefängnis, wegen Ordnungswidrigkeiten. Anja selbst verbüßt eine zehntägige Strafe, weil sie zu einer Demonstration gegen Regierungskorruption aufgerufen hat. Sechs Leben prallen aufeinander, explosiv und oft sehr komisch, in denen sich das heutige Russland spiegelt: Armut und Reichtum, Freiheitsgeist und Putin-Gläubigkeit, traditionelle Rollen und fluide Identitäten - die eine träumt von Buchweizen, die andere vermisst Bali. Und in all dem wird Anja einen Entschluss fassen.
Zornig und sanft, böse und lustig erzählt Kira Jarmysch davon, wie eine Frau in einer zerrissenen Gesellschaft zu sich findet, erzählt von Willkür und Repression, Freiheit und Aufbruch - mit der Kraft und Wucht einer neuen Generation, der trotz allem die Zukunft gehört.

Produktdetails

Verkaufsrang 11589
Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 14.09.2021
Verlag Rowohlt Verlag
Seitenzahl 416 (Printausgabe)
Dateigröße 2266 KB
Auflage 1. Auflage
Originaltitel The Curious Events in Woman's Cell #3
Übersetzer Olaf Kühl
Sprache Deutsch
EAN 9783644011557

Kundenbewertungen

Durchschnitt
60 Bewertungen
Übersicht
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0

Tragikomisch, vielstimmig, bitterböse
von bookslove1511 am 17.10.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die 28-jährige Anja wurde wegen unangemeldeten Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen und zu zehn Tage Arrest verurteilt. Sie landet in eine Moskauer Gefängniszelle, in dem sie mit weiteren fünf Frauen -die ebenfalls wegen geringfügigen Ordnungswidrigkeiten sitzen müssen- nicht nur die Toilette, sondern auch eine ... Die 28-jährige Anja wurde wegen unangemeldeten Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen und zu zehn Tage Arrest verurteilt. Sie landet in eine Moskauer Gefängniszelle, in dem sie mit weiteren fünf Frauen -die ebenfalls wegen geringfügigen Ordnungswidrigkeiten sitzen müssen- nicht nur die Toilette, sondern auch eine Tasse lauwarmen Tee teilt. Die jungen Frauen stammen aus völlig anderen Gesellschaftssichten ab, dennoch reden die gerne miteinander, spielen erfundene Spiele und erzählen aus dem eigenen Leben. Anja nimmt alles erstmals wie eine Anekdote auf, die sie hinterher ihren Freunden erzählen möchte, denn das Essen schmeckt gut, die Insassen sind in Ordnung und es herrscht keine Gewalt, doch die Tage vergehen. Anjas Mitinsassen verlassen eine nach dem anderen die Zelle und sie bleibt mit ihren Gedanken und ihre Wahnvorstellungen alleine... Hinter diesem „Gangsterhaften“ Titel, und ein Cover welches mich an einen modernen „Drogenroman“ erinnert, verbirgt sich eine aktuelle Geschichte über heutigen Russland. Sehr mutig, zugleich zornig ergreift die Autorin einige Themen wie russische Gesellschaftsspalt zwischen Armut und Reichtum, traditionelle Rollenverteilung, Regime-Gläubigkeit, Unabhängigkeitsdrang und Sexualität. Klingt zu Politisch? Ist es aber nicht. Denn Jarmysch hat ihre Figuren sehr kreativ und vielfältig kreiert und ihnen lustigen Stimmen gegeben, sodass ich immer wieder bei Dialogen lauthals lachen musste. Kira Jarmysch ist als Alexej Nawalnys Pressesprecherin bekannt und es ist ihrer erster Roman, in dem sie einige biografische Eckdaten mitverarbeitet hat. Ein gut gelungenes, interessantes, außergewöhnliches und lesenswertes Debüt.

Nicht überzeugend
von einer Kundin/einem Kunden am 15.10.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es gibt Bücher, über die kann man reden und reden und findet kaum ein Ende, die Rezension wächst sich zu einem halben Roman aus. Und dann gibt es die anderen, die zu denen einem so überhaupt nichts einfallen will. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie sich so gar nicht einordnen lassen. "DAFUQ" ist genau s... Es gibt Bücher, über die kann man reden und reden und findet kaum ein Ende, die Rezension wächst sich zu einem halben Roman aus. Und dann gibt es die anderen, die zu denen einem so überhaupt nichts einfallen will. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie sich so gar nicht einordnen lassen. "DAFUQ" ist genau so eines. Katja hat an einer ungenehmigten Demonstration teilgenommen und landet dafür für 10 Tage im Arrest. Mit ihr in der Zelle sitzen fünf Frauen, die für ganz unterschiedliche Delikte büßen müssen. Da es ansonsten nicht viel zu tun gibt, erzählen sich die Arrestantinnen ihre Geschichte. Ich hatte gehofft, dass mir dieses Buch einen interessanten Einblick in die Kultur des heutigen Russlands bieten könnte. Auf eine gewisse Weise erfüllt das Buch auch diese Erwartungen. Allerdings sind die Eindrücke flüchtig, wenig nachhallend. Stattdessen bekommt man ein paar interessante Eindrücke, wie das Frauenbild in Russland aussehen könnte und wie das Demokratieverständnis dieses in manchen Dingen doch noch sehr rückständigen Landes ist. Und obwohl man mit der Zeit ein ganz gutes Bild von Anja und ihrer Geschichte bekommt, bleiben die anderen Frauen recht austauschbar. Ihre Geschichten leuchten nur bruchstückhaft auf, der Rest bleibt unscharf. Zudem ist der Erzählstil sehr nüchtern gehalten, was in krassem Kontrast zu den fantastischen Elementen der Erzählung steht. Was diese traumhaften Splitter zu bedeuten haben bzw welchen Sinn sie der Geschichte geben sollen, erschließt sich mir bis zum Schluss nicht so richtig. Insgesamt ist das Buch definitiv nicht schlecht und bietet ein paar interessante Momente, kann mich aber in seiner Gesamtheit nicht überzeugen.

Wenig inspirierende Lektüre
von einer Kundin/einem Kunden aus Ahrensburg am 13.10.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nach vierjährigem berufsbedingten Aufenthalt in der Postsowjetunion schien mir die Lektüre von Dafuq ein unverzichtbares Muss zu sein. Leider konnte der Roman meine hohen in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. So erhoffte ich einen authentischen Einblick in die Denkweise der jungen oppositionellen Intelligenz, als deren Re... Nach vierjährigem berufsbedingten Aufenthalt in der Postsowjetunion schien mir die Lektüre von Dafuq ein unverzichtbares Muss zu sein. Leider konnte der Roman meine hohen in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. So erhoffte ich einen authentischen Einblick in die Denkweise der jungen oppositionellen Intelligenz, als deren Repräsentantin die Protagonistin Anja gelten soll. Aber mehr als standardisierte Floskeln hatte diese Figur nicht zu bieten. Die zahlreichen Rückblenden in Anjas Kindheit und Jugend wurden wenig inspiriert heruntererzählt. Weder die Ereignisse noch die inneren Vorgänge in den jeweiligen Lebensphasen vermochten mich zu fesseln. Die kontinuierlich eingeschalteten Visionen oder Wahnvorstellungen und insbesondere der mythologisch hergeleitete Schluss verrieten den verzweifelten Ehrgeiz, Anklänge an die Dämonie der russischen Klassiker heraufzubeschwören. Die Abfolge der einzelnen Tage dieses Arrestaufenthalts und die Gruppe der Mithäftlinge wurden weder sprachlich noch inhaltlich fesselnd gestaltet. Immer wieder die gleichen Formulierungen dienten zur Beschreibung der einzelnen Charaktere, die Abschilderung der immer gleichen Abläufe erzeugten keinerlei fesselnde Sogwirkung. Leider eine rundherum enttäuschende Leseerfahrung!

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