Die Verabschiebung

Roman

Joachim Zelter

(4)
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Beschreibung

Eigentlich könnte alles gut sein zwischen Julia und Faizan. Seit einigen Wochen sind die beiden ein Liebespaar - wenn Faizan denn nur in diesem Land bleiben dürfte. Als Asylbewerber aus Pakistan sind seine Chancen auf ein Hierbleiben gleich null. Und so entschließt sich Julia, ihren Freund zu heiraten, obgleich sie eigentlich niemals und unter keinen Umständen jemals heiraten wollte. Doch wenn sie geglaubt hat, dass mit einer Ehe nun alles gut wird, hat sie sich geirrt.
Beklemmend-spannend erzählt Joachim Zelter von der End- und Aussichtslosigkeit eines Asylverfahrens, wo auch eine Ehe kein hinreichender Grund mehr für irgendetwas ist. Sein Roman beschreibt einen kafkaesk-­kalten Kosmos akribischen Rechts, in dem die beteiligten Menschen - in einem endlosen Kraftakt - immer mehr an Autonomie und Substanz verlieren, bis kaum mehr etwas von ihnen übrig ist. Menschenwürde? Sie erweist sich in Zelters neuem Roman zunehmend als ­Konjunktiv.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Nein i
Text-to-Speech Nein i
Erscheinungsdatum 23.03.2021
Verlag Alfred Kröner Verlag
Seitenzahl 160 (Printausgabe)
Dateigröße 268 KB
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
EAN 9783520752918

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Unverantwortlich und reißerisch.
von einer Kundin/einem Kunden am 28.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bedenkt man, wieviele junge Frauen bereits durch Fremde ermordet wurden, nimmt sich dieses Werk wie Hohn und Spott übers Leid aus, daß nicht nur ich, sondern auch andere zu ertragen haben. Dies alles auch noch durch millionenfachen Gesetzesbruch. Wer half mir, als Türken, Araber und Libanesen mich in der Schule drangsalierten? N... Bedenkt man, wieviele junge Frauen bereits durch Fremde ermordet wurden, nimmt sich dieses Werk wie Hohn und Spott übers Leid aus, daß nicht nur ich, sondern auch andere zu ertragen haben. Dies alles auch noch durch millionenfachen Gesetzesbruch. Wer half mir, als Türken, Araber und Libanesen mich in der Schule drangsalierten? Niemand. Lehrer machten sich gar lustig über mich -- aus Angst, selbst Opfer der bereits in den 90ern zahlreichen Moslems zu werden. Dieser Autorassismus ist abstoßend; Syrien hat einen mittleren IQ von 82, Nahost von circa 84. Diese Kulturkreise sind nicht einmal ansatzweise mit Europa vergleichbar, vom hitzigen Temperament und Charakter der Orientalen ganz zu schweigen*. Da haben selbst Ostasiaten mehr mit uns gemein -- doch klischeehaft muß der Autor natürlich einen moslemischen Mann mit einer deutschen Frau verkuppeln. Peinlicher wäre es nur noch gewesen, handelte es sich um einen Schwarzafrikaner. * 15,6% der Araber weisen das MAOA-2R-Allel auf, das kürzere 2er-Allel auf dem MAOA-Gen. Das MAOA-Gen wurde reißerisch "Krieger-Gen" genannt; in der Tat geht es mit hoher Impulsivität und Aggressivität einher. Die Europäer haben das 2er-Allel nur zu 0,1 bis 0,5 Prozent, Schwarzafrikaner immerhin zu circa 5,5 Prozent; Ostasiaten wurde es nicht nachgeweisen.

Aufwühlende Liebesgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 22.08.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

So viele Menschen verlassen ihr Geburtsland um in der westlichen Welt eine Zukunft aufzubauen. Sie kommen, weil sie in der Heimat um ihr Leben fürchten müssen. Bei den einen passen ihre Ansichten nicht ins politische Umfeld; bei den anderen droht schreckliche Armut. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Faizan i... So viele Menschen verlassen ihr Geburtsland um in der westlichen Welt eine Zukunft aufzubauen. Sie kommen, weil sie in der Heimat um ihr Leben fürchten müssen. Bei den einen passen ihre Ansichten nicht ins politische Umfeld; bei den anderen droht schreckliche Armut. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Faizan ist aus Pakistan geflüchtet. In Deutschland lernt er Julia kennen, die sich Hals über Kopf in ihn verliebt und alles daran setzt, ihm eine Bleibeperspektive zu schaffen. Doch die Bürokratie erlaubt das nicht: Alles wird hinterfragt, jede Aussage angezweifelt. „Hätte er [Faizan] zwei Wörter für die letzten Jahre wählen sollen, es wären die Wörter Angst und Warten gewesen. Ein angstvolles Warten oder eine wartende Angst“ (Seite 35). Joachim Zelter, 1962 in Freiburg/Breisgau geboren, hat schon zahlreiche Romane geschrieben und dafür einige Auszeichnungen eingeheimst. In seinem neuesten, 2021 erschienenen Werk nimmt er die deutsche Bürokratie näher unter die Lupe. Er lässt den Leser die Ausweglosigkeit vieler Flüchtlinge hautnah miterleben. Das Buch hat bei mir viele Fragen aufgeworfen: Ab wann ist es zuviel? Warum wird Menschen, die sich redlich um Integration bemühen, das Leben so schwer gemacht, während Straftäter nicht abgeschoben werden können? Warum dürfen friedliche Menschen noch heute in Nacht- und Nebelaktionen aus der Wohnung geholt und fortgebracht werden? Warum wird die Liebe zwischen zwei Menschen nicht anerkannt? Und woher nehmen Fremde das Recht, ihre Nachbarn mit negativen Beurteilungen zu traktieren? Dieses Buch hat mich emotional tief getroffen. Den Autor muss ich mir merken! Seine stakkatoartigen Sätze steigerten die Anspannung und die Wut auf eine menschenfeindliche Bürokratie und deren ausführenden Beamten ohne jegliches Einfühlungsvermögen. Fazit: Ein Muss für jeden, der sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinander setzen will!

Abschiebung ohne Verabschiedung
von monerl aus Langen am 25.04.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Meine Meinung Manche Geschichten benötigen viele Seiten, um erzählt zu werden und mache, so wie diese hier, trifft auch mit wenigen Worten und Seiten alles auf den Punkt. Die Geschichte um Julia und Faizan ist eine Liebesgeschichte, eine tragische Liebesgeschichte in Zeiten von Corona und der Rückführung von Flüchtlingen, di... Meine Meinung Manche Geschichten benötigen viele Seiten, um erzählt zu werden und mache, so wie diese hier, trifft auch mit wenigen Worten und Seiten alles auf den Punkt. Die Geschichte um Julia und Faizan ist eine Liebesgeschichte, eine tragische Liebesgeschichte in Zeiten von Corona und der Rückführung von Flüchtlingen, die nicht länger in Deutschland geduldet werden, weil ihr Geburts- und Herkunftsland scheinbar ein sicheres ist. Es ist eine Geschichte über eine Ehe, die keine Scheinehe ist, und doch geschlossen wurde, damit zwei liebende Menschen zusammenbleiben können. Doch man braucht keine Hellseherkugel um zu wissen, dass auch das nicht helfen wird. „Nichts Freiwilliges sei mehr im Leben seiner Tochter gewesen, sondern eine getriebene Not. Nicht die eigene, sondern die Not des anderen, die irgendwann zur eigenen Not wurde. Das sei eine Ehe. Einer trage des anderen Not. Von wegen Scheinehe. Alles andere als eine Scheinehe. Alles sei aufeinander bezogen gewesen. Die ganze Zeit. Was man Faizan angetan habe das habe man auch ihr angetan. Wenn seine Rechte verletzt wurden, dann gleichzeitig auch ihre. Wenn man ihn aus dem Land geschafft hatte, dann am Ende auch sie …“ (Buch S. 153) Diese so wahren und treffenden Zeilen sind ein seltener emotionaler Ausbruch im Schreibstil des Autors. Umso mehr verleihen sie dem Gesagten an Kraft. Dies sind für mich die Schlüsselzeilen eines eher im nüchternen Schreibstil geschriebenen Buches, das seinen Finger genau auf den wunden Punkt der ganzen Misere setzt! Über Faizan bekommen Geflüchtete ein Gesicht, ein Leben, ein Schicksal. Joachim Zelter schafft es die Tagik herauszuarbeiten, wie, in der Tat kafkaesk, sich die Situation der lediglich begrenzt Geduldeten darstellt. Wir bekommen mit, wie Julia versucht durch verschiedene Anwälte Faizan zu helfen. Nicht nur, dass diese sehr teuer sind, keiner von ihnen ist in der Lage, Faizan Zeit und Recht zu verschaffen. Der Autor konfrontiert uns mit den verschiedenen Meinungen von Julias Familie und Freunden, mit Vorurteilen, Verständnis und Unverständnis. Er zeichnet die Realität in seinem Roman nach, die wahrscheinlich tagtäglich genau so immer und immer wieder stattfindet. Wir werden Augenzeugen des unmenschlichen Aktes des Rückführungsprozesses Faizans, der, wie man schon oft in den Nachrichten gehört oder gelesen hat, nachts von zu Hause rausgeholt, einen paar minütigen Anruf tätigen durfte und dann direkt in ein Flugzeug nach Pakistan gesteckt wurde. Trotz des recht nüchternen Schreibstils schafft es Joachim Zelter eine packende Geschichte zu erzählen, die ich fast in einem Rutsch gelesen habe und lange darüber nachdenken musste. Die Hoffnung, alles möge noch auf das Gute hinauslaufen zieht sich bis zum Schluss, der für mich trotzdem unerwartet kam. Fazit Dem Autor ist ein sehr aktueller und eindringlicher Roman gelungen, der die Flüchtlingspolitik als genau das aufzeigt, was sie ist: unmenschlich! Ein sehr bemerkenswerter und lesenswerter Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehle!

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