Freudenberg

Freudenberg

Buch (Kunststoff-Einband)

20,00 € inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Der 17-jährige Freudenberg spricht nur
gezwungenermaßen mit seiner Umwelt, fühlt sich fremd in ihr. Er hat Sehnsüchte, Phantasien, Träume – doch ihm fehlen die Worte, um sich verständlich zu machen. Also treffen andere die Entscheidungen für ihn. Während eines Familienurlaubs an der polnischen Ostseeküste bietet sich unverhofft die Chance, sein fremdbestimmtes Leben hinter sich zu lassen: An einem verlassenen Strandabschnitt findet er den Leichnam eines Jungen, der von der Steilküste ab-
gestürzt ist. Freudenberg vertauscht Kleidungsstücke, Brieftaschen und Ausweise, inszeniert seinen eigenen Tod und nimmt eine neue Identität an. Doch schon bald überfordert ihn die neu gewonnene Freiheit und er kehrt in die elterliche Kleinstadt zurück, wo man ihn gerade beerdigt hat. Ein Gerüst aus Lügen soll ihm den Rückweg in sein altes Leben ermöglichen, aber dieses Gerüst trägt nicht.

In seinem sprachlich fulminanten Romandebüt erzählt Carl-Christian Elze von einem fast erwachsenen Kind, das anders ist als die anderen, erzählt von Schuld, Verdrängung und dem unstillbaren Wunsch, ein anderer zu sein.

"Carl-Christian Elze erzählt von einem Teenager, der seine Identität wechselt, seinem Leben entflieht, aber dann doch zurück möchte. Was aber tun, wenn man plötzlich auf der eigenen Beerdigung steht? Skurril und tiefgründig, ein Roman, der gekonnt aus der Zeit fällt."
Katrin Schumacher, MDR Kultur

"Geschickt baut Carl-Christian Elze Elemente des Thrillers und des Pageturners in diese turbulente Geschichte ein. […] Doch Elze wartet nicht bloß mit einer packenden Handlung auf, sondern er garniert das dynamische Geschehen darüber hinaus noch mit psychologisch aufregenden Effekten. […] Carl-Christian Elze präsentiert mit diesem Buch ein Manifest für die Schwachen. Er demonstriert, dass Kinder, die austicken, über das Recht verfügen, von Konformisten respektiert zu werden. Und dieser Appell glückt ihm glänzend."
Ulf Heise, MDR Kultur: Unter Büchern

"Was für ein herzzerreißend trauriger Text, der so schmerzhaft der Wahrheit entspricht! Es gibt einfach kein Entkommen, aus dem Leben und dem Körper, in den man hineingeboren wurde. Ein tolles Buch."
Marlen Pelny

"Wer sich auf 'Freudenberg' einlässt, wird von dieser Reise ebenso verändert zurückkehren, wie sein Protagonist. Carl-Christian Elze versteht es auf wundervollste Weise, seinem Handwerk nicht nur Dramaturgie sondern weitaus wichtiger: Leben und Gespür einzuhauchen, für das, was in einem Menschenleben wichtig ist. Freudenbergs Alleinstellungsmerkmal ist eben genau dieses: Es gibt keinen zweiten wie ihn. I wish I fucking wrote this novel. 'Freudenberg' hat sich zweifelsohne einen Platz im Roggen verdient!"
Anna Herzig, morehotlist

"Durch seinen einzigartigen Erzählstil beschert der Autor seinen Leser*innen ein ungewöhnliches Leseerlebnis. Bereits nach wenigen Seiten beschleicht einen der Verdacht, dass mit der Wahrnehmung der Hauptfigur 'etwas nicht stimmt'. Anfangs sind es nur kleine Dissonanzen, doch diese weiten sich rasch aus. Immer wieder blitzen Bilder auf, die Freudenbergs Realität durchbrechen. […] Die innere Not Freudenbergs wird zunehmend raumgreifender und überdeckt alle anderen Eindrücke. Das wahre Ausmaß der Tragödie wird sukzessive sichtbar. Die von Elze erzeugten Bilder sind von betörender Poesie. Mit der Explosivität seiner Assoziationen legt er den großen Schmerz und das Leiden seiner Hauptfigur frei."
Britta Röder, book nerds

Carl-Christian Elze, 1974 in Berlin geboren, wuchs in Leipzig auf. Sein Vater war Zootierarzt, wodurch er einen großen Teil seiner Kindheit im Leipziger Zoo verbrachte. Später studierte er zwei Jahre Medizin, danach Biologie und Germanistik. Von
2004 bis 2009 war er Student am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände, 2022 erscheint „panik/paradies“ im Verlagshaus Berlin. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Lyrikpreis München (2010), dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis (2014) und einem
Stipendium im Deutschen Studienzentrum in Venedig (2016) ausgezeichnet. Er ist Monatsjuror beim lyrix-Bundeswettbewerb und Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Details

Einband

Kunststoff-Einband

Erscheinungsdatum

14.02.2022

Verlag

Edition AZUR

Seitenzahl

176

Beschreibung

Details

Einband

Kunststoff-Einband

Erscheinungsdatum

14.02.2022

Verlag

Edition AZUR

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,9/13,2/1,7 cm

Gewicht

306 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-942375-54-2

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Poetisch, intensiv, rund

Bewertung am 05.03.2022

Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Der 17jährige Freudenberg ist ein Einzelgänger, er ist voll von Gedanken und Poesie. Mit der Welt möchte er nicht reden, die Zunge am liebsten loswerden. Denn "ohne Zunge keine Sprache und ohne Sprache keine falschen Sätze und ohne falsche Sätze keine falschen Gedanken und Gefühle". Freudenberg hat den tiefen Wunsch, ein Anderer zu sein. Er hat einen Zwilling im Geiste, den er nicht kennt, der in sein Leben einbricht und ihn nicht mehr verlässt. Seinen Eltern entrückt, verbringt Freudenberg mit ihnen den Urlaub Międzydroje, an die polnische Ostsee. Er wandert durch die Stadt, beobachtet, genießt es, durch das nicht verstehen der Sprache, kein Teil zu sein, hindurchzugleiten, unbeachtet, vereinzelt. Er wandert weiter, am Meer entlang, das immer rauher und roher wird. Er beobachtet die fiesen Möwen, die Wellen, die Steilküste, das Treibgut, sinniert über die Farben und trifft auf einen Jungen, seinem Zwilling am Strand. Marek, sein Ebenbild liegt da, leblos, wie ihm scheint. Freudenberg nimmt Mareks Kleidung und Portemonnaie und setzt seinen eigenen Tod in Szene. Freudenberg flieht in den Wald und es folgt ein Trip, in dem verschwimmt, was im Außen und was im Innen passiert. Maja lockt ihn zu den Blaubeeren, begleitet, liebt ihn, flackert, verschwindet. Alte Damen pflücken, Murmeln. Er zeltet, er läuft und läuft und läuft. Freudenberg fährt Mofa, fährt, fährt, fährt, bis er im Garten der trauernden Eltern ist. Die Realitäten flirren, im Keller, bei den Blaubeeren, bei Maja, im Metallwerk, bei den Eltern, bei Marek, mit Marek, anstelle von Marek, der auch ein anderer sein wollte. Der Sound von Freudenberg ist poetisch, dabei präsent, präzise, fast nüchtern, sezierend. Einige Passagen lesen sich wie ein Gedicht und doch ist der Plot stringent, fesselnd, einfach gut.

Poetisch, intensiv, rund

Bewertung am 05.03.2022
Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Der 17jährige Freudenberg ist ein Einzelgänger, er ist voll von Gedanken und Poesie. Mit der Welt möchte er nicht reden, die Zunge am liebsten loswerden. Denn "ohne Zunge keine Sprache und ohne Sprache keine falschen Sätze und ohne falsche Sätze keine falschen Gedanken und Gefühle". Freudenberg hat den tiefen Wunsch, ein Anderer zu sein. Er hat einen Zwilling im Geiste, den er nicht kennt, der in sein Leben einbricht und ihn nicht mehr verlässt. Seinen Eltern entrückt, verbringt Freudenberg mit ihnen den Urlaub Międzydroje, an die polnische Ostsee. Er wandert durch die Stadt, beobachtet, genießt es, durch das nicht verstehen der Sprache, kein Teil zu sein, hindurchzugleiten, unbeachtet, vereinzelt. Er wandert weiter, am Meer entlang, das immer rauher und roher wird. Er beobachtet die fiesen Möwen, die Wellen, die Steilküste, das Treibgut, sinniert über die Farben und trifft auf einen Jungen, seinem Zwilling am Strand. Marek, sein Ebenbild liegt da, leblos, wie ihm scheint. Freudenberg nimmt Mareks Kleidung und Portemonnaie und setzt seinen eigenen Tod in Szene. Freudenberg flieht in den Wald und es folgt ein Trip, in dem verschwimmt, was im Außen und was im Innen passiert. Maja lockt ihn zu den Blaubeeren, begleitet, liebt ihn, flackert, verschwindet. Alte Damen pflücken, Murmeln. Er zeltet, er läuft und läuft und läuft. Freudenberg fährt Mofa, fährt, fährt, fährt, bis er im Garten der trauernden Eltern ist. Die Realitäten flirren, im Keller, bei den Blaubeeren, bei Maja, im Metallwerk, bei den Eltern, bei Marek, mit Marek, anstelle von Marek, der auch ein anderer sein wollte. Der Sound von Freudenberg ist poetisch, dabei präsent, präzise, fast nüchtern, sezierend. Einige Passagen lesen sich wie ein Gedicht und doch ist der Plot stringent, fesselnd, einfach gut.

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Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Ein abwechslungsreicher Roman, voll von Poesie, nachdenklichen Sätzen und einem nicht zu erwartenden Ende. Freudenberg erzählt die Geschichte eines jungen Menschen, der frei sein will und dafür alles macht... Mein Lieblingsbuch in diesem Frühjahr!
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