Produktbild: Das Schicksal der Salome

Das Schicksal der Salome Erzählungen

1

27,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

10.05.2024

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

260

Maße (L/B/H)

19,6/12,5/2,3 cm

Gewicht

373 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7583-6737-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

10.05.2024

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

260

Maße (L/B/H)

19,6/12,5/2,3 cm

Gewicht

373 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7583-6737-3

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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Nachrichten aus dem Exil

Buecherbriefe am 11.10.2024

Bewertungsnummer: 2313760

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gaito Gasdanow gehört zur scheinbar endlosen Riege russischer Exilautoren, denen erst fern der Heimat der literarische Durchbruch gelungen ist. Mit Das Schicksal der Salome liegen nun zehn seiner besten Kurzgeschichten gesammelt vor. Außenseiter und Verlorene Dass die Biographie eines Menschen Einfluss auf sein Schaffen haben kann, mag zunächst einmal keiner Erwähnung wert sein. Das genaue Ausmaß hat mich in Gasdanows Fall aber doch mehr als überrascht. Er verbrachte beinahe sein gesamtes Leben fern seiner russischen Heimat und musste dort unter anderem seine Familie zurücklassen. Zeit seines Lebens muss er sich als Außenseiter und Fremder ohne Auffangnetz und Kompass gefühlt haben. Und genau jenes Gefühl zieht sich durch all seine Geschichten. Seine Figuren sind genau wie er Grenzgänger und Außenseiter, leben oft weit entfernt von ihrem Geburtsort, sprechen andere Sprachen als ihre Muttersprache und wissen nicht einmal selbst so genau, was sie eigentlich wollen oder brauchen. Äußerlich scheint es immer eine sachliche Distanz zwischen ihnen und ihrem Umfeld zu geben, die nicht überwunden werden kann. Innerlich befinden sie sich auf der Flucht oder auf der Suche - die Grenzen sind fließend - und irren plan- und ziellos umher. Zwischen Komödie und Tragödie Thematisch bewegt er sich haarscharf an der Grenze zwischen Komödie und Tragödie. Seine Figuren wirken so, als ob sie sich der Absurdität ihres/des Lebens bewusst wären und begleiten das Geschehen mit einem leicht spöttischen Unterton, gleichzeitig hat sie die Realität fest in ihrem Griff gefangen und lässt sie nicht mehr los. In seinen Geschichten steht oft das Schicksal rastloser und eindrucksvoller Frauen im Mittelpunkt, aber darauf beschränkt sich sein Schaffen nicht. So erwartet uns ein bunter Strauß an Geschichten, die von Bürgerkriegsepisoden über Schelmengeschichten, klassischen Kurzgeschichten mit Schlusspointen bis hin zu beinahe surreal anmutenden Traumsequenzen reichen. Melodische Satzstrukturen Handwerklich kann Gasdanow durch ein einzigartiges Gefühl für Sprache, Tempo und Rhythmus überzeugen. Sein Markenzeichen sind ohne Frage äußerst lange Sätze, die er gerne für die Gedankengänge seiner Figuren oder zur Darstellung dynamischer Handlungselemente nutzt. Mindestens genauso wichtig sind aber auch seine kurzen Sätze und sein Gefühl dafür, wann welche Satzkonstruktion angemessen ist. Wie kein Zweiter versteht er es, das Tempo zu drosseln oder zu beschleunigen und so seinen Geschichten einen beinahe schon melodischen Charakter zu verleihen. Eigentlich bin ich ja kein Freund ellenlanger Sätze und bevorzuge einen nüchternen und aufgeräumten Schreibstil. Bei Gasdanow verkommen diese Sätze aber nicht zum reinen Selbstzweck – der Autor weiß genau, wie er einen Text strukturieren muss und verliert niemals den Faden in seinen Erzählungen. Erstaunlich hochwertig Gasdanows Werke erlebten vor einigen Jahren im deutschsprachigen Raum eine kleine Renaissance und insbesondere der Hanser Verlag veröffentlichte einige seiner Romane und Kurzgeschichten. Dieses Interesse scheint deutlich abgeflacht zu sein. In den letzten Jahren erschien (bis auf Schwarze Schwäne) keines seiner Werke bei einem großen Publikumsverlag. In diese Bresche ist Jürgen Barck gesprungen, der in Eigenregie schon einige Kurzgeschichten und Romane Gasdanows übersetzt und als BoD herausgebracht hat. Bei BoD Büchern habe ich als Leser immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen und ganz von der Hand zu weisen sind diese Befürchtungen sicherlich nicht. Glücklicherweise belehrte mich diese Publikation eines Besseren. Bereits der Schutzumschlag kann durch eine minimalistisch-strukturierte Gestaltung überzeugen und könnte genau so auch bei Hanser oder Mare erscheinen. Der Einband selbst weist eine strukturierte Oberfläche und zudem sogar eine Faksimile-Signatur des Autors auf. Darüber hinaus dürfen wir uns über ein Leseband freuen. Auch die inneren Werte können überzeugen. Im lesenswerten Vorwort stimmt uns Tobias Zeising auf die Geschichten ein und daneben erwartet uns noch ein kurzer Anhang mit einigen bibliographischen Details und Anmerkungen zu den einzelnen Geschichten. Alles in allem erhält man also einen Band, der locker mit großen Verlagsproduktionen mithalten kann – und das alles noch zu einem mehr als fairen Preis. Fazit Das Schicksal der Salome von Gaito Gasdanow überzeugt durch ergreifende Schicksale und eine unverkennbare Sprachmelodie. Lesenswert!

Nachrichten aus dem Exil

Buecherbriefe am 11.10.2024
Bewertungsnummer: 2313760
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gaito Gasdanow gehört zur scheinbar endlosen Riege russischer Exilautoren, denen erst fern der Heimat der literarische Durchbruch gelungen ist. Mit Das Schicksal der Salome liegen nun zehn seiner besten Kurzgeschichten gesammelt vor. Außenseiter und Verlorene Dass die Biographie eines Menschen Einfluss auf sein Schaffen haben kann, mag zunächst einmal keiner Erwähnung wert sein. Das genaue Ausmaß hat mich in Gasdanows Fall aber doch mehr als überrascht. Er verbrachte beinahe sein gesamtes Leben fern seiner russischen Heimat und musste dort unter anderem seine Familie zurücklassen. Zeit seines Lebens muss er sich als Außenseiter und Fremder ohne Auffangnetz und Kompass gefühlt haben. Und genau jenes Gefühl zieht sich durch all seine Geschichten. Seine Figuren sind genau wie er Grenzgänger und Außenseiter, leben oft weit entfernt von ihrem Geburtsort, sprechen andere Sprachen als ihre Muttersprache und wissen nicht einmal selbst so genau, was sie eigentlich wollen oder brauchen. Äußerlich scheint es immer eine sachliche Distanz zwischen ihnen und ihrem Umfeld zu geben, die nicht überwunden werden kann. Innerlich befinden sie sich auf der Flucht oder auf der Suche - die Grenzen sind fließend - und irren plan- und ziellos umher. Zwischen Komödie und Tragödie Thematisch bewegt er sich haarscharf an der Grenze zwischen Komödie und Tragödie. Seine Figuren wirken so, als ob sie sich der Absurdität ihres/des Lebens bewusst wären und begleiten das Geschehen mit einem leicht spöttischen Unterton, gleichzeitig hat sie die Realität fest in ihrem Griff gefangen und lässt sie nicht mehr los. In seinen Geschichten steht oft das Schicksal rastloser und eindrucksvoller Frauen im Mittelpunkt, aber darauf beschränkt sich sein Schaffen nicht. So erwartet uns ein bunter Strauß an Geschichten, die von Bürgerkriegsepisoden über Schelmengeschichten, klassischen Kurzgeschichten mit Schlusspointen bis hin zu beinahe surreal anmutenden Traumsequenzen reichen. Melodische Satzstrukturen Handwerklich kann Gasdanow durch ein einzigartiges Gefühl für Sprache, Tempo und Rhythmus überzeugen. Sein Markenzeichen sind ohne Frage äußerst lange Sätze, die er gerne für die Gedankengänge seiner Figuren oder zur Darstellung dynamischer Handlungselemente nutzt. Mindestens genauso wichtig sind aber auch seine kurzen Sätze und sein Gefühl dafür, wann welche Satzkonstruktion angemessen ist. Wie kein Zweiter versteht er es, das Tempo zu drosseln oder zu beschleunigen und so seinen Geschichten einen beinahe schon melodischen Charakter zu verleihen. Eigentlich bin ich ja kein Freund ellenlanger Sätze und bevorzuge einen nüchternen und aufgeräumten Schreibstil. Bei Gasdanow verkommen diese Sätze aber nicht zum reinen Selbstzweck – der Autor weiß genau, wie er einen Text strukturieren muss und verliert niemals den Faden in seinen Erzählungen. Erstaunlich hochwertig Gasdanows Werke erlebten vor einigen Jahren im deutschsprachigen Raum eine kleine Renaissance und insbesondere der Hanser Verlag veröffentlichte einige seiner Romane und Kurzgeschichten. Dieses Interesse scheint deutlich abgeflacht zu sein. In den letzten Jahren erschien (bis auf Schwarze Schwäne) keines seiner Werke bei einem großen Publikumsverlag. In diese Bresche ist Jürgen Barck gesprungen, der in Eigenregie schon einige Kurzgeschichten und Romane Gasdanows übersetzt und als BoD herausgebracht hat. Bei BoD Büchern habe ich als Leser immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen und ganz von der Hand zu weisen sind diese Befürchtungen sicherlich nicht. Glücklicherweise belehrte mich diese Publikation eines Besseren. Bereits der Schutzumschlag kann durch eine minimalistisch-strukturierte Gestaltung überzeugen und könnte genau so auch bei Hanser oder Mare erscheinen. Der Einband selbst weist eine strukturierte Oberfläche und zudem sogar eine Faksimile-Signatur des Autors auf. Darüber hinaus dürfen wir uns über ein Leseband freuen. Auch die inneren Werte können überzeugen. Im lesenswerten Vorwort stimmt uns Tobias Zeising auf die Geschichten ein und daneben erwartet uns noch ein kurzer Anhang mit einigen bibliographischen Details und Anmerkungen zu den einzelnen Geschichten. Alles in allem erhält man also einen Band, der locker mit großen Verlagsproduktionen mithalten kann – und das alles noch zu einem mehr als fairen Preis. Fazit Das Schicksal der Salome von Gaito Gasdanow überzeugt durch ergreifende Schicksale und eine unverkennbare Sprachmelodie. Lesenswert!

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Das Schicksal der Salome

von Gaito Gasdanow, Jürgen Barck

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