Es ist die Liebe zu ihrer Heimat, die die Architektin Marie dazu bringt, ihr altes Leben aufzugeben und in den Spreewald zurückzukehren. Die Scheune ihrer Großmutter soll ihr neues Zuhause werden. Beim Entrümpeln fallen Marie Briefe und ein Liedtext in die Hände - geschrieben für ihre Großmutter Gerda von einem Mann, der nicht ihr Ehemann war. Nach und nach gelingt es Marie, ihrer Großmutter Details ihrer Vergangenheit zu entlocken. Von Gerdas Kindheit und Jugend im Spreewald der Sechzigerjahre, von einer verlorenen Schwester und irgendwann auch von ihrer einstigen Liebe.
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Ein weiterer großartiger Roman der Autorin, der mich mitreißt und mir eine entspannte Stimmung vermittelt
Leseschneckchen555 am 11.07.2025
Bewertungsnummer: 2537183
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Fesselnder und geheimnisvoller Familienroman, der in verschiedenen Zeiten spielt, in dem die Liebe nicht zu kurz kommt und der für absolute Wohlfühlatmosphäre sorgt.
Marie kehrt zurück in ihre Heimat, den Spreewald. Sie möchte sich die Scheune neben dem Wohnhaus auf dem Hof ihrer Großmutter ausbauen und darin nicht nur wohnen, sondern auch ein Architekturbüro eröffnen. Während des Ausmistens der alten Scheune fällt ihr eine Kiste in die Hand. Darin sind Liebesbriefe an ihre Großmutter. Aber nicht von ihrem Großvater, sondern eines anderen Mannes aus dem Ort. Als Marie ihre Großmutter damit konfrontiert, hüllt sie sich in Schweigen und lenkt vom Thema ab. Marie lässt dieser Fund aber nicht locker. Sie möchte mehr erfahren und versucht einen Weg zu finden, mit diesem Mann ins Gespräch zu kommen. Dafür nimmt sie Kontakt mit dessen Enkelsohn auf. Er heißt Moritz und ist in etwa in Maries Alter. Sie kennt ihn nur vom Sehen, zu einem Gespräch ist es bisher nicht gekommen. Unter einem Vorwand lockt sie ihn zu ihrer Baustelle und eröffnet ihm schließlich ihr Wissen. Auch Moritz ist überrascht, doch wird er ihr helfen in die Vergangenheit ihrer Großeltern abzutauchen, oder muss Marie sich mit dem wenigen Wissen zufriedengeben?
Ich bin wie gewohnt ausgezeichnet in den neuen Roman von Claudia Iwer abgetaucht. Sofort wurde mir wieder bewusst, welch angenehme Atmosphäre sie ihren Geschichten verleiht. Ein Buch der Autorin zu lesen, ist für mich immer absolut entspannend und wohltuend. Dabei wird es nie langweilig, denn sie fesselt mich mit den Ereignissen und ihren sympathischen Charakteren. Zudem beschreibt sie die Umgebung und die Natur sehr bildhaft und schön, so dass ich das Gefühl bekomme, selbst vor Ort zu sein. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und so tauche ich Stück für Stück in eine Zeit ein, die ich auf diese Weise noch nicht kennengelernt habe. Diesmal geht die Reise zurück in die DDR, in das Jahr 1963. Die Mauer ist gezogen und die Menschen umgibt eine Art Unsicherheit. Wem kann man noch Vertrauen? Wer gehört der Stasi an? Maries Großmutter Gerda wollte als junges Mädchen von den politischen Gegebenheiten und dem Misstrauen nichts wissen. Sie wünschte sich, ihr Leben einfach in Ruhe genießen zu können. Doch als sie schließlich Fritz kennenlernt, der als Polizeibeamter arbeitet, gerät sie in einen Zwiespalt. Ihre Familie ist vorsichtig und gegen eine Freundschaft zu Fritz.
Mir haben sowohl die Ausflüge in die Vergangenheit als auch die Erzählungen aus der Gegenwart sehr gut gefallen. In dieser Geschichte steckt so viel mehr, als ich zu Beginn erwartet hätte. Es gibt eine Vielzahl an unausgesprochenen Worten, es werden Vermutungen angestellt und auch Täuschungen finden statt. Es ist ein Segen, dass Marie mehr aus der Vergangenheit erfahren möchte und sich der Sache annimmt. Da ich sie auf Anhieb mochte, konnte ich auch ihre Neugierde gut nachvollziehen. Mit ihren Freundinnen stellt sie vielerlei Spekulationen an und ich war gespannt, inwieweit Moritz bereit ist, ihr zu helfen und was am Ende dabei herauskommt. Welche Verbindung bestand damals zwischen ihren Großeltern und wie sieht es mit Moritz und Marie aus? Besteht hier auch die Möglichkeit auf mehr als nur Freundschaft? Doch das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und da wurde es richtig spannend. Denn Marie lässt nicht locker und deckt einige Geheimnisse der Vergangenheit auf.
Ich kann nur so viel verraten, diese Geschichte hat mich perfekt unterhalten, überrascht und absolut gefesselt. Ich habe jede Seite davon genossen und freue mich schon jetzt auf eine neue Geschichte der Autorin.
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