Höchste Armut

Ordensregeln und Lebensform

Giorgio Agamben

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Beschreibung

Was wird aus der Regel, wenn sie im Leben restlos aufzugehen scheint? Und was aus dem Leben eines Menschen, wenn seine Gesten, seine Worte und sein Schweigen von der Regel nicht mehr zu unterscheiden sind?

In Fortschreibung seines groß angelegten Homo-Sacer-Projekts unternimmt Giorgio Agamben eine Relektüre des abendländischen Mönchtums von Pachomius bis St. Franziskus. Doch auch wenn er das Leben der Mönche bis ins Detail rekonstruiert, sieht Agamben die eigentliche Innovation des Mönchtums in der Entdeckung einer Dimension des Menschen, in der das »Leben« als solches zum ersten Mal seiner Autonomie Geltung verschaffte.

Giorgio Agamben, geboren 1942, lehrt heute als Professor für Ästhetik an der Facoltà di Design e Arti der Universität Iuav in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee sowie am Collège International de Philosophie in Paris. Sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im S. Fischer Verlag sind zuletzt erschienen ›Nacktheiten‹ (2010), ›Höchste Armut. Ordensregeln und Lebensform‹ (2012), ›Das unsagbare Mädchen. Mythos und Mysterium der Kore‹ (2012, gemeinsam mit Monica Ferrando), ›Opus dei. Archäologie des Amts‹ (2013), ›Die Macht des Denkens‹ (2013), ›Stasis. Der Bürgerkrieg als Paradigma‹ (2016) sowie ›Die Erzählung und das Feuer‹ (2017).

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 21.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-37065-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19/12,6/1,7 cm
Gewicht 243 g
Originaltitel Nascita Della Regola
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Andreas Hiepko

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Lebens-Form als Ausnahme
von einer Kundin/einem Kunden am 29.04.2012
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Agamben setzt sein Homo sacer-Projekt also fort. Das hier vorliegende Buch "Höchste Armut" ist nun als Band IV.1 notiert. Es werden weitere Bände zum Homo sacer-Projekt folgen, wie der angekündigte Band "Opus Die", der schon im italienischen Original erschienen ist. In dem Buch "Höchste Armut" wendet sich Agamben wieder der frü... Agamben setzt sein Homo sacer-Projekt also fort. Das hier vorliegende Buch "Höchste Armut" ist nun als Band IV.1 notiert. Es werden weitere Bände zum Homo sacer-Projekt folgen, wie der angekündigte Band "Opus Die", der schon im italienischen Original erschienen ist. In dem Buch "Höchste Armut" wendet sich Agamben wieder der frühchristlichen und mittelalterlichen Literatur zu. Diesmal beschäftigt er sich mit der Frage, wie eine Lebens-Form erschaffen wird. Dabei nimmt er sich dem christlichen Mönchstum an und beschreibt, wie mit der Entwicklung des Mönchswesens Leben und Regel in eine Einheit zusammen kommen. Anderorts wurde darauf hingewiesen, dass Agambens Arbeit an Foucaults Archäologie erinnert. Es wurde auch bemängelt, dass Agamben seine Methodik nicht angibt, die er jedoch in anderen Publikationen lang und breit diskutiert hat. Auch wurde erwähnt, dass Agamben nicht genügend differenziert bzw. nicht genügend auf historische Differenzen eingeht. Dazu ließe sich kurz sagen, dass Agamben keine Ansprüche als Historiker erhebt. Auch in dem Buch "Höchste Armut" geht es ihm darum, eine Idee zu verfolgen, die mit Konzepten des Rechts und des Lebens zu tun haben. So schließt das Buch an seine Untersuchungen zur abendländischen Souveränitätslehre samt ihren biopolitischen Ambitionen an. Wie schon in den anderen Homo sacer-Bänden, versucht Agamben auch hier eine gewisse Ausnahme herauszuarbeiten: Weder Leben, noch Regel, weder jenseits des Gesetzes, noch diesseits des Rechts. Es geht ihm um die Erfindung der Lebens-Form: Weder der Regel gehorchend, noch jenseits der Regel: "Durch den Begriff der 'Form' treten Regel (forma regulae) und Leben (forma vivendi) in der Praxis des Mönchs in eine Zone der Unbestimmtheit." Weiter heißt es: "Bei den Mönchsregeln geht es also um einen tiefgreifenden Wandel der Auffassung menschlichen Handelns, das von der Ebene der Praxis und des Tuns auf die der Lebensform und des Lebens verschoben wird. Diese Verlagerung der Ethik und der Politik aus der Sphäre der Handlung in die der Lebensform bildet das anspruchsvollste Vermächtnis des Mönchstums, das die Moderne nicht anzunehmen imstande war."

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