Unter Paaren

Roman

Thomas Lang

(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
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Beschreibung


Zwei Tage und eine Nacht im Mai in einem aufwendig renovierten Haus am Waldrand: Per und seine Freundin Rafa, erfolgreich und mittleren Alters – Per sucht allerdings gerade eine neue Stelle, und Rafa wohnt nicht bei ihm –, erwarten den Besuch von Pascal, Pers bestem Freund aus früheren Zeiten, und seiner Begleitung, der deutlich jüngeren Spanierin Inita. Es gab einmal eine Situation, in der sich Rafa zwischen Pascal und Per entscheiden mußte und Per gewählt hat. Allerdings erfuhr Per nie, was sich wirklich zwischen Rafa und Pascal abgespielt hat. Jetzt bricht alles wieder auf, treten alte Spannungen zutage und kommen neue hinzu, etwa Pascals Angebote an Rafa und Pers Lust auf die kühle, sehr anziehende Inita. Die zwei Tage dort im Haus werden alles auf den Kopf stellen, ein Junge, der sich immer in der Nähe herumtreibt, wird von sich reden machen und Inita verschwinden …

In seinem neuen, subtil erzählten und raffiniert, auf zwei Zeitebenen arrangierten Roman schafft Thomas Lang eine Art Laborsituation, er stattet seine Figuren mit dem Sprachgebrauch des Bescheidwissens aus und überantwortet sie einer umso größeren Unwissenheit. Spannend und dicht, atmosphärisch und präzis erzählt „Unter Paaren“ von Affären und Beziehungen, von der Liebe in der Jetztzeit, von der Macht der Dingwelt und der Ohnmacht fremd gewordener Gefühle. Ein anspielungsreicher Roman, der eine ganze Tradition anklingen läßt, von den „Wahlverwandtschaften“ bis zu Mike Nichols’ Film „Hautnah“.

Thomas Lang, geboren 1967 in Nümbrecht (NRW), studierte Literatur in Frankfurt am Main. Seit 1997 lebt er als Autor in München. 2002 erschien der Roman "Than", ausgezeichnet mit dem Bayerischen Staatsförderungspreis und dem Marburger Literaturpreis. 2005 erhielt Thomas Lang den Ingeborg-Bachmann-Preis für einen Auszug aus dem Roman "Am Seil" (C.H.Beck, 2006). "Am Seil" wurde nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2006.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 22.01.2007
Verlag C.H.Beck
Seitenzahl 202
Maße (L/B/H) 20,6/12,9/2,5 cm
Gewicht 314 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-55610-4

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Pars pro toto – oder wo der Teil schon das Ganze sein will
von Buechermaxe aus München am 27.11.2007

Per und Rafa, zwei Menschen, Figuren der Werbewelt, sind ein Paar, und sind aber auch keines. Denn sie leben seit Jahren nebeneinander her, in zwei Wohnungen, in einem Haus. Das Zimmer, das er für sie reserviert bei sich, bewohnt sie nicht, bezieht es nicht einmal. Sie bezieht kaum die Beziehung, die sie haben, oder meinen, habe... Per und Rafa, zwei Menschen, Figuren der Werbewelt, sind ein Paar, und sind aber auch keines. Denn sie leben seit Jahren nebeneinander her, in zwei Wohnungen, in einem Haus. Das Zimmer, das er für sie reserviert bei sich, bewohnt sie nicht, bezieht es nicht einmal. Sie bezieht kaum die Beziehung, die sie haben, oder meinen, haben zu müssen. Da taucht der frühere Freund von ihr auf, Pascal, zusammen mit Freundin, ein Typ, in den sie verknallt ist, sie emotional aus der Reserve lockt, angesichts dessen ihre Gefühle in Schwung kommen, hochkommen, es ihr hochkommt, was ist, was war, sein könnte. Ein Spiel beginnt, um Bezug und Beziehungs-Einmaleins, Spielereien im Halblebendigen, um verlorene, verlogene, selbst verliebtes Uneingestandenes. Ein Versuch (vom Autor) einer Wahlverwandtschaft vielleicht. Aber dieses Buch läuft so dahin. Es liest sich leicht. Es entsteht ein Vexierspiel von Bezügen, die keine sind oder keine sein wollen und immer anders sich entwickeln, als sie evoziert sind. Alles ist auch irgendwie turbulent, ohne greifbar zu werden, findet hinter dem Empfindungsvorhang der Figuren statt und fetzt nicht wirklich; es bleibt damit alles doch recht arglos. Turbulenz entsteht, ohne das Schwindel sich einstellt, ohne Atemlosigkeit. Irgendwie bleibt alles, auch sprachlich, eben nur eine bunte Plakat- und Werbewelt, die einfach nur da ist – und weggezappt wird vom Autor durch die nächste plakative Bilderserie. Irgenddwie alles ein Pars pro toto, wo der Teil das Ganze aber aus dem Auge verliert. Auch sprachlich – wörtlich genommen.


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