Der Platz an der Sonne

Roman

Christian Torkler

(14)
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Beschreibung

Eine spannend verkehrte Welt: Was wäre, wenn Deutschland arm und Afrika reich wäre?

Nach einem verheerenden Krieg wird Berlin 1961 Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik. Josua Brenner, Jahrgang 78, wächst in kleinen Verhältnissen auf, doch er will mehr. In einer maroden Stadt fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Immer wieder werden seine Pläne durchkreuzt, aber Josua lässt sich nicht unterkriegen. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, verlässt er seine Heimat. Angetrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben macht er sich auf den langen Weg ins wohlhabende Afrika.

Mitreißend, spannend, mit vielen schockierenden Details. (...) Christian Torkler hat mit „Der Platz an der Sonne“ ein ganz besonderes Werk geschaffen, schlüssig durchdacht, glaubwürdig umgesetzt und außerordentlich detailreich ausgestaltet; ein Roman, der den eigenen Blick verändert und lange im Gedächtnis bleibt. (...) Jeder sollte dieses Buch lesen. Unbedingt.

Christian Torkler, geboren 1971 in Greifswald, wuchs im Pfarrhaus auf. Das und die unerschöpflichen Erzählungen der ostpreußischen Verwandten haben ihn früh geprägt. Er hat in Berlin Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Von 2002 bis 2009 hat er in Dar es Salaam, Tansania, gelebt und von dort aus den Kontinent bereist. Seit einigen Jahren lebt und schreibt er in Berlin und Phnom Penh, Kambodscha.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 24.03.2020
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Seitenzahl 592
Maße (L/B/H) 19/12,4/4 cm
Gewicht 438 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-00050-8

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Was wäre, wenn....
von einer Kundin/einem Kunden am 15.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

1970: Berlin ist vom Krieg zerstört, staatliche Willkür ist an der Tagesordnung, Schulbildung nahezu unmöglich. Immer mehr Menschen flüchten nach Afrika, dem reichen Kontinent, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.Korrupte Beamte, tödlich endende Grenzkontrollen, nicht jeder schafft den Weg in gelobte Afrika. Trotzdem will Jos... 1970: Berlin ist vom Krieg zerstört, staatliche Willkür ist an der Tagesordnung, Schulbildung nahezu unmöglich. Immer mehr Menschen flüchten nach Afrika, dem reichen Kontinent, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.Korrupte Beamte, tödlich endende Grenzkontrollen, nicht jeder schafft den Weg in gelobte Afrika. Trotzdem will Josua Brenner es versuchen...

Eines des mich seit Jahren am meisten betroffen machendes Buch.
von einer Kundin/einem Kunden aus Duisburg am 01.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eines des mich seit Jahren am meisten betroffen machendes Buch. Ja, es ist eine fiktive Geschichte eines jungen Mannes aus einem kriegszerstörten, von Kleinstaaterei und allgegenwärtiger Staatswillkür sowie Korruption geknechteten Landes, in denen auch die Tüchtigsten nicht auf den grünen Zweig kommen und an anderer Stelle ihr G... Eines des mich seit Jahren am meisten betroffen machendes Buch. Ja, es ist eine fiktive Geschichte eines jungen Mannes aus einem kriegszerstörten, von Kleinstaaterei und allgegenwärtiger Staatswillkür sowie Korruption geknechteten Landes, in denen auch die Tüchtigsten nicht auf den grünen Zweig kommen und an anderer Stelle ihr Glück suchen (und nicht finden). Nur dass das kriegszerstörte Land nicht Libanon, nicht Syrien, Libyen, Afghanistan, Tschetschenien, Bosnien und Herzigovina und wie sie alle heißen, genannt wird, sondern ein Marionettenregime mitten in dem Gebiet, das wir Deutschland nennen, ist. Offenbar im Osten, in Berlin mit Brandenburg und Umland. Ist es so schwer zu glauben, dass es 1945 und danach auch anders hätte laufen können? Die Aufteilung Deutschlands in mehrere Kleinstaaten war eine ernsthafte Alternative, auch die Fortsetzung des 2. Weltkriegs als Krieg gegen den Kommunismus war ja nicht nur ein Spuk in den Köpfen einiger Obernazis. Also: es hätte auch so kommen können, wie im Buch beschrieben, als mehr als 15 länger Verschleisskrieg, der am Ende viele zerstörte und verfeindete Kleinstaaten hinterlassen hat, in denen auch 40 Jahre danach kein wirklicher Aufbau stattgefunden hat, weil es weder eine Staatengemeinschaft noch einen Marshallplan gibt. Das fiktivste Element ist dann noch, dass die Staaten Afrikas es im Gefolge dessen geschafft haben, sich zu einer Union zu einigen, wie es in der echten Welt die Europäische Union ist, mit Rechtstaat und offenen Grenzen und - der Bodenschätze sei Dank - für die gebeutelten Europäer unvollstellbarem Reichtum. Dass die Erklärungen im Buch, wie es dazu kam, nur sporadisch an verschiedenen Stellen auftauchen, ist dabei anders als manche anderen Rezensenten es meinen, kein Manko. Denn in der Lebenswirklichkeit des Protagonisten, eines jungen Mannes, der sich in Berlin mit den Verhältnissen mehr oder weniger arrangiert und sich durchlaviert, spielt das alles nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger und anders als in unserer Realität ist dabei die Bindung an die Kirche, die - neben der Familie und einigen Kumpels - einen Halt darstellt, den Staat und Gesellschaft nicht zu geben vermögen. Die „schnoddrige Berliner Schnauze“ des Ich-Erzählers erhöht dabei das Authenzitätsgefühl und ist keinesfalls abträglich, wobei der Rezensent als Kind des Ruhrgebiets da vielleicht vorbelastet ist. Der erste Teil des Buches beschreibt das Leben des Protagonisten aus kleinen familiären Glück, aus „Business“; wo sich Gelegenheiten bieten, aus Frust mit der überbordenden Bürokratie, aus kleinen Träumen (wie dem mit der Berliner Eckkneipe) und wie diese platzen. Das Kind stirbt an einer Infektion, die Ärzte arbeiten wenn überhaupt nur gegen Cash, die Ehe zerbricht daran. Die Kneipe ist anfangs lukrativ, aber nicht mehr, als die Schutzgelderpresser ihren Anteil verlangen, und das auch, nachdem das Gebäude ein Raub der Flammen wurde. Der politische Widerstand gegen die wechselnden Eliten ist ungeplant und wirr und scheitert auch am Kampf ums Dasein. Irgendwann reift der Plan für ein besseres Leben, der ausgewanderte Kumpel und seine Ansichtskarten tun das Seinige. Der 2. Buchteil ist dann der lange Weg zum Süden mit dem Ziel Tanganjika. Durch die deutschen Kleinstaaten, unterwegs mit Schlepperbanden auf den abenteuerlichsten Pfaden, in höchst gefährlichen Situationen, in denen viele derjenigen, die aufbrechen, den Tod finden. Die Überlebenden geraten in die Hände von Sklaventreibern, die die Not der Flüchtenden ausnutzen, auf beiden Seiten des Mittelmeers. Als der Protagonist die Tochter eines Mafiabosses bei einem Badeunfall rettet, scheint sich das Blatt zu wenden, jetzt geht es auf einer Segeljacht nach Tunesien, dort schlägt sich der Protagonist durch, über eine weitere Ausbeuterei im Kohlebunker eines Schiffes gelingt es ihm, von Djibuti nach Addis Abeba zu kommen, eine der Metropolen der Afrikanischen Union, deren Bürger von den Europäern verächtlich als Bongos bezeichnet wurden, wenn diese in Euopa als Touristen oder Regierungsmitarbeiter mit Geld um sich werfen. Bei einem Chinesen, der dort sein Glück gemacht hat, findet er eine Anstellung, aber der Sog zu seinem Kumpel in Tanganjika lässt ihn nicht verweilen. Auf dem letzten Teilstück die Segnungen einer funktionierenden Infrastruktur und offener Grenzen genießend, erreicht er schließlich nach jahrelanger Reise sein Traumziel. Leider ist sein Freund dort im Drogenrausch gestrandet und er landet bei der Ausländerpolizei, die korrekt ihre ausländerrechtlichen Regelungen praktiziert und durchsetzt. Das Ganze hat kein Happy End. Eben so, wie für viele auf dieser echten Welt, nur eben umgekehrt. Ein Buch, nach dem man die derzeitige Migration mit anderen Augen sieht. Ein allergrößtes Lob an den Autor für dieses Erstlingswerk.

Der Platz an der Sonne
von Miss.mesmerized am 16.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Josua Brenner wird Ende der 1970er Jahre in eine schwierige Lage Berlins hineingeboren. Seine alleinerziehende Mutter weiß kaum die Kinder zu ernähren und so muss der aufgeweckte Junge schon früh mithelfen, Geld zu verdienen. An eine langjährige Schulbildung ist in der Neuen Preußischen Republik auch nicht zu denken, es geht um ... Josua Brenner wird Ende der 1970er Jahre in eine schwierige Lage Berlins hineingeboren. Seine alleinerziehende Mutter weiß kaum die Kinder zu ernähren und so muss der aufgeweckte Junge schon früh mithelfen, Geld zu verdienen. An eine langjährige Schulbildung ist in der Neuen Preußischen Republik auch nicht zu denken, es geht um das Überleben. Aber mit Cleverness und Mut schafft er es als junger Vater für sich und seine kleine Familie ein verhältnismäßig ordentliches Leben aufzubauen, trotz aller Widrigkeiten. Immer wieder hört er von Bekannten, die dem Land den Rücken kehren und ihr Glück im Süden versuchen, in Afrika, wo stabile politische Verhältnisse herrschen, die Staaten nicht von korrupten Politikern geführt werden, die sich und ihren Familien die Taschen vollstopfen und zugleich das Volk ausbluten lassen. Doch der Weg dorthin ist weit und gefährlich. Nach zwei harten Schicksalsschlagen beschließt auch Josua, dass er nicht mehr zu verlieren hat und es das aktuelle Leben auch nicht wert ist, gelebt zu werden. Also bricht er auf. Christian Torkler verkehrt die Welt in seinem Roman „Der Platz an der Sonne“: Europa hat sich vom Zweiten Weltkrieg nicht erholt, ist politisch und wirtschaftlich instabil und in unzählige Kleinstaaten zersplittert. Afrika ist der reiche Kontinent, der zum Sehnsuchtsort wird, wo sich die Träume vom guten Leben realisieren lassen. Doch die Grenzen sind dicht, scharfe Kontrollen überall verhindern den unkontrollierten Exodus gen Süden, was jedoch viele Lebensmüde und Mutige nicht davon abhält, die weite und riskante Reise zu wagen. Im ersten Teil des Buchs erleben wir die schwierige Lage in Berlin. Dass es auch so hätte kommen können, ist durchaus vorstellbar. Das Leid der Leute, die korrupten Beamten, die Verschwendung und Veruntreuung von Aufbaugeldern reicher Staaten, die wiederholten Rückschläge, die Josua auf dem Weg zu seiner eigenen Kneipe erlebt – Torkler zeichnet ein glaubwürdiges Bild, das durchaus angelehnt an das ist, was für viele Menschen heute Alltag ist, wenn auch nicht in Mitteleuropa. Es braucht diese lange Vorgeschichte, um nachvollziehen zu können, weshalb Josua nichts mehr zu verlieren hat und die Flucht ergreift. Der Weg ist geprägt von allerlei Beschwerlichkeiten durch Witterung, Grenzzäune oder auch Polizisten, schnell schon lassen die ersten Weggefährten ihr Leben. Die Brutalität und Sinnlosigkeit, mit der auf die Geflüchteten eingeschlagen wird, lässt einem manchmal an der Menschheit zweifeln. Umgekehrt schildert Torkler aber auch Episoden von Hilfsbereitschaft und Unterstützung, subversivem Unterwandern der Gesetze und dem gemeinsamen Bewältigen der unmöglichen Situation. Es gab und gibt eben immer beides auf der Welt. Die finale Überquerung des Mittelmeers wird zum Höhepunkt, ein unberechenbares Glücksspiel, das man überlebt oder nicht und das selbst im ersten Fall kein Garant für eine glückliche Zukunft ist. Eine ungewöhnliche Geschichte von Flucht und Hoffnung auf ein besseres Leben. Das Buch ist ohne Frage politisch, stärker wiegt jedoch der menschliche Appel an das Verständnis für die Lage derjenigen, die ihre Heimat verlassen, weil es dort nichts mehr gibt, das sie hält. Niemand wird Zweifel daran hegen, weshalb Josua Brenner Berlin den Rücken kehrt. Warum kann man dieses Verständnis nicht auch in der Wirklichkeit aufbringen? Der ungehinderte Zugang zu wirtschaftlich und politisch stabilen Ländern kann nicht die Lösung sein, das geht auch aus „Der Platz an der Sonne“ hervor, denn eigentlich will niemand seine Heimat verlassen, sondern nur ein bescheidenes, aber sicheres Leben führen.


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