Der Pakt

Stalin, Hitler und die Geschichte einer mörderischen Allianz

Claudia Weber

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Beschreibung

Im Zweiten Weltkrieg waren Nazideutschland und Stalins Sowjetunion nicht nur erbitterte Gegner, sondern vorübergehend auch Verbündete. Der Pakt war mehr als das politische Zweckbündnis, das Hitlers Überfall auf Polen erlaubte und den Krieg für die Sowjetunion hinauszögerte. Seine Wirkung blieb nicht auf Osteuropa beschränkt, auch wenn beide Mächte ihren Gewaltfuror dort entfesselten.

Der "Hitler-Stalin-Pakt" gilt noch heute meist als historischer Unfall oder bestenfalls als Präludium zum "eigentlichen" Krieg, der mit Hitlers Überfall auf die Sowjetunion begonnen habe. Dabei ermöglichte die Zusammenarbeit der beiden Diktatoren nicht nur den Kriegsbeginn in Europa, sondern veränderte in zweiundzwanzig Monaten die politische Landkarte des Kontinents von Grund auf.
Claudia Weber zeichnet auf der Grundlage von historischen Quellen und Archivdokumenten minutiös nach, wie Hitler und Stalin zwischen 1939 und 1941 den Kontinent untereinander aufteilten, ihre Handlanger miteinander verhandelten und es schließlich zum Bruch dieses schicksalhaften Bündnisses kam. Dabei analysiert sie die deutsch-sowjetische Zusammenarbeit in der Bevölkerungs- und Umsiedlungspolitik und enthüllt erschreckende Aktionen gegen Kriegsflüchtlinge: gegen Juden, Polen und Ukrainer.

Claudia Weber ist Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 276 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 18.07.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783406735325
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 3777 KB

Kundenbewertungen

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Ein interessanter Einblick in den Pakt der Diktatoren
von Sikal am 06.12.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In diesem Jahr jährte sich der Hitler-Stalin-Pakt zum 80. Mal, der 23. August 1939 gilt als historischer Moment. Der Nichtangriffspakt der beiden Diktatoren hatte zum Ziel, Osteuropa unter sich aufzuteilen. Wie es dazu kam, welche Auswirkungen sich daraus ergaben und wer letztendlich die Gewinner und die Verlierer waren, versu... In diesem Jahr jährte sich der Hitler-Stalin-Pakt zum 80. Mal, der 23. August 1939 gilt als historischer Moment. Der Nichtangriffspakt der beiden Diktatoren hatte zum Ziel, Osteuropa unter sich aufzuteilen. Wie es dazu kam, welche Auswirkungen sich daraus ergaben und wer letztendlich die Gewinner und die Verlierer waren, versucht die Historikerin Claudia Weber mit diesem Buch aufzuzeigen. Deutschland und die Sowjetunion verpflichteten sich, für die Dauer von zehn Jahren, das jeweils andere Land nicht anzugreifen. Ein geheimes Zusatzdokument regelte Osteuropa unter den beiden Mächten aufzuteilen, Polen sollte gänzlich aufgelöst werden, die polnischen Juden waren bekanntlich ein vorrangiges Ziel. Dieses „Bündnis auf Zeit“ bezeichnet die Autorin als „Vorspiel zum Vernichtungskrieg Hitlers gegen die Sowjetunion“. Als am 22. Juni 1941 Hitler-Deutschland die Sowjetunion überfiel, war der Pakt Geschichte. Dass es sich um kein freundschaftliches Bündnis handelt, sondern wirtschaftliche und geopolitische Interessen im Vordergrund der beiden Herrscher standen, betont die Autorin. Interessant zeichnet sie die Auswirkungen auf den weiteren Kriegsverlauf und darüber hinaus. Weber berichtet von der Praxis dieses Paktes und welche Auswirkungen dieser für die Bevölkerung hatte. Themen wie Deportationen, Verfolgung, Ghettobildung, Umsiedlungen werden detailliert ausgeführt. Die Autorin versucht Abläufe zu rekonstruieren, Fakten zu interpretieren. Sie schafft es, eine interessante Analyse darzulegen. Vieles wurde in der Vergangenheit unter den Tisch gekehrt, doch mittlerweile werden diese schrecklichen Geschehnisse von den Historikern aufgearbeitet, Motive dargelegt. Eine interessante Zusammenfassung für historisch Interessierte. Kein Buch, das man nebenbei liest, sondern das erarbeitet werden will. 5 Sterne

von einer Kundin/einem Kunden am 22.10.2019
Bewertet: anderes Format

Wenn zwei Diktatoren zusamenarbeiten kann das nichts Gutes bedeuten ! Die Kooperation von Hitler und Stalin geschah zwar "gestern", ihre Bedeutung ragt aber ins "Heute" hinein. Die Völker Ostmitteleuropas litten damals, heute möge man nur nach Syrien und den Irak schauen !

Ein neuer historischer Blickwinkel
von Tatjana Schmalz aus Berlin am 23.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein überfälliges Sachbuch zu einem Thema, das trotz seiner weltgeschichtlichen Bedeutung in der bundesdeutschen Öffentlichkeit selbst am Gedenktag des 23. August leider viel zu kurz kommt: Die folgenreiche Zusammenarbeit zwischen dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus während der ersten zwei Jahre des Zweiten Weltkriegs. De... Ein überfälliges Sachbuch zu einem Thema, das trotz seiner weltgeschichtlichen Bedeutung in der bundesdeutschen Öffentlichkeit selbst am Gedenktag des 23. August leider viel zu kurz kommt: Die folgenreiche Zusammenarbeit zwischen dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus während der ersten zwei Jahre des Zweiten Weltkriegs. Der wirtschaftliche Pragmatismus stieß wiederholt an seine ideoligischen Grenzen, wie die Autorin an mehreren Beispielen anschaulich belegt. Das wohl eindruckvollste Kapitel widmete sich der deutsch-sowjetischen Flüchtlingskommission und dem Bevölkerungstransfer von mehrheitlich sogenannten "Volksdeutschen" aus Wolhynien und Bessarabien. Die Kategorie der deutschen Volkszugehörigkeit musste wiederholt erweitert werden, weil sich die nationalsozialistische Ideologie (nicht nur) bei der Abbildung von alltäglich "gemischten" Familienbeziehungen als wirklichkeitsfremd erwies. Dabei ist es erstaunlich, wie zahlreich auch Juden und Polen vor die Umsiedlungsbüros drängten oder illegale Schleuser bezahlten, in der Hoffnung aus der Sowjetunion fortzukommen. Die Sowjetunion indes hatte kaum Interesse an der Repatriierung von Ukrainern und Weißrussen aus den nationalsozialistischen Besatzungsgebieten in Polen. Dass Stalin den Pakt einging, um den Kriegsbeginn abzuwenden oder wenigstens hinauszuzögern, gehört als Narrativ zum Mythos vom "Großen Vaterländischen Krieg" (1941-1945). Die Autorin zeigt überzeugend, wie Stalin - auf alle Eventualitäten vorbereitet - frühzeitig die Weichen für ein fast (!) harmonisches Geschichtsbild stellte. Trotzdem drängte die Kooperation zweier entgegengesetzter Ideologien nicht nur die politisch eindeutig positionierten Zeitzeugen an den Rand der Selbstverleugnung. Die Fragen von Schuld und historischer Verantwortung lösen auch bei den Nachgeborenen allgemeines Unbehagen aus. Doch davon ließ sich die Autorin glücklicherweise nicht abschrecken und lieferte ein inhaltlich wie sprachlich äußerst attraktives Sachbuch.


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