Freundliche Fanatiker

Über das ideologische Nachleben des Imperialismus

Pankaj Mishra

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Beschreibung

Eine erhellende Analyse der politischen Irrwege unserer Zeit – jenseits der eurozentrischen Perspektive: Der bekannte Schriftsteller und Publizist Pankaj Mishra nimmt die selbstzufriedenen Gedankengebäude des Westens in den Blick. Er zeigt, dass der Mythos vom »überlegenen Westen« bis heute nicht hinterfragt wird. Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus werden aus der Erzählung vom demokratischen Aufstieg verbannt, einfache, von Ressentiments geprägte Welterklärungen werden zum Mainstream.

So entstand der Neoliberalismus aus der Angst der Weißen um ihre Vorherrschaft. Und der westliche Liberalismus ist gar nicht so liberal, denn er definiert die eigene Kultur als die maßgebliche und brandmarkt andere Entwürfe als rückständig oder autoritär.

Die wahren Feinde der Demokratie aber sind jene, die angeblich ihre Werte verteidigen: Dies zeigt der in den USA tief verwurzelte Rassismus ebenso wie die Angst vor islamistischen Invasoren. Mit solchen Beispielen hält uns Mishra den Spiegel vor und macht sichtbar, wie brüchig das Fundament ist, auf dem unsere westliche Welt errichtet wurde: Eine freiheitliche Demokratie, in der Gleichheit und Menschenwürde verwirklicht sind, ist noch nicht erreicht.

Überzeugend [...] ist Pankaj Mishra mit seiner Strategie, den Mythos vom freiheitlichen und überlegenen Westen gründlich zu entzaubern.

Pankaj Mishra, geboren 1969 in Nordindien, schreibt seit über zehn Jahren regelmäßig für die »New York Review of Books«, den »New Yorker« und den »Guardian« über den indischen Subkontinent, über Afghanistan und China. Er gehört zu den großen Intellektuellen des modernen Asien und hat zahlreiche Essays in »Lettre International« und »Cicero« veröffentlicht; auf Deutsch sind darüber hinaus der Roman »Benares oder Eine Erziehung des Herzens« und der Essayband »Lockruf des Westens. Modernes Indien« erschienen. Pankaj Mishra war u. a. Gastprofessor am Wellesley College und am University College London. Für sein Buch »Aus den Ruinen des Empires«, das 2013 bei S. Fischer erschien, erhielt er 2014 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Bei S. Fischer sind von ihm außerdem »Begegnungen mit China und seinen Nachbarn« und »Das Zeitalter des Zorns. Eine Geschichte der Gegenwart« erschienen. Er lebt abwechselnd in London und in Mashobra, einem Dorf am Rande des Himalaya. Literaturpreise: 2014 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2014 Windham Campbell Literature Prize der Yale University 2013 Crossword Book Award for Nonfiction.
Laura Su Bischoff, geboren 1984, studierte Amerikanistik, Anglistik und Neuere Geschichte. Seit 2014 übersetzt sie Sachbücher und Literatur aus dem Englischen, u.a. von Arthur Conan Doyle, Bee Wilson, Daniel Immerwahr, David Abulafia und Pankaj Mishra..
Michael Bischoff, geboren 1949, studierte Mathematik und Soziologie und war Wissenschaftslektor im Suhrkamp Verlag. Seit 1977 übersetzt er Literatur aus dem Französischen und Englischen, u.a. von Émile Durkheim, Michel Foucault, Isaiah Berlin und Richard Sennett.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 28.04.2021
Verlag S. Fischer Verlag
Seitenzahl 304
Maße (L/B/H) 20,8/13,2/3,2 cm
Gewicht 416 g
Auflage 1. Auflage
Originaltitel Bland Fanatics. Liberals, Race, and Empire
Übersetzer Laura Su Bischoff, Michael Bischoff
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397077-7

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Erhellend!
von Sandra Falke aus Berlin am 04.08.2021

Der Sammelband „Freundliche Fanatiker“ vereint siebzehn Essays aus den Jahren 2008 bis 2020, die sich mit sozikulturellen Trends, historischen Umbruchszeiten, den Strukturen von rassistischem und eurozentrischen Denkmustern und zahlreichen anderen Themenkomplexen beschäftigen. Mishras kulturhistorischer Weitblick ist erstaunl... Der Sammelband „Freundliche Fanatiker“ vereint siebzehn Essays aus den Jahren 2008 bis 2020, die sich mit sozikulturellen Trends, historischen Umbruchszeiten, den Strukturen von rassistischem und eurozentrischen Denkmustern und zahlreichen anderen Themenkomplexen beschäftigen. Mishras kulturhistorischer Weitblick ist erstaunlich: der Autor stellt in seinen Auslegungen nicht nur überraschende, scharfsinnige Zusammenhänge zwischen Epochen und Territorien her, die in Lehrbüchern oder konventionellen Denkmustern in den seltensten Fällen im selben Satz vorkommen würden. Ebenso fließen Mishras Essays auf einem zutiefst beeindruckenden literarischen Horizont zusammen, dessen Eckpunkte über scheinbar unerforschte Linien aneinander gebunden werden. Der Autor nimmt auf keiner Seite seines Buches ein Blatt vor den Mund. Doch öffnen die Essays zeitgleich einen didaktischen, konstruktiven Raum zur Erkundung der neuen Kontexte und Perspektiven – um sich selbständig vom ‚provinziellen‘ Erkenntnisstand zu einem aufgeklärten Weltbürger zu entwickeln. Ich füge meiner Leseempfehlung Nachdruck hinzu. Rezensionen zu Neuerscheinungen und Klassikern der Weltliteratur findest Du wöchentlich auf sandrafalke.com – ein Abo lohnt sich!

Heimliche Rassisten
von S.A.W aus Salzburg am 22.04.2021

Der Inder Mishra zerlegt die Märchen von der Überlegenheit des Westens und weist in vielen Details nach, dass die westliche Elite nach wie vor aus versteckten Rassisten besteht. Die Mythen, dass die Engländer Indien die Demokratie und die westliche Technologie gebracht hätten, zerreißt er in der Luft. In Wirklichkeit haben die E... Der Inder Mishra zerlegt die Märchen von der Überlegenheit des Westens und weist in vielen Details nach, dass die westliche Elite nach wie vor aus versteckten Rassisten besteht. Die Mythen, dass die Engländer Indien die Demokratie und die westliche Technologie gebracht hätten, zerreißt er in der Luft. In Wirklichkeit haben die Engländer das Land ausgebeutet und ausgesaugt, indem das indische Handwerk durch ungleiche Handelsbedingungen zerstört wurde. In den Weltkriegen wurden Indien zum Kriegsdienst in Europa verpflichtet, so viele Lebensmittel an die Front transportiert, das in Indien Hungersnöte aubrachen. Die schöne Ideologie von Präsident Wilson vom Selbstbestimmungsrecht galt nur für die Völker Ost- und Mitteleuropas und war ein Mittel, um die alten Kaiserreiche zu zerstören. Die Völker der Kolonien galten weiter als Untermenschen, die von den überlegenen Europäern geführt werden mussten. Das war Rassismus pur und ist es immer noch. Auch die intellektuellen Dünkel der westlichen Wissenschaftler sind rassistisch. Die Universitäten reduzieren das Wissen auf westliche „empirische“ Prämissen und ignorieren dabei alles Wissen, was ihnen nicht in den Kram passt. Nigel Ferguson, ein hochgejubelter Historiker, bedauert zwar, dass die Weltkriege Englands militärische Kraft so geschwächt hätten, dass das Empire nach 1945 zusammenbrach, was zweifellos stimmt und zeigt, wie dumm sich der Imperialist Winston Churchill eigentlich verhalten hat. Dabei übergeht aber Ferguson die revolutionären Gedanken und Bewegungen in den Kolonien, die ab 1900 den Rassismus der Europäer durchschauten und brandmarkten. Pankay weist nach, wie die hochgelobte, „objektive“ Zeitschrift „Economist“ nach wie vor weißen Rassismus propagiert und übersieht, wie die weißen Eliten ein Wirtschaftssystem schaffen und verteidigen, das nur die Taschen der Reichen füllt. Er durchschaut auch die Mythen der angelsächsischen Mächte, die glauben, ihr Neoliberalismus würde die Welt retten und dabei nicht wahrhaben wollen, dass sie in Wirklichkeit Natur und Gemeinwohl zerstören. Im Brexit sieht er ein letztes Aufbäumen der überheblichen britischen Eliten, die von der Rückkehr der glorreichen Vergangenheit träumen und damit Großbritannien in den Untergang führen. Ein Buch voller harter Wahrheit, um so wichtiger ist es, sich damit auseinanderzusetzen. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Diktatur des Geldes“


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