Die Nachtigall singt nicht mehr

Kriminalroman

Die Karl-Wieners-Reihe Band 2

Andreas Götz

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Beschreibung

München 1955. Zwischen Aufschwung, Fortschrittsglauben und neuen Feindbildern geraten drei Menschen ins Visier eines mächtigen Gegners – der zweite Band der 1950er-Jahre-Trilogie um den Journalisten Karl Wieners, seine Nichte Magda und den Privatdetektiv Ludwig Gruber

Im Sommer 1955 arbeitet der Journalist Karl Wieners an einer Reportage über Emigranten in München. Seine Nichte Magda ist als Fotografin dabei und freundet sich mit der jungen Agota aus Litauen an, die Karl merkwürdig vorkommt, ohne dass er sagen könnte, weshalb. Und sie ist nicht die Einzige, die Karl und Magda Rätsel aufgibt.

Zur gleichen Zeit versucht der Privatdetektiv Ludwig Gruber den angeblichen Selbstmord eines Jugendlichen aufzuklären. Doch womit er es wirklich zu tun hat, ahnt er erst, als sich Verbindungen zu Karls und Magdas Recherche ergeben.

Noch bevor sie alle die genauen Zusammenhänge begreifen, geht in einem Schwabinger Postamt eine Paketbombe hoch und tötet zwei Menschen ...

Ursprünglich wollte Andreas Götz seine Kriminalromane in der Nazi-Zeit ansiedeln. Doch bei der Recherche wurde ihm schnell klar, dass sich die 1950er Jahre viel besser eignen. Ein gesellschaftliches Klima von Schuld, Verdrängung und Selbstbetrug, wie es in dieser Zeit herrschte, bringt alle Voraussetzungen mit, die ein fesselnder Roman braucht. Der Handlungsort München hat sich nicht zuletzt deshalb aufgedrängt, weil Andreas Götz ganz in der Nähe als freier Autor lebt und arbeitet und daher Land und Leute gut kennt. Seine Trilogie umfasst die Jahre 1950, 1955 und 1958.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 24.03.2021
Verlag Fischer Scherz
Seitenzahl 448
Maße (L/B/H) 21,3/13,4/4 cm
Gewicht 478 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-651-00075-9

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Spionage, Zeitgeschichte und ein bisschen Liebe
von Sikal am 23.05.2021

München 1955: Seit Karl Wieners vor fünf Jahren nach München zurückgekehrt ist, hat sich in seinem Leben einiges verändert. Er ist ein gefragter Journalist und lebt mit seiner Partnerin und deren Sohn Benno zusammen. Doch was sich nicht verändert hat, ist seine Liebe zu seiner Nichte Magda Blohm. Für einen neuen Auftrag soll... München 1955: Seit Karl Wieners vor fünf Jahren nach München zurückgekehrt ist, hat sich in seinem Leben einiges verändert. Er ist ein gefragter Journalist und lebt mit seiner Partnerin und deren Sohn Benno zusammen. Doch was sich nicht verändert hat, ist seine Liebe zu seiner Nichte Magda Blohm. Für einen neuen Auftrag soll Karl über Spione, Emigranten und Schleuser recherchieren. Als Fotografin soll ihn Magda unterstützen, was für beide eine emotionale Belastung bedeutet. Denn Magdas Ehemann ist ihrem Verhältnis auf den Fersen. Und das ist nicht das einzige Geheimnis, das Blohm umgibt, so hat es den Anschein. Als Karl einen Informanten treffen möchte, wird dieser vor seinen Augen entführt. Wer war dieser Mann und was ist mit ihm geschehen? Ein Geheimnis scheint auch die neue Freundin von Magda zu umgeben – Agota ist die Assistentin von Tomáš Čierny, der plötzlich ein geheimnisvolles Päckchen auf dem Postamt öffnet. In einem zweiten Handlungsstrang lesen wir über den Privatdetektiv Ludwig Gruber, der vom jungen Rudi engagiert wird, um den Hintergründe zum Selbstmord dessen Bruders aufzuklären. Rudi verdächtigt seinen Vater, den älteren Ferdl ermordet zu haben, um das Geheimnis seiner Rückkehr aus dem Krieg zu wahren. Denn dass dieser Fall nur so vor Ungereimtheiten strotzt, ist bald klar. Doch nur langsam kommt Licht ins Dunkel. Plötzlich scheint es auch noch eine Verbindung zur Reportage von Karl und Magda zu geben. Auch der zweite Band der Trilogie rund um Karl-Magda-Ludwig ist wieder sehr komplex. Der Wiederaufbau Deutschlands ist in vollem Gange, Spionage zwischen Ost und West scheint an der Tagesordnung zu sein – noch ist das engstirnige Denken aus den Kriegsjahren nicht vorbei. Wie auch bereits in „Die im Dunkeln sieht man nicht“ lässt der Autor Andreas Götz die Protagonisten in einem Labyrinth aus Rätseln versinken, dass man meint, diese wären nicht mehr zu lösen. Und ist Walter Blohm das zentrale Rädchen, um das sich die ganze Geschichte dreht? Andreas Götz schreibt flüssig, die spannende Handlung fesselt ungemein und man möchte unbedingt dranbleiben, um die Rätsel gelöst zu wissen. Das Ende wirkt vielleicht etwas zu konstruiert und liefert aber zugleich einige Puzzlestückchen für das Finale mit. Man darf gespannt sein, wie der letzte Band der Trilogie enden wird. Für diesen komplexen zweiten Band gibt es von mir 4 Sterne.

Verwirrender Spionagekrimi
von hasirasi2 aus Dresden am 24.03.2021

Vor 5 Jahren hat Georg Borgmann den Journalisten Karl Wieners, seinen alten Schulfreund, nach München zurückgeholt und ihn für seine Zeitschrift „Blitzlicht“ angeworben. Inzwischen ist Karl ein erfolgreicher Schriftsteller, während Georgs Zeitung langsam den Bach runtergeht. In der Hoffnung, es würde die Auflage des Blattes stei... Vor 5 Jahren hat Georg Borgmann den Journalisten Karl Wieners, seinen alten Schulfreund, nach München zurückgeholt und ihn für seine Zeitschrift „Blitzlicht“ angeworben. Inzwischen ist Karl ein erfolgreicher Schriftsteller, während Georgs Zeitung langsam den Bach runtergeht. In der Hoffnung, es würde die Auflage des Blattes steigern, soll Karl eine politische Enthüllungsgeschichte über Emigranten aus dem Ostblock schreiben und herausfinden, welche Rolle der ehemalige Schwarzmarktkönig Walter Blohm, jetzt ein erfolgreicher Bauunternehmer, dabei spielt. Als Fotografin soll Karl seine Nichte Magda wieder mit ins Boot holen. Aber die ist inzwischen Blohms Frau, würde sie wirklich ihren eigenen Mann bespitzeln? Parallel wird Privatdetektiv Ludwig Gruber, ein ehemaliger Polizist und alter Freund von Karl, von einem Jungen engagiert der glaubt, dass sein älterer Bruder von dem Heimkehrer getötet wurde, der sich als sein Vater ausgibt, es aber nicht ist. „Ich will meinen Papa, meinen echten Papa! Können Sie ihn finden?“ (S. 125) „Die Nachtigall singt nicht mehr“ ist nach „Die im Dunkeln sieht man nicht“ der zweite Teil der Trilogie um Karl, Magda und Ludwig. Seit ihren ersten gemeinsamen Ermittlungen hat sich die Lage in München deutlich verbessert. Doch jetzt wird die Angst vor dem Ostblock geschürt, vor dem nächsten Krieg. Immer mehr Emigranten kommen in den Westen und es ist klar, dass auch Spione darunter sein müssen. Einen offiziellen Geheimdienst gibt es noch nicht, aber es geht das Gerücht um, dass die Organisation Gehlen bald in einen solchen umgewandelt werden soll. Vor diesem Hintergrund hat Andreas Götz seine Handlung angesiedelt. Karl und Magda bekommen den Tipp, sich den slowakischen Exilpolitiker Tomáš Čierny genauer anzusehen, der oft mit Blohm zu tun hat. Dabei lernen sie dessen Assistentin Agota kennen, die Karl und Magda gleichermaßen fasziniert. Mir hat bei diesem Teil leider die Spannung gefehlt. Ich fand die politischen Hintergründe und Verwicklungen zum Teil sehr verwirrend und undurchschaubar, die Auflösung des Ganzen am Ende zu konfus und konstruiert, auch wenn das Milieu der (angeblichen) Spione und Emigranten sehr interessant war. Da die zwei parallelen Stränge um Karl und Ludwig augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, hat der dauernde Wechsel zwischen ihnen immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen. Für mich lebte die Handlung vor allem durch die vielschichtigen und oft undurchsichtigen Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten. „Wir haben alle unsere Geheimnisse und müssen manchmal Dinge tun, die wir nicht tun wollen, damit sie auch geheim bleiben.“ (S. 24) Ludwig trauert um seine Frau und muss seine beiden Söhne allein aufziehen. Er wird heftig von den ledigen Frauen in seiner Umgebung umgarnt und weiß gar nicht, wie er sich gegen die Avancen wehren soll. Außerdem hat er ein viel zu großes Herz mit seinen Klienten. „Normalerweise achte ich sehr auf Recht und Gesetz. … Aber in manchen Fällen steht das Recht gegen eine höhere Gerechtigkeit, und wenn die Sache so liegt, dann schlage ich mich auf die Seite der höheren Gerechtigkeit.“ (S. 30) Karl hat seine Frau und die beiden Töchter im Krieg verloren und kann sie einfach nicht vergessen. Er hängt sehr an seiner Nichts Magda, mehr als für beide gut ist und als es deren Mann recht sein dürfte. Außerdem verheimlicht er ihr etwas Essentielles. Magda liebt ihren Mann nicht, aber er bietet ihr ein sorgenfreies Leben und materielle Sicherheit. Das ist mehr, als sie sich je erträumt hat. Dafür arrangiert sie sich mit ihm und lässt ihn in dem Glauben, dass sie ihn ebenfalls liebt. Ihre wahren Gefühle vor ihm zu verbergen gleicht einem Drahtseilakt, sie fühlt sich oft beobachtet. „Sie kam sich vor wie eine Schauspielerin, die zu viele Rollen zugleich spielen musste und immer in der Angst lebte, irgendwann den falschen Text zu sagen, die falsche Regung zu zeigen.“ (S. 76) Walter Blohm ist zwar ein erfolgreicher Bauunternehmer, scheint aber nebenher auch noch andere Geschäfte laufen zu haben, die er vor Magda und allen anderen verheimlicht. „Je weniger du weißt, desto besser für dich. … Wenn ich falle, sollst du nicht mit mir fallen. … Ihr dürft niemals Teil von dem sein, was mich angreifbar macht.“ (S. 57) Besonders spannend fand ich Agota, die Blohm als Freundin für Magda ausgesucht hat, was diese ihr allerdings sofort sagt. Sie ist extrem wandelbar und geheimnisvoll. Mein Fazit: Der Kriminalfall war zwar nicht meins, aber ich mochte die Ermittler und ihre explosiven Beziehungen untereinander sehr und werde auch den Abschluss der Trilogie lesen.


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