Was Männer nie gefragt werden

Ich frage trotzdem mal.

Fränzi Kühne

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Beschreibung

Aufsichtsrätin und Mutter Fränzi Kühne bietet eine überraschende und unterhaltsame Perspektive auf das, was in Sachen Gleichberechtigung immer noch falsch läuft.

»Herr Maas, Sie tragen meist Anzug und Krawatte – das ist Standard in der Politik, oder?« »Mussten Sie sich zwischen Kindern und Ihrem Start-up entscheiden, Herr Zeiler?« Warum klingen diese Fragen seltsam? Weil sie sonst nur Frauen gestellt werden.

Ich habe das am eigenen Leib erfahren, als ich jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands wurde. Aber statt mich zu ärgern, habe ich mir einen Spaß gemacht und den Spieß einfach umgedreht: Jetzt stelle ich Männern all die Fragen, mit denen ich sonst konfrontiert werde. Das Ergebnis hat mich überrascht. Aber lesen Sie selbst…

»Fränzi hat mich eingeschüchtert, verunsichert und beleidigt. Bis ich verstanden habe, dass ihr exakt diese Fragen gestellt wurden. Unfassbar.«

Fynn Kliemann

Fränzi fragt, diese Männer antworten: Jürgen Bornschein, Axel Bosse, Jörg Eigendorf, Rainer Esser, Holger Friedrich, Gregor Gysi, Lars Hellmeyer, Joe Kaeser, Friedrich Kautz, Fynn Kliemann, Frater Rafael Maria Klose, Heiko Maas, Christoph Mönnikes, Julian Otto alias Bausa, Christian Rach, Frank Thelen, Helmut Thoma, Ole von Beust, Jean-Remy von Matt, Frank-Peter Weiß, Peter Wittkamp und Waldemar Zeiler

Bravo, besser kann man der Gesellschaft den Spiegel nicht vorhalten!

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 26.05.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-70582-5
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 21,2/13,5/2,5 cm
Gewicht 337 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 469

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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"Von Männern lässt man sich die Welt erklären, Frauen dagegen müssen beweisen, dass sie die Welt verstanden haben."
von Lidia/ WriteReadPassion aus Sankt Augustin am 06.07.2021

Bewertung: Fränzi versucht für alle Frauen zu sprechen und für sie einzutreten, aber es gelingt ihr im Buch nicht immer. Mich stört hier, dass sie immerzu nur von jungen Frauen spricht. Bis zu welchem Alter ist man denn noch jung? Was ist mit älteren Frauen? Haben die kein Anrecht auf Gleichberechtigung? Ich glaube, das ist nic... Bewertung: Fränzi versucht für alle Frauen zu sprechen und für sie einzutreten, aber es gelingt ihr im Buch nicht immer. Mich stört hier, dass sie immerzu nur von jungen Frauen spricht. Bis zu welchem Alter ist man denn noch jung? Was ist mit älteren Frauen? Haben die kein Anrecht auf Gleichberechtigung? Ich glaube, das ist nicht so gewollt von ihr und sie vertritt ja auch alterstechnisch die junge Frau. Aber hier kommt eben nur der Fokus auf junge Frauen. Vor allem werden die alle gleichgesetzt mit hohem Bildungsstandard und zu hohen Positionen fähig. Aber es gibt eine Vielzahl anderer Frauen, auch junge Frauen, bei denen das nicht so ist und für die das nicht infrage kommt. Bei Fränzi wirkt es eher, als ob nur junge Frauen diese Probleme haben, nicht Frauen allgemein. Ich habe die Sorge, dass dieses Buch den Blick nur auf junge Frauen lenkt und nicht auf das generell strukturelle Problem Frauen allgemein gegenüber. Die Fragen waren größtenteils zu unpersönlich, auch wenn wenige Interviewpartner das anders sahen. Aber wir werden noch ganz andere Fragen gestellt, bei Bewerbungen zum Beispiel: "Haben Sie vor, in den nächsten Jahren Kinder zu bekommen?" Eine der Fragen, die gestellt werden darf, man aber nicht beantworten muss. Aber wie reagiert man da? Man kann sie offen stehen lassen und/oder auf die Privatsphäre hinweisen, aber kein Gesetz gibt uns den Schutz vor Benachteiligung, weil wir diese Frage nicht beantworten, und wenn doch, unbefriedigend für die Arbeitgeber. Dem steht es ja frei, uns doch nicht einzustellen, weil ihm unsere Haltung nicht gefällt. Vor allem beginnt die Benachteiligung ja schon bei der Stellung der Frage. Einen Mann wird so eine Frage nie gestellt. Warum auch? Die Frauen kümmern sich ja um die Kinder. Die Männer können tun und lassen, was sie wollen. In dem Fall Karriere machen. Ich finde, Fränzi hätte da schon ein paar härtere Fragen aufgreifen können. Das habe ich mir auch tatsächlich so vorgestellt. Auch die Darstellung der Männer, nicht nur in den Interviews, ist oft befremdlich. Verantwortung wird vehement abgelehnt und das nicht mal so zaghaft, wie die Männer in diesen Interviews, sondern sehr offensichtlich. Stattdessen werden Ausreden vorgeschoben, um ja nicht an der Verantwortungswurzel gepackt zu werden, wie "Frauen stehen sich selbst im Weg" oder "Frauen müssen einfach nur mehr einfordern". Die Wahrheit jedoch ist, dass das zum größten Teil Blödsinn ist und ablenken soll. Zudem werden Charaktereigenschaften wie hadern mit dem Selbstwertgefühl und den eigenen Fähigkeiten ja gerade durch dieses Männersystem verstärkt. Da reicht es nicht, zu sagen, Frauen müssen mehr einfordern oder selbstbewusster werden. Das eine bedingt das andere: Es braucht auch ein gleichberechtigtes Umfeld, damit Frauen auch mehr aus sich rausholen können und sich etwas zutrauen. Niemand bei Verstand geht selbstbewusst und ohne Angst und Zweifel in eine finstere Dunkelheit, ganz ohne Licht. Da kann man doch auch nicht sagen "glaub einfach an dich selbst". So ein Unsinn. Aber das soll uns ja ablenken von dem wahren Problem und uns selbst die Schuld zuschieben. "Wir Männer können doch nichts dafür!". Und wie Fränzi richtig feststellt, hat fast keiner der Männer wirklich reflektiert, wer den Preis für ihre Karriere bezahlt hat - nämlich ihre Frauen und Kinder. Hier wird schleierhaft gesagt, dass es fast keinen Preis gab, den sie zahlen mussten oder es wurde bloß die Zeit mit den Kindern angegeben, die fehlte und sie etwas reuevoll zurückblicken ließ. Was mit den Frauen ist, die ihre eigenen Selbstverwirklichungen aufgegeben haben, damit ihre Männer ihre ausleben konnten, spielt eben keine Rolle. So sind wir es gewohnt. Das kennen wir nicht anders. Und ich habe auch nichts anderes erwartet. Männer müssen sich selbst solche Fragen ja auch nicht stellen, da sie Frauen immer im Rücken haben. Sie können frei wählen, was sie tun wollen oder nicht. Fazit: Das Buch ist eine gute Ergänzung, schriftlich aufzuzeigen, wie Männer agieren und denken und was ihnen fehlt, um es anders zu machen. Und wie Fränzi schreibt; es gibt immer auch Männer, die sich für Frauen einsetzen, ihre Macht für das Gute nutzen, um Veränderungen heranzuführen. Aber leider sind das Ausnahmen von der Regel. Auch eine logische Schlußfolgerung. Denn wäre es nicht so, würden wir ja mit diesem und den anderen männersystematischen Problemen nicht kämpfen. Veränderung ist möglich, wenn die Männer mit uns Frauen zusammenarbeiten. Dafür müssen sie aber mit ihrem egomanen Verhalten aufhören und anfangen, Verantwortung zu übernehmen und Frauen auch geistig als gleichgestellt ansehen. Denn es sagen zwar fast alle, dass wir das sind, aber es wird schon bei dem, was sie wie aussagen deutlich, dass sie das (dass wir Frauen mit ihnen gleichgestellt sind) nicht wirklich so ernst meinen. Das widerspricht sich! Es ist kein Anklagebuch, eher ein offenes Aufzeigen der Problematik, bei dem mir manchmal die Wut gefehlt hat. Ohne die Wut ändert sich auch auf der Frauenseite nichts. Angemessene Wut ist ein Werkzeug, dass uns aktiv Veränderungen herbeiführen lässt. Und wenn man sich mit dem Männersystem befasst, merkt man die fehlende Wut der Frauen darüber. Man fragt sich: Wo bleibt die Wut über so viel Ungerechtigkeit? Darauf gibt es verschiedene Antworten: Trägheit, Leugnung, Scham, Schuldempfinden, Gewohnheit, Erziehung, "Tradition", fehlendes SELBSTbewusstsein, Hoffnungslosigkeit, Resignation ... ich kenne sie als Frau auch alle. Gekürzte Rezension!

Drehen wir den Spieß einfach mal um...
von einer Kundin/einem Kunden am 05.07.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Fränzi Kühne tut etwas, das sich sonst kaum wer traut. Sie fragt Männer fragen, die eigentlich nur Frauen gefragt werden. Man glaubt gar nicht, wie groß die Kluft zwischen Mann und Frau noch ist, so werden Frauen im Business eher auf Kleidungsstil und Kinderanzahl reduziert, während Männern der Erfolg viel mehr zugetraut wird. F... Fränzi Kühne tut etwas, das sich sonst kaum wer traut. Sie fragt Männer fragen, die eigentlich nur Frauen gefragt werden. Man glaubt gar nicht, wie groß die Kluft zwischen Mann und Frau noch ist, so werden Frauen im Business eher auf Kleidungsstil und Kinderanzahl reduziert, während Männern der Erfolg viel mehr zugetraut wird. Fränzi Kühne lädt Männer zum Gespräch ein, sich mit den selben Fragen auseinander zu setzen. Dies geschieht auf eine humorvolle Art und Weise, aber auch auf eine erschreckende, aufklärende. Man gerät ins Grübeln. Zu mal die Autorin die Karriereleiter selbst bestiegen hat und durchaus was von ihrem Fach versteht. Ein wirklich unterhaltendes und informatives Buch, dass ich nicht nur Frauen ans Herz legen kann.

Die Fragen, die sonst niemand stellt ...
von einer Kundin/einem Kunden am 22.06.2021

Dieses Buch ist gleichzeitig humorvoll sowie auch informativ geschrieben. Fränzi Kühne traut sich, was sonst niemand machen würde. Sie stellt Männern ihren persönlichen Fragebogen, bei dem sie den Männern genau die jeweiligen Interviewfragen stellt, die ihr sonst immer gestellt werden. Dabei stellt sich heraus, dass es für beide... Dieses Buch ist gleichzeitig humorvoll sowie auch informativ geschrieben. Fränzi Kühne traut sich, was sonst niemand machen würde. Sie stellt Männern ihren persönlichen Fragebogen, bei dem sie den Männern genau die jeweiligen Interviewfragen stellt, die ihr sonst immer gestellt werden. Dabei stellt sich heraus, dass es für beide Seiten anfangs etwas merkwürdig ist und die Männerwelt wirklich ganz andere Fragen gestellt bekommt, als Frauen, die interviewt werden. Im ganzen Buch macht sie immer wieder deutlich, dass es sich nicht auf Vorführungen bezieht. Niemand der interviewten sollte sich gezwungen fühlen und es haben sich auch nur ein paar der angeschriebenen, dazu bereit erklärt, dieses Interview zu führen. Da man manche der Interviewten auch kennt, wirkt alles ein wenig persönlicher, was mir sehr gefiel. Ein bestimmter Satz ist mir stark in Erinnerung geblieben, der wie ich finde, auch eine Wahrheit beinhaltet: "Frauen müssen beweisen, dass sie für eine Position qualifiziert sind. Bei Männern scheint das Erreichen der Position schon Beweis genug." Mir war anfangs gar nicht klar, das Frauen beim Interview erst auf die familären Dinge zurückgestuft werden und hinterher erst die richtigen Fragen gestellt zu bekommen. Mittlerweile sollten wir doch so weit sein, um die Gleichheit überall herzustellen, oder nicht? Egal, ob eine Frau oder ein Mann in Führungspositionen ist, beide haben es sich verdient mit ihren Qualifikationen und nicht wegen irgendeiner Quote, die es zu erfüllen galt. Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und sollte von noch mehr Menschen gelesen werden, damit dieses eine Denken endlich beendet wird und alle gleich behandelt werden.


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