Ritchie Girl

Andreas Pflüger

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Beschreibung

Am Schluss stehen wir alle vor uns selbst

Paula Bloom kehrt nach ihrer Ausbildung in Camp Ritchie, Maryland, als amerikanische Besatzungsoffizierin in ein zerstörtes und gebrochenes Deutschland zurück, das sie vor neun Jahren über Nacht verlassen hatte. Als Tochter eines amerikanischen Geschäftsmannes führte sie im Berlin der Nazizeit ein Leben im goldenen Käfig. Ein Leben, das eine Lüge war. Jetzt glaubt Paula, dass sie niemals vergeben kann. Nicht den Deutschen. Und nicht sich selbst.Während in Nürnberg über die Hauptkriegsverbrecher gerichtet wird, arbeitet man in einem Camp der U.S. Army nahe Frankfurt längst wieder mit Nazi-Tätern zusammen. Im Maschinenraum des Kalten Krieges haben Pragmatiker das Sagen, an deren Zynismus Paula verzweifelt. Hier trifft sie auf Johann Kupfer, einen österreichischen Juden, der den Amerikanern seine Dienste anbietet. Er behauptet, der größte Spion des Zweiten Weltkriegs gewesen zu sein. Paula soll herausfinden, ob das die Wahrheit ist. Doch wer die Wahrheit sucht, muss sie auch ertragen.In einem Roman von ungeheurer erzählerischer Wucht schreibt Pflüger über Schuld und Scham, aber auch über Hoffnung und die Kraft der Liebe.

Ungekürzte Lesung mit Laura Maire
8h 25min

Produktdetails

Verkaufsrang 1082
Abo-Fähigkeit Ja
Medium MP3
Family Sharing Ja i
Sprecher Laura Maire
Spieldauer 505 Minuten
Erscheinungsdatum 13.09.2021
Verlag Random House Audio
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783837157642

Kundenbewertungen

Durchschnitt
38 Bewertungen
Übersicht
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Ein lesenswerter Roman, der einen nachhaltigen und beklemmenden Eindruck hinterlässt!
von Gina1627 am 22.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bedrückende Erinnerungen, Schuldgefühle und Wut kommen bei Paula Bloom wieder hoch, als sie neun Jahre nach ihrer Flucht aus Deutschland wieder in ihre frühere Heimat zurückkehrt, in der sie als Tochter eines einflussreichen amerikanischen Geschäftsmannes groß geworden ist und ein Leben in gehobenen Kreisen führen durfte. Der Kr... Bedrückende Erinnerungen, Schuldgefühle und Wut kommen bei Paula Bloom wieder hoch, als sie neun Jahre nach ihrer Flucht aus Deutschland wieder in ihre frühere Heimat zurückkehrt, in der sie als Tochter eines einflussreichen amerikanischen Geschäftsmannes groß geworden ist und ein Leben in gehobenen Kreisen führen durfte. Der Krieg hat seine grausamen Spuren hinterlassen und die Besatzungsmächte haben alle Hände voll zu tun, die Verantwortlichen dafür auszumachen und an den Pranger zu stellen. Im Camp Ritchie, dem Ausbildungslager für den US-Militärgeheimdienst, hat Paula das nötige Handwerk gelernt um sich den Aufgaben zu stellen. Die Verhöre mit dem österreichischen Juden Johann Kupfer, der zu einem der größten Spione des Zweiten Weltkrieges zählte, stellt sie vor unglaubliche Herausforderungen. Immer wieder kommt sie ins Zweifeln, ob er ihr Lügen oder die Wahrheit auftischt. Doch sie hofft auch mehr über das Schicksal von Georg Melzer zu erfahren, der damals kurz eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat und mit dem sie schon lange nicht mehr in Kontakt steht. Auf die Geschichte von “Ritchie Girl” bin ich neugierig geworden, nachdem mich Andreas Pflüger mit seiner Jenny Aaron Thriller-Reihe so begeistert hat. Ich war mir bewusst, dass dieser Roman ein ganz anderes Kaliber ist. Der Klappentext jedoch lässt nicht ganz darauf schließen, dass man so einen beklemmenden, schockierenden und unter die Haut gehenden Lesestoff geboten bekommt, der einen aber aufgrund der Thematik nicht mehr loslässt. Sprach- und wortgewaltig hat der Autor hier einen Roman erschaffen, in dem Fiktion und Geschichte gekonnt miteinander verwoben werden. Andreas Pflüger hat sich schon 30 Jahre lang mit dem Nationalsozialismus und der Shoah beschäftigt und man spürt, wieviel Herzblut von ihm in diesem Buch steckt. Es liest sich nicht ganz so flüssig, da viele Hintergrundinformationen zu Personen, Schauplätzen und Ereignissen auf einen einfließen und zeitliche Gedankensprünge der Charaktere erfolgen, die ein aufmerksames Lesen von einem fordern. Sehr authentisch wurde von ihm eine bedrückende Nachkriegskulisse erschaffen, die man bildlich vor Augen hatte. Das ans Licht bringen und Aufarbeiten der furchtbaren und irrsinnigen Machenschaften hochrangiger NS-Funktionäre macht einen regelrecht sprachlos. Verabscheuungswürdig finde ich es, wenn mit ehemaligen Feinden kooperiert wird und diese Menschen nach all ihren Gräueltaten unbehelligt unter einer neuen Identität weiter ihr Leben fristen können. Eine persönliche Note bringt Paula Bloom mit in die Geschichte hinein, da ihre Schuldgefühle und eine Last, die auf ihren Schultern liegt, einen neugierig auf ihr zurückliegendes Leben machen. Sie und Sam waren mir durch ihre Menschlichkeit sehr sympathisch. Während ihres Auftrages macht Paula die Erfahrung, dass man sich nie sicher sein kann, wer zu den Guten und Bösen gehört und es auch schonmal ein dazwischen gibt. Sogar die Schacherei in den eigenen Reihen macht ihr das Leben schwer. Doch mit Sam, einem Freund aus Camp Richie hat sie einen verlässlichen Menschen an ihrer Seite, der ihr Rückhalt gibt und für sie da ist. Paulas Verhöre mit Kupfer haben mich ungemein gefesselt. Sie glichen einem Schachspiel, bei dem sie sich gegenseitig getäuscht, aus der Reserve gelockt und ausgetrickst haben. Mit Spannung habe ich darauf hin gefiebert, dass sie ihn enttarnen kann. Doch auch er wird zum Spielball zwischen den Besatzungsmächten. Richtig dramatisch und emotional war ihr letztes Gespräch mit ihm, in dem er ihr ein schreckliches Geheimnis enthüllt, dass sie aus der Fassung bringt und bei ihr Tränen fließen lässt. Mit der Offenbarung habe ich nicht gerechnet. Der Wahnsinn damals hatte zu viele Namen. Ich kann Paula nicht verdenken, dass sie nach ihrer Pflichterfüllung ihren Dienst zusammen mit Sam quittiert hat. Fazit: „Ritchie Girl“ ist ein sehr lesenswerter Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich für die deutsche Geschichte und das Thema Holocaust interessiert. Das Nachwort des Autors und die ausführlichen Anmerkungen von Bodo Hechelmann, dem Chefhistoriker des Bundesnachrichtendienstes, haben für mich den Eindruck vom Roman noch einmal unterstrichen.

Überragender Roman, Pflüger zeigt einmal mehr sein Können
von einer Kundin/einem Kunden am 18.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Paula Bloom, die Tochter eines zwielichtigen amerikanischen Geschäftsmannes, der im Berlin der Dreißiger Geschäfte mit den Nazis gemacht hat, verließ das Land 1937 und ging nach Amerika. Als die USA in den zweiten Weltkrieg eintraten, meldete Paula sich zum Women’s Army Corps und wurde dann in Camp Ritchie, Maryland stationiert.... Paula Bloom, die Tochter eines zwielichtigen amerikanischen Geschäftsmannes, der im Berlin der Dreißiger Geschäfte mit den Nazis gemacht hat, verließ das Land 1937 und ging nach Amerika. Als die USA in den zweiten Weltkrieg eintraten, meldete Paula sich zum Women’s Army Corps und wurde dann in Camp Ritchie, Maryland stationiert. Daher auch der Titel des Romans, wobei er eine doppelte Bedeutung hat, denn Paula wurde auch »mit einem goldenen Löffel« im Mund geboren. Nach Ende des Krieges kehrt sie als amerikanische Besatzungsoffizierin nach Deutschland zurück, und es fühlt sich für sie so an wie in dem wunderschönen Gedicht von Andreas Pflüger, das dieser dem Roman vorangestellt hat. Wer seine Leser durch die Augen einer Blinden das Böse sehen lassen kann, wie ein Derwisch zwischen Action, Poesie und Humor tanzt, während er gewaltige Bilder mit Worten malt, muss auch sein vermeintliches Genre irgendwann verlassen. Andreas Pflügers Romane sind Sprachkunstwerke und ebenso lehrreich wie unterhaltsam, eine seltene literarische Mischung. Dass er mit "Ritchie Girl" keinen Thriller liefert, sondern seine Freude an der dunklen Seite des Menschen in ein erschütterndes und historisch exaktes Werk über die Nachkriegszeit in Europa packt, unterstreicht seine Vielseitigkeit. Dringende Leseempfehlung.

Interessantes, wichtiges Thema, aber überhaupt nicht mein Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 15.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der US-Militärgeheimdienst bildete im Camp Ritchie von 1942 bis 1945 tausende Männer und auch Frauen für den Nachrichtendienst aus. Darunter waren viele Deutsche und Österreicher wie z.B. auch Klaus Mann, Hans Habe, Georg Kreisler und Stefan Heym, die vor den Nazis in die USA geflohen waren. Aufgrund ihrer Deutschkenntnisse wurd... Der US-Militärgeheimdienst bildete im Camp Ritchie von 1942 bis 1945 tausende Männer und auch Frauen für den Nachrichtendienst aus. Darunter waren viele Deutsche und Österreicher wie z.B. auch Klaus Mann, Hans Habe, Georg Kreisler und Stefan Heym, die vor den Nazis in die USA geflohen waren. Aufgrund ihrer Deutschkenntnisse wurden sie u.a. für Verhöre von Kriegsgefangenen eingesetzt. Protagonistin Paula Bloom, Tochter einer deutschen Mutter und eines sehr reichen US-amerikanischen Geschäftsmannes, der gute Verbindungen zu den Nazis pflegte, absolviert ebenfalls ihre Ausbildung dort und ist erst einmal für die Zensur der Feldpost zuständig. Schon bald bekommt sie erste Aufträge als Dolmetscherin bei Verhören.  Nach Kriegsende wird sie in ein Camp bei Frankfurt a.M. geschickt. Dort soll sie unter anderem herausfinden, ob Johann Kupfer, der der USA seine Dienste anbietet, tatsächlich der bekannte Spion „Sieben“ ist, für den er sich ausgibt. Während die Nürnberger Prozesse laufen, ist man im Camp vor allem auch damit beschäftig, einflussreiche Nazis zu schützen, wenn man sie für die eigenen Zwecke gut gebrauchen kann. „Ritchie Girl“ ist eine Mischung aus Fakt und Fiktion. Persönliche Verstrickungen und Verstrickungen großer Firmen mit den Nazis, historische Fakten, militärische Operationen, Massenhinrichtungen und weitere Kriegsverbrechen sowie der Umgang der Überlebenden damit, Täter, Opfer und die Grauzone dazwischen sind alles Themen, die im Roman zu finden sind. Es geht um Doppelmoral, durch den Krieg zerstörte Familien und die Frage, wem man eigentlich noch vertrauen kann. Die unvorstellbaren Grausamkeiten des Krieges werden einmal mehr vor Augen geführt, ebenso wie die bittere Tatsache, dass viele Kriegsverbrecher unbehelligt davonkommen konnten - und das, obwohl bekannt war, was sie getan hatten. Gut fängt der Roman auch das damals gängige Frauenbild ein: Frauen sollen vor allem adrett aussehen und den Mann dadurch erfreuen. Paula hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, weil sie sich als berufstätige Frau, zumal beim Militär, gegen das traditionelle Frauenbild stellt. Glücklicherweise ist einer ihrer Stärken Schlagfertigkeit, so dass es ihr meist gelingt, anmaßende Männer in ihre Schranken zu weisen.  All das wäre mehr als genug für einen spannenden und auch historisch äußerst interessanten Roman. Doch leider konnte ich mit der Umsetzung nichts anfangen. Für mich waren es zu viele Fakten, zu viel Namedropping (Albert Einstein, Charlie Chaplin, Otto Dix, Marlene Dietrich, Graham Green und viele mehr) werden einfach mal so eingestreut, ohne wirklich bedeutsam für die Geschichte zu sein. Meine Gedanken schweiften beim Lesen ständig ab, es war mir zu viel Personal ohne Tiefe, zu viel stichwortartige Information, die ich oft gar nicht richtig einordnen konnte. Die Dialoge haben mich gelangweilt in ihrem sehr gleichförmigen Ton. Auch den Protagonisten fehlte es an Substanz. Ich hatte kein lebendiges Bild vor Augen, eher eine blasse Skizze. Ich habe das Eintauchen in eine mir fremde Welt und einen Spannungsbogen vermisst. Sehr schade, dass mich der Roman mit diesem wichtigen Thema nicht berühren konnte.


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