Tod oder Taufe - Die Kreuzfahrer am Rhein

Historischer Roman

Jakob Matthiessen

(5)
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Beschreibung

Mainz, im Jahre 1096. Ein mächtiges Kreuzfahrerheer steht vor den Toren der Stadt und fordert Einlass. Aufgehetzt von dem fanatischen Priester Rotkutte, wollen die Krieger die jüdische Gemeinde auslöschen. Wer nicht seinen Glauben verrät - ein undenkbares Sakrileg für jeden Juden - soll sterben. Rabbi Chaim und Domdekan Raimund, in ihrem Glauben einander freundschaftlich zugetan, suchen in der belagerten Stadt nach einem Weg, Blutvergießen zu verhindern. In Rotkutte steht ihnen jedoch ein Meister der Intrige gegenüber ...

Produktdetails

Verkaufsrang 30145
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 04.08.2021
Verlag Gmeiner Verlag
Seitenzahl 636 (Printausgabe)
Dateigröße 2580 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783839269923

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Ein Stück deutsche Geschichte, wunderbar als Roman umgesetzt
von einer Kundin/einem Kunden aus Pfalzgrafenweiler am 11.09.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Bei dem Begriff Kreuzzüge entstehen im Kopf Bilder, in denen Heerscharen berittener Kämpfer in den Nahen Osten zogen, um in blutigen Schlachten ihre religiösen und politischen Überzeugungen durchzusetzen. Doch auch in Deutschland tobten diese Glaubenskriege. In seinem Debütroman nimmt uns der Autor Jakob Matthiessen mit in die S... Bei dem Begriff Kreuzzüge entstehen im Kopf Bilder, in denen Heerscharen berittener Kämpfer in den Nahen Osten zogen, um in blutigen Schlachten ihre religiösen und politischen Überzeugungen durchzusetzen. Doch auch in Deutschland tobten diese Glaubenskriege. In seinem Debütroman nimmt uns der Autor Jakob Matthiessen mit in die Stadt Mainz, deren jüdische Bevölkerung im Mai 1076 den schrecklichen Angriffen der „Unbeschnittenen“ ausgesetzt wurde. Der kleinen jüdischen Glaubensgemeinschaft blieb letztendlich nur die Wahl zwischen „Tod oder Taufe“. Ich möchte Jakob Matthiessen ein großes Kompliment für seine akribische Recherche aussprechen. Fünf Jahre lang arbeitet er an seinem ersten Werk. Herausgekommen ist ein über 600 Seiten langer Roman, der historisch belegte Fakten und Zeitzeugen so in eine fiktive Geschichte einbindet, dass sie beim Leser absolut glaubwürdig ankommt. Ich hatte jedenfalls keinen Zweifel an der „Echtheit“ der Geschichte, auch wenn mein Unterbewusstsein registrierte, dass die meisten Protagonisten der Feder von Matthiessen entstammten. Diesen Spagat muss man erst einmal schaffen und dem Autor ist dies hervorragend gelungen. Wer Hochspannung oder ausartend beschriebene Kampfszenen erwartet, ist bei „Tod oder Taufe“ vielleicht ans falsche Buch geraten, auch wenn die Angriffe, Plünderungen und Tötungen sehr detailreich beschrieben wurden. Nein, das Buch beleuchtet vielmehr das Innere seiner Akteure. Welche inneren Kämpfe sie ausfechten müssen. Welchem Druck sie ausgesetzt sind. Wie schnell sich das Leben verändern kann. Wie Glaube und religiöse Überzeugungen, den Weg, den man einschlägt, prägen. Wie wichtig Freundschaften und Vertrauen sind. Da gibt es den Rabbi Chaim, dessen Herz für das jüdische Bibelstudium schlägt und der verzweifelt einen Ausweg sucht, um sein Volk zu retten. Doch die Juden sind zwiegespalten und Rabbi Mosche hat mindestens ebenso viel Einfluss auf seine Schäfchen. Wem werden sie nachfolgen? Oder Domdekan Raimund, der eine innige Freundschaft mit Chaim pflegt. Er muss sich entscheiden. Kann er den Juden helfen, ohne dass er seinen sicheren Platz im Himmel, seine Erlösung nach dem Tod, verliert? Der Bauernjunge Peter, der sich als unbezwingbarer Kreuzritter in Jerusalem sieht, aber bereits in Mainz hart auf dem Boden der Tatsachen landet. Wird er als strahlender Held heimkehren? Das christliche Volk, das nur einen charismatischen Redner benötigt, um aus unbescholtenen Bürgern, Mörder, Vergewaltiger und Diebe zu machen. Diese Liste lässt sich noch um viele weitere Personen erweitern. Ich habe neben der historischen Geschichte, die vielen Dialoge, die unzähligen Auslegungen der heiligen Schriften, die hilfreichen Gebete und Rituale geliebt, kann mir aber vorstellen, dass sie manchen Leser überfordern werden. Man wird jedenfalls in eine vergangene Zeit hineingenommen, in denen die Religion, Judentum und Christentum, noch ein fester Bestandteil des täglichen Lebens war. Diverse Handlungen kann man erst nachvollziehen, wenn man den Sinn dahinter erkennt. Und diese Erklärungen lieferte Matthiessen bravourös. Vielen Dank, für die historische Reise nach Mainz, die mir ein Stück, leider sehr dunkle deutsche Geschichte nahebrachte und mir zeigte, dass der Antisemitismus bereits im Mittelalter ein abscheuliches und nicht entschuldbares Verbrechen darstellte. Aber das Buch zeigt auch vorbildlich, wie Völkerverständigung und Toleranz unterschiedlicher Glaubensrichtungen funktionieren kann und er spricht damit auch in der heutigen Zeit ein sehr aktuelles Thema an. Meinerseits gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ich möchte das Buch mit 5 Sternen bewerten. Ich freue mich bereits jetzt auf weitere Werke von Herrn Matthiessen.

Wichtige Aufarbeitung einer fast vergessenen Grausamkeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 06.09.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mainz, 1096: Während Rabbi Chaim und Domdekan Raimund trotz aller Glaubensunterschiede freundschaftlich miteinander verbunden sind, droht von außen eine große Gefahr für die Mainzer Juden. Vor den Toren der Stadt stehen die Kreuzfahrer, angeführt von Emicho von Flonheim und dem charismatischen Priester Rotkutte. Ihr Ziel: die Au... Mainz, 1096: Während Rabbi Chaim und Domdekan Raimund trotz aller Glaubensunterschiede freundschaftlich miteinander verbunden sind, droht von außen eine große Gefahr für die Mainzer Juden. Vor den Toren der Stadt stehen die Kreuzfahrer, angeführt von Emicho von Flonheim und dem charismatischen Priester Rotkutte. Ihr Ziel: die Auslöschung des jüdischen Glaubens. Nach dem gewaltsamen Eindringen in die Stadt scheint sich für die bedrohte jüdische Minderheit nur noch eine Frage zu stellen: Tod oder Taufe? "Tod oder Taufe - Die Kreuzfahrer am Rhein" ist der Debütroman von Jakob Matthiessen. Es ist ein historischer Roman fast epischen Ausmaßes, deren Handlung sich auf etwa 600 Seiten erstreckt. Die eigentliche Handlung untermalt der Autor mit einem bemerkenswert ausführlichen und informativen Nachwort, nach dessen Lektüre man nicht nur die Motive der einzelnen Figuren und die historischen Hintergründe besser versteht, sondern auch die persönlichen Beweggründe des Autors wunderbar nachvollziehen kann. Ohnehin wirkt "Tod oder Taufe" nicht wie ein Debütroman. Matthiessen schreibt federleicht und doch mit großer Ernsthaftigkeit. Man spürt auf jeder Seite die Empathie für seine Figuren, der Autor verurteilt deren zahlreiche Fehler nicht, sondern zeigt sich verständnisvoll. Ein Gefühl, das sich mit wenigen Ausnahmen auf mich übertrug. Besonders gut gelingt es ihm bei der Figur "Peter", einem Bauernjungen, der sich von Rotkutte blenden lässt und voller Euphorie an den Kreuzzügen teilnehmen möchte. Doch nach und nach werden Peters Zweifel immer größer, während die Gewaltbereitschaft der Kreuzfahrer ins Unermessliche wächst. Peter, irgendwo an der Grenze zwischen Kind und Jugendlichem, war die Figur, mit der ich von Beginn an mitfieberte, litt und mich freute, wenn ihr etwas gelang. Die anderen Protagonisten, Chaim und Raimund, entwickeln erst mit fortschreitender Romandauer eine ähnliche Tiefe und wuchsen mir dann aber mehr und mehr ans Herz. Die erste Hälfte des Romans, die sich auf die vier Tage vor dem furchtbaren Überfall beschränkt, ist für mich der eindeutig stärkste Teil dieses Buches. Matthiessen bereichert die eigentliche Handlung immer wieder mit der Verwendung von Originalzitaten, die nie deplatziert wirken, sondern sich hervorragend in das Geschehen fügen. Das ist, auch sprachlich, ein Hochgenuss. Ganz nebenbei erhält man auf unterhaltsame und fundierte Weise zudem einen reichhaltigen Überblick über das jüdische Leben im Hochmittelalter mit all seinen Vorzügen und Nachteilen. Matthiessen widmet seinen Roman "all denjenigen, die sich für die Stärkung des jüdischen Lebens in Europa einsetzen." Und genau das macht der Autor selbst ganz vorzüglich. Er verhindert, dass ein Pogrom wie der in Mainz 1096 in Vergessenheit gerät und bringt seine Leser:innen zu einer Reflexion im Hinblick auf den Nationalsozialismus und den gegenwärtig wieder aufkommenden Antisemitismus. Allein das kann gar nicht hoch genug bewertet werden und macht "Tod oder Taufe" zu einem äußerst lesenswerten Roman. Leider kann die zweite Hälfte des Buches die hohe Qualität in meinen Augen nicht ganz halten. Das liegt vor allem daran, dass sich der eigentliche Tag des Pogroms und dessen Vorbereitungen auf fast 250 Seiten ausdehnen, die sich durchaus kürzer hätten gestalten lassen, ohne an Intensität zu verlieren. Fast quälend empfand ich in diesem Zusammenhang die wirklich drastische Darstellung der Gewalt, die ich in diesem Ausmaß nach der ersten Hälfte und dem Tonfall des Romans so nicht erwartet hätte. Da rollen Köpfe, bohren sich Pfeile in die Hinterköpfe von Jugendlichen und da wird - besonders grausam - eine Kindstötung äußerst detailliert beschrieben. Hier musste ich den Roman stellenweise beiseite legen und hätte mir gewünscht, dass der Autor stärker mit Andeutungen gearbeitet und das Grauen der Imagination seiner Leser:innen überlassen hätte. Im letzten Kapitel kehrt der Autor glücklicherweise zur Erzählform der ersten Hälfte des Buches zurück und hinterließ so nicht nur bei mir ein Gefühl der Versöhnung, sondern kümmert sich auch darum, dass es seinen Hauptfiguren nicht allzu schlecht ergeht. Insgesamt ist "Tod oder Taufe" ein wichtiges und authentisches Buch, das für die Leser:innen gleichermaßen berührend, spannend, unterhaltend und lehrreich sein sollte. Gerade für die zweite Hälfte benötigt man aber durchaus starke Nerven.

Gleichzeitig spannend und informativ
von Frau Lesenswert am 29.08.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mit diesem Buch habe ich mich nach langer Zeit wieder einmal an einen historischen Roman gewagt und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil - ich war sofort im Bann der Handlung und hatte gleich von Beginn an eine Verbindung zu den Protagonisten, denen noch gefährliche Situationen bevorsfanden. Ich habe mit ihnen mitgefiebert u... Mit diesem Buch habe ich mich nach langer Zeit wieder einmal an einen historischen Roman gewagt und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil - ich war sofort im Bann der Handlung und hatte gleich von Beginn an eine Verbindung zu den Protagonisten, denen noch gefährliche Situationen bevorsfanden. Ich habe mit ihnen mitgefiebert und bin in die Atmosphäre der Stadt Mainz im Jahr 1096 eingetaucht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Handlung an sich sehr spannend. Christliche Kreuzfahrer, die nach Jerusalem ziehen wollen, machen vor den Toren von Mainz halt, um auch diese Stadt, in der Juden und Christen friedlich nebeneinander leben, in ihrem fanatischen Wahn zu "befreien". Es ist bemerkenswert, dass es sich hierbei um den ersten Roman des Autors handelt. Die historischen Begebenheiten und die religiösen Texte waren gelungen in den Roman eingebaut und eine große Bereicherung, da sie der Handlung sehr viel Tiefe verleihen. Ich bin voll des Lobes für dieses Buch - es ist absolut lesenswert!

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