DAFUQ

Kira Jarmysch

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Beschreibung


Zehn Tage Auszeit könnten Anja Romanova gerade recht sein, um ein paar Dinge in ihrem achtundzwanzigjähren Leben mit sich zu klären. Etwa ein verwirrendes Dreiecksverhältnis oder ihren missglückten Berufsstart im russischen Außenministerium mit seinen trinkfesten Zynikern. Nur verbringt Anja diese Zeit unfreiwillig mit fünf anderen jungen Frauen: Da ist Maja, die in «Brust- und Po-Tuning» investiert, um reichen Männern zu gefallen, Natascha, die das echte Straflager kennt, oder Irka, die die Alimente für ihre Tochter nicht gezahlt hat. Sie sind zusammen im Moskauer Gefängnis, wegen Ordnungswidrigkeiten. Anja selbst verbüßt eine zehntägige Strafe, weil sie zu einer Demonstration gegen Regierungskorruption aufgerufen hat. Sechs Leben prallen aufeinander, explosiv und oft sehr komisch, in denen sich das heutige Russland spiegelt: Armut und Reichtum, Freiheitsgeist und Putin-Gläubigkeit, traditionelle Rollen und fluide Identitäten – die eine träumt von Buchweizen, die andere vermisst Bali. Und in alldem wird Anja einen Entschluss fassen.

Zornig und sanft, böse und lustig erzählt Kira Jarmysch davon, wie eine Frau in einer zerrissenen Gesellschaft zu sich findet, erzählt von Willkür und Repression, Freiheit und Aufbruch – mit der Kraft und Wucht einer neuen Generation, der trotz allem die Zukunft gehört.

Produktdetails

Verkaufsrang 1720
Abo-Fähigkeit Ja
Medium MP3
Family Sharing Ja i
Sprecher Jana Kozewa
Spieldauer 813 Minuten
Erscheinungsdatum 14.09.2021
Verlag Argon Digital
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Originaltitel The Curious Events in Women's Cell #3
Übersetzer Olaf Kühl
Sprache Deutsch
EAN 9783732457205

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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Mehr erwartet
von einer Kundin/einem Kunden am 22.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

DAFUQ erzählt die Geschichte von Anja, die wegen der Teilnahme an einer Demonstration für zehn Tage im Arrest landet. Zusammen mit sechs anderen Frauen wird sie in eine Zelle verfrachtet. Nach und nach lernen wir zusammen mit Anja die verschiedenen Frauen und ihre Schicksale kennen. Die verschiedenen Schicksale sind auf jede... DAFUQ erzählt die Geschichte von Anja, die wegen der Teilnahme an einer Demonstration für zehn Tage im Arrest landet. Zusammen mit sechs anderen Frauen wird sie in eine Zelle verfrachtet. Nach und nach lernen wir zusammen mit Anja die verschiedenen Frauen und ihre Schicksale kennen. Die verschiedenen Schicksale sind auf jeden Fall spannend und es ist sehr interessant, die einzelnen Lebensumstände zu erfahren. Insbesondere Anjas Leben wird in Rückblenden nocheinmal detailierter erzählt. Das ist zwar ganz nett, aber gleichzeitig wurde ich dadurch immer wieder aus der eigentlichen Geschichte gerissen. Für mich waren diese Abschnitte bedeutend weniger interessant als die Handlung in der Zelle und ich war jedesmal froh, wenn wieder ein Abschnitt geschafft war. Gegen Ende verschlechtert sich Anjas psychischer Zustand, was natürlich zu erwarten war. Dargestellt wird das Ganze allerdings indem auf Mythologie zurückgegriffen wird und die Grenezen zwischen Realität und Vorstellung zu verschwimmen scheinen. Das mag als Kunstgriff vielleicht gelungen sein, mich als Leser hat es aber eher gestört. Ganz allgemein hatte ich erwartet, noch mehr Eindrücke in die russische Polititk zu erhalten und hätte gedacht, noch mehr Einblicke in die russische Gesellschaft zu bekommen, die ich bisher nicht hatte. DAFUQ war für mich eine nette Lektüre, aber leider nicht der Mindblower, den ich erwartet hatte.

Eintönig
von einer Kundin/einem Kunden aus Düsseldorf am 22.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Roman "DAFUQ" hat mich interessiert weniger aufgrund des beschriebenen Inhalts, sondern mehr wegen der Hintergrundgeschichte der Autorin und den Pressestimmen, unter anderem von Alexej Nawalny. Ich dachte: Hier lerne ich was über die aktuelle Situation in Russland. Und ja, das habe ich in gewisser Weise auch getan, aber lang... Der Roman "DAFUQ" hat mich interessiert weniger aufgrund des beschriebenen Inhalts, sondern mehr wegen der Hintergrundgeschichte der Autorin und den Pressestimmen, unter anderem von Alexej Nawalny. Ich dachte: Hier lerne ich was über die aktuelle Situation in Russland. Und ja, das habe ich in gewisser Weise auch getan, aber lange nicht so intensiv, wie ich dachte. Denn der Roman umfasst die zehn Tage, die die Hauptperson Anja im russischen Arrest verbringen muss, weil sie auf einer nicht angemeldeten Demo war. In ihrer Zelle trifft sie andere Frauen, die aus verschiedensten Gründen ein paar Tage im Arrest verbringen müssen. Erzählt wird dann vom eintönigen Alltag, gespickt mit Erinnerungsszenen von Anjas Vergangenheit. Während ich den eintönigen Alltag und die Gespräche zwischen den Zellengenossinnen noch interessant fand, hat mich alles andere eher abgeschreckt. Das liegt hauptsächlich an der Sprache bzw. dem Schreibstil. Der ist recht eintönig, wodurch auch vermeintlich interessante Szenen zu einem grauen Brei verschwimmen. Es wird berichtet anstatt erzählt und Anja ist unglaublich nüchtern und oberflächlich, wenn sie sich an ihre Vergangenheit erinnert. Das konnte mich leider nicht überzeugen.

Cell Block Tango
von einer Kundin/einem Kunden aus Rostock am 21.09.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Kennen Sie das Musical „Chicago“? Bestimmt. Spätestens seit der 2002 Neuverfilmung mit Catherine Zeta Jones. The Cell Block Tango. Der Song, in dem die sechs Verbrecherinnen sich vorstellen und ihre jeweiligen Untaten beichten? In so eine Situation führt uns der Roman „Dafuq“ von Kira Jarmysch. „Dafuq“ ist die Gangsta slangartig... Kennen Sie das Musical „Chicago“? Bestimmt. Spätestens seit der 2002 Neuverfilmung mit Catherine Zeta Jones. The Cell Block Tango. Der Song, in dem die sechs Verbrecherinnen sich vorstellen und ihre jeweiligen Untaten beichten? In so eine Situation führt uns der Roman „Dafuq“ von Kira Jarmysch. „Dafuq“ ist die Gangsta slangartig verkürzte Form von Kurzform what, why oder where the fuck. Die Emotion dahinter kann sich jeder selbst denken. So wie in der Zelle in Chicago beschreibt Kira Jarmysch den Alltag in einer russischen, einer Moskauer Gefängniszelle. Es ist ihr Romandebut, eigentlich ist Jarmysch seit 2014 bekannt als Sprecherin des Oppositionellen Aleksej Nawalny. Auch sie wurde bereits verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Ohne es wirklich zu wissen, könnten wir also biographische Verwandtschaften zwischen der Autorin und ihrer Protagonistin vermuten. Anja Romanova ist eine 28-jährige Studentin, die bei einer nicht genehmigten Demonstration festgenommen und prompt zu zehn Tagen Arrest verurteilt wird. Nicht Gefängnis, nicht Lager – Arrest. Sie findet sich in einer Sechs-Frau-Zelle wieder, drei Doppelstockbetten, in und auf denen sich das bunte Kaleidoskop der Moskauer Gesellschaft eingefunden hat – ein russischer Cell Block Tango beginnt. Zwischen unruhigen Nächten, herausfordernden Mahlzeiten, verabreicht von einem ebenso herausfordernden Küchenteam, Alpträumen besetzt mit Hexen und Messern, Handyausgabezeiten und den so genannten „Hofgängen“ lernt das lesende Publikum die Zellenbesatzung kennen. Maja, Irka, Katja, Natascha und Diana. Die eine komplett irr und schwer tablettensüchtig, die andere aus der Moskauer High Society mit mehr künstlichen als natürlichen Körperteilen. Dazwischen Anja, der als einzige ein „politisches Delikt“ auf dem Zettel hat. Harter Tobak sind die anderen fünf Frauen für sie. Fremd ist sie für ihre Mithäftlinge. Eine Demonstration, ungenehmigt und dafür zehn Tage Arrest? Das geht Katja nicht in den Kopf. Sprachlich ist „Dafuq“ kein Meister(innen)werk, aber das lag wohl auch nicht im Fokus der Autorin. Nah an den Charakteren modelliert sie das Idiom passend zur sozialen Herkunft der Figuren. Das ist sehr, sehr unterhaltsam. Und bedrohlich. Denn das Bild, das sich auf diesem Wege von der russischen Gegenwartsgesellschaft formt, lässt den oder die demokratisch gebildeten und erzogenen Mitteleuropäer:in erschauern. Druck, Gängelei, Korruption, gelenkte Staatsmedien, Willkür, und Gewalt kurz, die ganze „Putinokratie“, schlicht nicht vorstellbar in unserem Land. In den zehn Tagen „auf Zelle“ hat Anja viel Zeit zum Nachdenken, Zeit, sich zu erinnern. Coming of Age eben. An Kindheit und Jugend. An das Dorf, in dem sie groß geworden ist, an die Mutter. An die erste Verliebtheit, an die Zeit an der Uni, aber auch an das Ritzen an Handgelenken und Armen mit den Rasierklingen, um sich zu spüren. An wilde Partys und ihre langsame Politisierung (Pardon, diese Alliteration musste einfach sein.) Das ist manchmal etwas langwierig, erweist sich aber mehr und mehr als aufschlussreich und spannend. Aber, für mich als Leserin wäre dieser Text alles nichts ohne Maja, Irka, Katja, Natascha und Diana.


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  • DAFUQ

    DAFUQ (Ungekürzt)