Die Wütenden und die Schuldigen

John Düffel

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Beschreibung

Erzählen vom veränderten Leben

März 2020: Ein protestantischer Pfarrer in der Uckermark, der dem Tod ins Auge blickt. Eine Anästhesistin der Charité, die mit einem Rabbi zusammen in Quarantäne gerät. Ein Kunststudent, der heillos in seine Professorin verliebt ist und in eine Welt der Betäubung abdriftet. Und Selma, die Enkelin, Tochter und Schwester der Genannten, die diese Familie irgendwie zusammenhalten soll – keine leichte Aufgabe in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln, in denen Distanz zur Tugend wird und Nähe zum Problem.
Die vier auseinandergerissenen Familien-mitglieder sind weniger durch Ähnlichkeit miteinander verbunden als durch eine gemeinsame Leerstelle: Holger, Pfarrerssohn, Ex-Mann und Vater der Protagonisten befindet sich nach einem Suizidversuch in einer Klinik und ist nunmehr so gut wie unerreichbar. Für jede der Figuren bedeutet er eine Lücke, einen Phantomschmerz der anderen Art. Doch Holger ist nicht der einzige Ab-wesende, der im Leben der Familienmitglieder viel präsenter ist, als sie es wahrhaben wollen. Die Verschwundenen – Lebende wie Tote – und die Wut- und Schuldgeschichten, die zu ihnen führen, kommen immer mehr zum Vorschein in dieser extremen, brennglasartigen Zeit.

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, lebte zeitweise in Irland und den USA, er promovierte 23-jährig über Erkenntnistheorie und war danach als Theater- und Filmkritiker, als Schauspieldramaturg und Übersetzer tätig. Er ist einer der meistgespielten jungen deutschen Theaterautoren der letzten Jahre. 2006 erhielt John von Düffel den Nicolas Born-Preis des Landes Niedersachsen für sein literarisches Werk.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher John Düffel
Spieldauer 599 Minuten
Altersempfehlung ab 12 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 16.07.2021
Verlag DuMont Buchverlag
Format & Qualität MP3, 598 Minuten, 423.72 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783832160227

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Viel poetisches Geschwurbel
von Ruthild Maria Görschen aus Potsdam am 29.07.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, diesen Wütenden-und-Schuldigen-Roman hätte ich ohne Gewinn samt Rezi-Verpflichtung nicht zu Ende gelesen. Zwar wird das Thema Corona belletristisch thematisiert, wie ich es mir gewünscht hatte und dagegen ist nichts einzuwenden. Der literarische Blick auf unsinnige Maßnahmen wird hin und wie... Wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, diesen Wütenden-und-Schuldigen-Roman hätte ich ohne Gewinn samt Rezi-Verpflichtung nicht zu Ende gelesen. Zwar wird das Thema Corona belletristisch thematisiert, wie ich es mir gewünscht hatte und dagegen ist nichts einzuwenden. Der literarische Blick auf unsinnige Maßnahmen wird hin und wieder geschickt eingeflochten. Umarmt wird sich nur, wenn keiner zuguckt und corona-gläubige alte Frauen mit Maulkorb schnaufen auf der Straße. Zitat S. 282 dazu: „Kathi sah hinüber auf die andere Straßenseite zu einer gebeugten, alten Frau, die sich mit ihrem Gehwagen zentimeterweise voranmühte und immer wieder stehen blieb, um hinter ihrer Maske nach Luft zu schnappen.“ Quarantäne wird auch nicht sonderlich ernst genommen, bleibt hinter privaten Interessen (berechtigt) auf der Strecke. Aber nun zum Stammbaum und Inhalt. Richard, Ex-Pastor und Großvater stirbt vor sich hin. Seine Tochter Maria hat zwei Kinder: Selma und Jakob. Die Kinder sind von Holger, den Maria nicht mehr wollte und der versucht hat, sich umzubringen. Richard, Maria und Jakob kommen dem Leser durchaus näher, Selma dagegen bleibt blass und Holger sowieso. Dafür kommen Nebenfiguren ins Licht: Kathi, Marias Freundin, und der Rabbi, bei dem Maria die Quarantäne absitzt. Aber es gibt noch eine überaus gelungene tierische Hauptfigur: Das ist Morpheus, der Kater, der fast der einzige Grund ist, der dies Buch lesenswert macht. Das geht wahrhaft ans Herz und allein Morpheus und seine tierische Vorgängerin hätten einen eigenen Roman verdient. Das sind die Menschen fast Nebensache. Ach ja, der Tierarzt, der ist auch klasse. Fazit: Es fehlt der rote Faden, der aus dieser Aneinanderreihung von Episoden einen Roman gemacht hätte. Sicher nur für eingefleischte John-von-Düffel-Fans geeignet, wozu ich definitiv nicht gehöre und nie gehören werde. Spannend war’s auch nicht. Zwei Sterne.

Und dann auch noch Corona
von einer Kundin/einem Kunden aus Lichtenstein am 26.07.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine brandenburgische Familie, bestehend aus drei Generationen erwachsener Menschen, gerät bei all ihren Problemen, die es jetzt schon miteinander gibt, auch noch in den Strudel der Pandemie. Lockdown, Quarantäne- und was nun? Ein Grund oder Anlass mehr, sich wieder mehr miteinander zu beschäftigen. Einer von ihnen, der Gro... Eine brandenburgische Familie, bestehend aus drei Generationen erwachsener Menschen, gerät bei all ihren Problemen, die es jetzt schon miteinander gibt, auch noch in den Strudel der Pandemie. Lockdown, Quarantäne- und was nun? Ein Grund oder Anlass mehr, sich wieder mehr miteinander zu beschäftigen. Einer von ihnen, der Großvater und damit das älteste Familienmitglied, wird sich krankheitsbedingt sowieso bald vom verbleibenden Rest seiner kleinen Familie verabschieden. Zeit, das Vergangene noch einmal zu überdenken, sich doch mehr umeinander zu kümmern, sich auch mal aufeinander einzulassen. Sehr schöne, kultivierte, geschliffene Sprache und interessante Denkanstöße, wie ich finde.

Die Wut der Überlebenden
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 22.07.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es ist die Geschichte einer Familie, die während der Pandemie erzählt wird, diese allerdings nicht im Vordergrund steht, sondern durch einige Anmerkungen erwähnt wird. Maria, eine Anästhesistin, muss in Quarantäne, dann will sich auch noch ihr Sohn, der von seiner Freundin vor die Tür gesetzt wurde, bei ihr einziehen. So flücht... Es ist die Geschichte einer Familie, die während der Pandemie erzählt wird, diese allerdings nicht im Vordergrund steht, sondern durch einige Anmerkungen erwähnt wird. Maria, eine Anästhesistin, muss in Quarantäne, dann will sich auch noch ihr Sohn, der von seiner Freundin vor die Tür gesetzt wurde, bei ihr einziehen. So flüchtet sie zu dem Rabbi über ihr, der einen Wasserschaden verursacht hatte. Ihre Tochter Selma hatte einst ihren Vater nach seinem Suizidversuch aufgefunden, der seitdem in einer psychiatrischen Klinik weilte. Jetzt begab sie sich mit der Freundin ihrer Mutter, eine Palliativmedizinerin, zum Großvater Richard, der an Krebs erkrankt war. Der Großvater, ein evangelischer Pfarrer begann mit seinem Gott zu hadern. Seine Frau verstarb bei der Geburt seines Sohnes, dabei wollte er doch beide am Leben wissen. Sein Sohn Holger entglitt ihm immer mehr. Jetzt war er nicht erreichbar, und ein Abschied sagen war nicht möglich. Es ist eine ungewöhnliche Familie, jeder mit seinen Dämonen kämpfend, ein langer, aber entscheidender Weg, bis jeder seine Wut überwunden hat. Die einzelnen Personen werden meiner Meinung nach gut beschrieben, wobei ich nicht sagen könnte, wer mich besonders erreicht hätte. "Den Toten haben wir nichts zu vergeben. Es geht immer um die Lebenden, um Vergebung für uns, die wir am Leben sind." Das Buch ist in drei Teilen unterteilt. Einzelne Kapitel werden stets durch eine andere Person sichtbar, was sich am Ende zu einem greifbaren Bild fügt. Jedoch geht zum Schluss die Faszination bei mir etwas verloren, ich hatte den Eindruck der Autor würde sich hier etwas verzetteln. Dennoch konnte er mich durch seine sehr ansprechenden Sprache begeistern, die einen angenehmen Lesefluss erzeugte. Eigentlich würde ich 3,5 Sterne vergeben, die zu wohlwollende 4 geworden sind.

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