Das unklassische Bild

Von Tizian bis Constable und Turner

Werner Busch

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Beschreibung


Seit der Renaissance und bis ins 19. Jahrhundert beanspruchte das sogenannte klassische Bild seine Vorrangstellung. Es sollte Ideen zum Ausdruck bringen, die letztlich immateriell waren. Ebenfalls seit der Renaissance gab es jedoch eine zweite Tradition, die sich an der sinnlichen Erscheinung der Dinge orientierte. Werner Busch stellt diese Geschichte des unklassischen Bildes zum ersten Mal zusammenhängend dar.

Während beim klassischen Bild die Linie dominiert, ist das unklassische von der Farbe beherrscht. Sucht das klassische Bild seine Vollendung, so ist das unklassische prinzipiell unabschließbar. Erzählt das klassische Bild oft eine Geschichte, die von einem Text (etwa der Bibel) vorgegeben ist, so beruft sich das unklassische Bild auf die Natur und ihre Phänomene. Nachdem die Renaissance das klassische Bild definiert hatte, wurde es über Jahrhunderte von den mächtigen Akademien und unzähligen Traktaten gepredigt. Das unklassische Bild hingegen fand nie vergleichbare öffentliche Fürsprecher. Dabei hat es die abendländische Kunst seit Tizian begleitet, in Caravaggio und Rembrandt, in Constable und Turner prominente Protagonisten gefunden und in der Druckgraphik zu wichtigen Innovationen geführt. Mit seiner Gegengeschichte der neuzeitlichen Kunst macht Werner Busch sichtbar, welche Möglichkeiten eine Kunst abseits der offiziellen Doktrin hatte und wie sie die Kunst der Moderne vorbereitete.

Werner Busch, geboren 1944, ist nach einer Professur an der Universität Bochum seit 1988 Lehrstuhlinhaber am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin. Veröffentlichungen zur niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, besonders aber zur englischen und deutschen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 16.03.2009
Verlag C.H.Beck
Seitenzahl 341
Maße (L/B/H) 24,5/18/2,6 cm
Gewicht 988 g
Auflage 1
Reihe Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-58246-2

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  • Vorwort




    Prolog     

    Das "Museum Britannicum".

    Wie die Natur zur Kunst wird

    1.
    Kapitel

    Die Erfindung des Clairobscurholzschnittes.

    Ugo da Carpi nach Tizian, Raphael und Parmigianino

    2. Kapitel

    Der hässliche Sebastian. Tizians Bilderdialog

    3. Kapitel

    Die Möglichkeiten der nicht-fixierenden Linie.

    Von Tizian bis Seurat

    4. Kapitel

    Erscheinung statt Erzählung. Tizians Dianenbilder

    5. Kapitel

    "Houding". Rembrandts Farbaufbau

    6. Kapitel

    Rembrandts späte Zeichnungen mit der Rohrfeder

    7. Kapitel

    Newtons Schatten auf Joseph Wright of Derbys

    "Tischplanetarium"

    8. Kapitel

    Joseph Priestleys Optik in Newtons Bahnen

    und die Darstellung des Regenbogens.

    Die naturwissenschaftliche Entdeckung der tonalen Abstufung

    9. Kapitel

    Turner und Constable als künstlerische Antipoden.

    Zur Topik des Klassischen und des Unklassischen

    10. Kapitel

    John Constables Wolkenstudium und das

    "chiaroscuro of nature"

    11. Kapitel

    Constables Himmel – Objektivität und Subjektivität in eins ?

    12. Kapitel

    Ruskin und Turner. Von der Wahrheit des Himmels und der Wolken

    13. Kapitel

    Alles Unvollständige ist der Zeitlichkeit unterworfen.

    Zur Dialektik von Ölskizze und naturwissenschaftlicher

    Erkenntnis in den Überlegungen von Valenciennes und Ruskin

    14. Kapitel

    Druckgraphische Eroberungen. Zur Differenzierung

    des Sehens im 18. und 19. Jahrhundert

    Epilog

    Das Ende der Antithese "klassisch – unklassisch"

    und die Freisetzung des Malerischen

    Anmerkungen

    Drucknachweise

    Bibliographie

    Bildnachweis

    Personenregister