Das Feuchte und das Schmutzige

Kleine Linguistik der vulgären Sprache

Beck'sche Reihe Band 6038

Hans-Martin Gauger

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Beschreibung


Es geht in diesem Buch um Sexualität im Sprachvergleich, genauer: um Sexuelles und Fäkalisches beim groben Sprechen. Wenn wir Deutschen schimpfen, beleidigen, fluchen und überhaupt vulgär werden, verwenden wir normalerweise Ausdrücke, die sich auf Exkrementelles beziehen, während unsere Nachbarsprachen zu diesem Zweck fast immer ins Sexuelle gehen. Gibt es Gründe für diesen deutschen Sonderweg? Anhand einer überwältigenden Fülle an Beispielen aus über einem Dutzend Sprachen widmet sich Hans-Martin Gauger dem Thema mit Witz und Scharfsinn. Der Leser wird gut unterhalten, erfährt viel Wissenswertes über Europas Sprachen - und darüber, wie man sprachlich korrekt plurilingual beleidigt und flucht.

Hans-Martin Gauger, emeritierter Ordinarius für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Freiburg, ist einer der renommiertesten deutschen Sprachwissenschaftler.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 17.09.2012
Verlag C.H.Beck
Seitenzahl 283
Maße (L/B/H) 21,6/14,1/2,2 cm
Gewicht 366 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-62989-1

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  • 1. Zidane und Materazzi

    2. Zwei Hinweise

    3. Erste Annäherung: französisch baiser


    4. Einschub: Das Handgelenk der Madame Arnoux

    5. Baiser ‹faire l’amour›

    6. Baiser ‹betrügen›

    7. Noch ein französisches Beispiel: foutre


    8. Italienisch fottere und spanisch
    joder


    9. Nur was jeder und jede kennt

    10. Einschub: Etymologie. Außerdem: die Wichtigkeit des Sprachbewusstseins

    11. Ein interessantes Wort: obszön


    12. Cicero: "Was nicht verwerflich ist, wenn man es im Verborgenen tut, ist
    schmutzig, wenn man darüber redet", "est
    obscenum dicere"

    13. Ein witziges Wort des Nuntius Roncalli

    14. Ein "Sonderweg" des Deutschen – und die übliche Entsprechung:
    Fuck
    off! / Verpiss dich!


    15. Beide sind wichtig: die Gemeinsamkeiten der Sprachen und die
    Unterschiede zwischen ihnen

    16. Was man mit Scheiße alles machen kann

    17. Und mit den Wörtern um Scheiße herum

    18. Der deutsche Mittelfinger

    19. Das ferne Holland (‹Ich fühl mich hodig
    !›) und das nähere Schweden (‹Ein Satanstag!›)

    20. Mit Karacho – ein starkes Wort aus Spanien

    21. Englisch – die "Sechs Großen" und einige Kleinere dazu

    22. Französisch – "Le père Barrault
    est un con"

    23. Italienisch – ‹È una fi cata!›

    24. Spanisch – ‹¡Una cosa
    cojonuda!›

    25. Katalanisch – ‹Estic molt
    fotut›

    26. Portugiesisch – ‹Vai pra caralho!›

    27. Rumänisch – ‹Seid mösig!› (und ‹Sächsisch›:
    Aursch
    , Drak, Mäst)

    28. Ungarisch – Der Pferdeschwanz

    29. Russisch – als ‹Muttersprache›

    30. Kroatisch – ‹So ist das halt!›

    31. Türkisch – ‹Anan? sikerim›

    32. Einschub: Das lateinische Wort obscenum
    – die Analyse im ‹alten Georges› und die Ähnlichkeit des Lateinischen mit dem
    Deutschen in diesem Fall

    33. Frankreich – ein Mischland

    34. Was genau liegt insgesamt vor?

    35. Die räumliche Ausnahme im Deutschen

    36. Der südwestdeutsche Seckel


    37. Die zeitliche Ausnahme im Deutschen: Einbrüche (oder
    Normalisierung) bei der Jugend

    38. Hierzu einiges Literarische

    49. Der feine Herr und – "Affenschwanz!!"

    49. "Potz Fickerment!"

    49. Der Herr Seehahn und seine "innere Schärfe"

    49. Sartres Großmutter im Elsass – zum Begriff des Skatologischen

    49. Flaubert: "Vorwärts, vorwärts!" Eine lange Fahrt in einer Kutsche. Oder "la
    baisade dans le fi
    acre"

    49. Goethe: "Walpurgisnacht" – und der "Walpurgissack"

    39. Junge Männer – Eine versteckte Anwesenheit von Sexuellem im Deutschen

    40. Einschub: Rhetorik – Was ist das eigentlich?

    41. Junge Männer (Fortsetzung)

    42. Sprachkritischer Einschub: Eine seltsame Lücke im Deutschen – Junge,
    Bube


    43. Literarischer Einschub: Die Rückgabe eines besonderen Stifts auf dem
    "Zauberberg"

    44. Junge Männer (Fortsetzung)

    45. Einschub: Eine besondere Art von Etymologie. Außerdem: Freuds wichtige
    Unterscheidung zwischen Bewusstem, Unbewusstem und Vorbewusstem

    46. Junge Männer (Schluss)

    47. Frauenbilder

    48. Einschub: Shakespeare – ein gewagter Vers: "Doch da sie dich für Frauenlust
    gerüstet …", "But since
    she pricked thee
    out for women’s
    pleasure…"

    49. Sprache und Sexualität

    49. Was ist Sexualität?

    49. Biologische Grundlage der Sprache

    49. Stärke des Sexuellen und die Wörter für ‹Liebe›

    49. Noch einmal: Zum Obszönen

    49. Ist das sexuell gemeint?

    49. Über das Bezeichnen – allgemein und speziell hier

    49. Eine Männerwelt

    49. Ein deutschsprachiger "Sonderweg"

    49. Das Gesäß

    49. Reden über Sexuelles

    49. Schimpfwörter weltweit (nach Reinhold Arnan) –
    und im Deutschen

    49. Woher der deutschsprachige Sonderfall?

    49. Wie ist der deutschsprachige Sonderfall zu bewerten?

    49. Ein ungerechtes, aber ökonomisches ‹Arbeitsprinzip› des Deutschen und
    vieler anderer Sprachen

    49. Anmerkungen

    49. Wortregister