Eva Rieger wurde in Großbritannien geboren und zog als Zwölfjährige nach Deutschland. Sie studierte Schulmusik, Musikwissenschaft und Anglistik an der Hochschule für Musik, der Technischen Universität und der Freien Universität Berlin. Sie lebt in Liechtenstein und war bis 2000 Professorin für Musikwissenschaft (Schwerpunkt Sozialgeschichte der Musik) an der Universität Bremen. Beschäftigt hat sie sich als Wissenschaftlerin mit Friedenserziehung, Musikerziehung, Filmmusik und vor allem mit dem Themenkreis "Frau und Musik". Sie hat zahlreiche Bücher im Bereich der musikalischen Geschlechter- und Genderforschung verfasst und herausgegeben.
Kann Musik sprechen? Welche Rolle spielt der Körper beim Musikhören? Diese Fragen wären vor 50 Jahren als absurd abgetan worden, heute sind sie aktuell. Eva Rieger zeigt in ihrer Studie, wie die Frauenbewegung 1976 auf der Suche nach einer Identität und einer Geschichte entstand, und wie die Frau in einer von Männerinteressen überzogenen bürgerlichen Musikkultur festgeschrieben wurde: ob als böse Wahnsinnige oder Repräsentantin der Liebe - von der Sonatensatzform bis hin zum heutigen Spielfilm.
Neben der Schilderung der frauenbezogenen Musikforschung von 1976 an enthält das Buch Kapitel mit Film- und Opernanalysen, über militärische Musik und die Auflösung der Geschlechterrollen. Es geht in der Studie um die Macht eines Geschlechts über das andere; neben berechtigter Kritik bietet die Autorin eine Aufklärung über den Stand des heutigen Musiklebens, wobei sie Vorschläge für die Zukunft formuliert.