Kaiser Maximilian I. (* 1459, † 1519), der geborene Erzherzog Maximilian von Österreich, war einer der schillerndsten und mächtigsten Fürsten seiner Zeit, der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Als Renaissancefürst förderte er die Künste und wusste die Künstler selbst zu seinen Propagandazwecken einzusetzen, denn nichts mehrt den Nachruhm mehr als ein glorreiches Bild der eigenen Person in der medialen Öffentlichkeit.
Maximilian I. (1459-1519) ist "Held Theuerdank". Die Geschichte - in frühneuhochdeutscher Sprache - handelt von einer stark allegorisierten Form menschlichen Verhaltens. Theuerdank wird von "drei Erzlastern" in allerlei Gefahren und Hinterhalte gelockt. Die Hauptmänner "Fürwittig (Übermut), Unfallo (Vermessenheit) und Neidelhart (Neid)", schützen die "drei Pässe", durch die Theuerdank reisen muss, um zu Königin Ehrenreich zu gelangen. Unterwegs wird der Held immer wieder zu gefährlichen Jagden und Abenteuern zu Land und Wasser verführt. Besteht er alle? Die begehrte Königin Ehrenreich war in der Realität Maximilians erste Frau, Maria von Burgund. Der Anfang des Buches entspricht ihrer prekären Lage in den Niederlanden nach dem Tod ihres Vaters Herzog Karl des Kühnen (der sogenannte König Romreich) im Jahr 1477. Bevor Theuerdank bei seiner geliebten Gemahlin sein kann, muss er noch mehr Kämpfer besiegen. Alle Abenteuer entsprechen jeweils einem tatsächlichen Erlebnis Maximilians. Und so sind alle diese Geschichtchen desto wunderbarer.