Paul Gleirscher, Leiter der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte am Landesmuseum für Kärnten und Dozent für Urgeschichte an der Universität Wien, ist auf archäologische Erforschung des Ostalpenraumes spezialisiert. Er ist Korrespondiertes Mitglied des Deutschen Archäologischen Institutes, des Italienischen Instituts für Ur- und Frühgeschichte sowie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste und ist stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates des Südtiroler Archäologiemuseums in Bozen.
Noreia, wo lag die untergegangene keltische Stadt in den Ostalpen, das Atlantis der Berge? Der jüngste Lokalisierungsversuch führt aus archäologischer Sicht zu Gracarca-Siedlung am Klopeiner See. Doch ist die Noreia-Frage vielschichtiger. Was weiß man zur vorrömischen Gottheit Noreia, die einem Stamm und seiner Hauptstadt den Namen gab? Wie ist deren Weiterleben in römischer Zeit zu verstehen? Und was ist zur römischen Straßenstation Noreia zu sagen, die in einer antiken "Landkarte" aufscheint: Wo lag sie und in welchem Verhältnis steht sie zur keltischen Stadt Noreia? Das vorliegende Buch versucht, auf diese vier Fragen auf Grundlage der aktuellen Forschungsergebnisse Antworten zu geben.