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Samuel Butler

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Erewhon

Erewhon, erstmals 1872 anonym erschienen, ist eine der scharfsinnigsten utopisch-satirischen Erzählungen des viktorianischen Zeitalters. Der Reisende Higgs entdeckt jenseits eines Gebirgspasses ein scheinbar wohlgeordnetes Gemeinwesen, dessen Institutionen die Werte Europas spiegelverkehrt entlarven: Krankheit gilt als Verbrechen, moralisches Versagen als behandelbare Schwäche, Maschinen werden aus Furcht vor ihrer Evolution verbannt. Butlers nüchterne Reiseprosa verbindet Abenteuerbericht, philosophischen Dialog und soziale Parodie; im Kontext von Swift, Darwin und der zeitgenössischen Religionskritik wird Erewhon zu einem Experiment über Fortschritt, Konvention und die Fragwürdigkeit zivilisatorischer Gewissheiten. Samuel Butler (1835-1902), Sohn eines anglikanischen Geistlichen, studierte in Cambridge, lebte mehrere Jahre als Schafzüchter in Neuseeland und wandte sich später Literatur, Malerei, Musik und Evolutionsdebatten zu. Seine Distanz zu kirchlicher Orthodoxie, seine Kenntnis kolonialer Grenzerfahrungen und seine ambivalente Auseinandersetzung mit Darwin prägten diesen Roman. In Erewhon verwandelt er persönliche Rebellion gegen Erziehung, Dogma und bürgerliche Selbstzufriedenheit in eine präzise intellektuelle Satire. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die klassische Science-Fiction nicht als Technikphantasie, sondern als kritische Methode verstehen. Erewhon ist zugleich komisch, beunruhigend und erstaunlich modern: Es fragt, wie Gesellschaften Normalität produzieren, Schuld verteilen und ihre eigenen Widersprüche verschleiern. Wer Freude an gedanklicher Provokation, eleganter Ironie und literarischen Vorläufern moderner Dystopien hat, findet hier einen unverzichtbaren Text.
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Buch (Taschenbuch)

11,30€

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