Werner Oechslin, geboren 1944, studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Mathematik in Zürich und Rom, lehrte am MIT, an der TU Berlin, in Bonn, in Harvard und an der ETH Zürich, wo er von 1986 bis 2006 das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur leitete. Seine Bibliothek hat er 1998 zum öffentlichen Nutzen in eine Stiftung überführt; sie befindet sich in Einsiedeln, wo Werner Oechslin heute wohnt.
Ernst Gisel (geb. 1922) ist eine herausragende Persönlichkeit der Schweizer Architektur. Seine seit Mitte der 1940er Jahren realisierten Bauten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und im Fürstentum Liechtenstein setzten stets gewichtige neue Akzente und befruchteten den architektonischen Diskurs weit über die Schweiz hinaus. In seiner mehr als sechs Jahrzehnte dauernden Entwurfs- und Bautätigkeit hat sich Ernst Gisel nie an dogmatischen Programmen, theoretischen Überbauten oder flüchtigen Moden orientiert. Trotzdem gehörten seine wichtigen Bauten jeweils zu den markantesten Lösungen aktueller Bauaufgaben und wurden dementsprechend breit rezipiert. Dies gilt für seinen ersten grossen Wurf, das Parktheater in Grenchen, ebenso wie für seine paradigmatischen Wohn-, Schul- und Sakralbauten. Losgelöst von althergebrachten Typologien zeugen sie von einer umfassenden, ganzheitlichen Annäherung an die jeweilige Problemstellung, von Sensibilität bezüglich städtebaulicher und topografischer Gegebenheiten und von einer hohen plastischen Kraft. Ernst Gisel ist seit 1968 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Die 1993 im gta Verlag herausgegebene Monografie ist seit langem vergriffen. Die überarbeitete, ergänzte und aktualisierte Neuauflage bietet Gelegenheit, Aspekte wie Innenraumgestaltung, Malerei und Zeichnung, die bei der Erstauflage nur gestreift wurden, vertieft darzustellen.