Meine letzte RezensionDie Natur ist kein Parteimitgliedvon Harald Lesch
Harald Lesch ist wahrlich nicht zu beneiden. War es in friedlicheren Jahren schon schwer, zu Politikern mit den Themen Klima und Umwelt durchzudringen, ist in Zeiten von Ukrainekrieg und Wirtschaftsflaute das Interesse gefühlt am Nullpunkt angelangt. "Was interessiert mich der blöde Klimawandel, wenn mir die Wähler wegen des Benzinpreises die Hölle heiß machen?", denkt sich bestimmt der eine oder andere Verantwortungsträger in Berlin. Doch hält das den renommierten Professor aus München davon ab, seit Jahren unermüdlich für das Klima zu kämpfen, zu erklären, zu streiten und jedem mit Schwung auf die Füße zu treten, der Klima-Bullshit von sich gibt, sei das nun ein beliebiger Promi oder ein Regierungsmitglied? Unter der Prämisse, dass es der Natur vollkommen egal ist, ob und wann Wahlen stattfinden oder ob Umweltpolitik gerade "in" oder "out" ist, erklärt "Die Natur ist kein Parteimitglied" - zum xt-en Male, will man sagen - wie das mit der Umwelt und der Energie auf unserem Planeten funktioniert und was das mit Politik zu tun hat. Zusammen mit seinem Co-Autor Axel Kleidon tritt Lesch Leugnern und Populisten mit beinharter Klarheit und Sachverstand entgegen und räumt mit Märchen und technologischen Träumereien auf. Dabei kann der passionierte Wissenschaftler der Versuchung nicht widerstehen, ein bisschen tiefer in die Materie einzusteigen, was dem Lesefluss nicht gerade zuträglich ist. Trotzdem bietet das Buch in komprimierter Form die wissenschaftlichen Grundlagen zur Klimakrise die jeder - Leser und Politiker gleichermaßen - verinnerlichen sollte. Ein wichtiges Buch und garantiert nicht Leschs letztes zu diesem Thema - gut so!