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Nicolai Horsch Buchhandlung: OSIANDER Bietigheim
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Meine letzte Rezension Brennender Fels von N. K. Jemisin
Es passiert nicht jeden Tag, dass der zweite Teil eines gefeierten und prämierten ersten Bandes vergleichbare Lorbeeren einstreicht oder seinen Vorgänger sogar überflügelt. So könnte man auf den Gedanken kommen, dass der Hype Fans und Kritikern zugleich den Kopf verdreht hat. Doch N.K. Jemisins "Brennender Fels" hat sich die Anerkennung redlich verdient. Die Orogene Essun auf der Suche nach ihrer Tochter zu begleiten und quasi nebenbei zu erleben, wie sie die Geheimnisse einer dem Untergang geweihten Welt zu entschlüsseln versucht, das ist große Endzeit-Fantasy, in der es erstaunlich viel zu entdecken gibt. Die Autorin versteht es glänzend, mit den Geheimnissen ihrer Welt und ihrer Figuren sparsam umzugehen, so dass die Spannung nie zu sehr abfällt und den Leser gefesselt hält. Zugegeben, Jemisins Stil ist nichts, was man so nebenbei "wegfuttert" - man muss dranbleiben, um nicht verwirrt aus der Kurve zu fliegen - aber für Liebhaber ansprechender Fantasy dürfte das keine große Herausforderung sein.
ab 14,99 €
Produktbild Brennender Fels
5/5
  • Nicolai Horsch
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Brennender Fels

Es passiert nicht jeden Tag, dass der zweite Teil eines gefeierten und prämierten ersten Bandes vergleichbare Lorbeeren einstreicht oder seinen Vorgänger sogar überflügelt. So könnte man auf den Gedanken kommen, dass der Hype Fans und Kritikern zugleich den Kopf verdreht hat. Doch N.K. Jemisins "Brennender Fels" hat sich die Anerkennung redlich verdient. Die Orogene Essun auf der Suche nach ihrer Tochter zu begleiten und quasi nebenbei zu erleben, wie sie die Geheimnisse einer dem Untergang geweihten Welt zu entschlüsseln versucht, das ist große Endzeit-Fantasy, in der es erstaunlich viel zu entdecken gibt. Die Autorin versteht es glänzend, mit den Geheimnissen ihrer Welt und ihrer Figuren sparsam umzugehen, so dass die Spannung nie zu sehr abfällt und den Leser gefesselt hält. Zugegeben, Jemisins Stil ist nichts, was man so nebenbei "wegfuttert" - man muss dranbleiben, um nicht verwirrt aus der Kurve zu fliegen - aber für Liebhaber ansprechender Fantasy dürfte das keine große Herausforderung sein.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Das große Spiel
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    Das große Spiel

    Eine Taucherin, ein Techmilliardär, ein Pädagoge und eine Ureinwohnerin treffen sich auf einer Insel. Was wie ein Witz klingt, ist das Rückgrad der großartigen Erzählung "Das große Spiel" des Pulitzer-Preisträgers Richard Powers. Lose verknüpft durch die Memoiren des alternden Techmoguls begleiten wir das Schicksal dieser vier Menschen, die nicht wissen, dass eine Sache sie alle verbindet: die Liebe zu den Ozeanen dieser Welt und zu den Lebewesen, die sich darin tummeln. Dabei zeigt sich "Das große Spiel" als der literarische Beweis für eine bekannte Lebensweisheit: "der Weg ist das Ziel". Es geht hier nicht um eine straffe Handlung, die gradlinig auf einen emotionalen Höhepunkt hinsteuert. Wir erleben die Protagonisten auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Bestimmung und wie die Meere und ihre Bewohner sie nachhaltig prägen. Schicksalshafte Begegnungen und alles verändernde Entscheidungen wechseln sich ab mit Beschreibungen, die dem Leser das unbekannte Universum unter Wasser in atemberaubender Schönheit und Farbenpracht vor Augen hält. Powers Erzählung ist von nachdenklicher Tiefe und beeindruckender Wortgewalt, ein Buch, welches den Leser fordert, ihn aber auch reich beschenkt.

  • Produktbild Bis in alle Endlichkeit
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    5/5

    Bis in alle Endlichkeit

    Er hat Generationen von Lesern und Zuschauern begeistert und tut es immer noch: der "hardboiled detective", ein kettenrauchender, übellauniger Privatdetektiv mit Alkoholproblem, meistens mit Trenchcoat, Hut und Revolver. Durchaus bereit, das Recht zu biegen und zu brechen um an Informationen zu kommen, und wenn die eine oder andere Nase dabei zu Bruch geht, dann ist das eben so. James Kestrel zelebriert mit "Bis in alle Endlichkeit" ein großartiges Revival dieser Sorte Ermittler und präsentiert mit seiner Hauptfigur Lee Crowe die Version 2024 des Trenchcoatmannes - ganz ohne Trenchcoat, dafür mit Drone und Internet. Der Thriller braucht nur wenige Seiten, um seine Sogwirkung zu entfalten und schnell findet sich der erfahrene Leser mitten in einem perfiden Ratespiel wieder, welches vor Volten und falschen Finten nur so strotzt und seine ganze Tragweite erst am Ende offenbart. Der Stil ist erfrischend flüssig und sprachlich ansprechend, der schwarze Humor wunderbar subtil und Lee Crowe einfach nur eine coole Socke. Für Krimi- und Thrillerfans, die auch ohne Hektoliter Blut und Innereien auskommen.

  • Produktbild Paradise One
    • Nicolai Horsch
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    5/5

    Paradise One

    Eine Ermittlerin, die es vermasselt hat, ein Pilot, den keiner will und ein Arzt, der den Verstand verliert. Nicht gerade die Creme de la Creme, die zur fernen Kolonie Paradise One geschickt wird, um nach dem Rechten zu sehen. Oder etwa doch...? David Wellingtons Version des Sci-Fi-Klassikers um einen Untersuchungs- oder Rettungseinsatz im fernen Weltall bietet wirklich das volle Programm: Spannung, Action, Mystery und eine Portion Horror on top sind bester Nervenkitzel und lassen die stattlichen 848 Seiten vergehen wie im Flug. Dazu ein äußerst rätselhaftes Geschehen, überraschende Volten und Charaktere, die nur scheibchenweise preisgeben, was es wirklich mit ihnen auf sich hat. Ein würdiger Vertreter des Grauens im unbekannten Weltraum!

  • Produktbild Lyneham
    • Nicolai Horsch
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    5/5

    Lyneham

    Wenn es den Beweis gebraucht hätte, dass das Science-Fiction-Genre schon sehr lange über die Welt der farbigen Lichtschwerter und der (im Vakuum??) lärmenden Raumschlachten hinausgewachsen ist, dann hätte ihn der deutsche Autor Nils Westerboer längst erbracht. Verstehen Sie mich nicht falsch: die Science Fiction muss schon seit Jahrzehnten niemandem mehr etwas beweisen, sei es in Dingen der literarischen Komplexität, der philosophischen Tiefe oder der emotionalen Vielschichtigkeit. Das wollte ich nur noch einmal betont haben. Aber zurück zu "Lyneham". Wir erleben die neue Heimat des kläglichen Restes der Menschheit, der die finale Klimakatastrophe überlebt hat, den fernen Mond Prem, durch die Augen des jungen Henry, frisch gelandet mit seinem Vater und seinen Geschwistern. Die vom Autor erschaffene außergewöhnlich fremdartig und faszinierende Welt stellt Henry ab dem ersten Tag vor existenzielle Fragen: Wer hat hier das Sagen? Wie funktioniert die Gesellschaft? Dürfen wir die Luft für uns atembar machen, wenn wir dadurch die einheimischen Tiere und Pflanzen zerstören? Dürfen wir Menschen sterben lassen, damit wir es bequemer haben? Und allem voran: was gibt es zu essen und wo ist Mama? Niels Westerboer lädt uns ein, gemeinsam mit seinem Protagonisten das fantastisch Fremde zu erleben, Rätsel zu lösen, Geheimnisse zu lüften und uns unbequemen Fragen zu stellen, die die Menschheit immer begleiten werden, egal wie weit sie reist und neu anfängt. Ein spannender Science-Fiction-Roman, der reichlich Futter fürs Hirn bietet und durch die Aktualität vieler Themen besticht.

  • Produktbild Schmerz
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    Schmerz

    Die eine hat nicht alle Tassen im Schrank, der andere einen Mafioso als Schwiegervater: Dora und Rado sind nicht gerade das Dreamteam der Kripo Reykjavik und plötzlich auch noch Partner quasi wider Willen. Aber manchmal braucht es eben zwei Außenseiter mit ungewöhnlichen Methoden, um einen Fall zu knacken, für den sich keiner mehr interessiert. Jon Atli Jonasson bietet in "Schmerz" ein exotisches, vielschichtiges Ermittlerduo und ein lebendiges Bild der sich verändernden isländischen Gesellschaft. Persönliche Schicksale wechseln sich mit puzzlehafter Ermittlungsarbeit und nervenaufreibender Spannung ab. Das Ende lässt einige Fragen offen und den Leser leicht unbefriedigt zurück, bietet somit aber auch viel Potenzial für weitere Bände des Ermittlerduos. Ein gelungener Start, der Lust auf mehr macht.

  • Produktbild Ein ungezähmtes Tier
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    Ein ungezähmtes Tier

    Als ich meiner Kollegin erzählte, dass ich den neuen Dicker lesen würde, kam spontan der Spruch: "Ach ja, der soll endlich mal wieder gut sein!" In der Tat hat nicht jedes Buch des Schweizer Bestsellerautors, der 2012 mit "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" einen Welterfolg landete, immer restlos überzeugt. Sogar der Vorwurf, Joel Dicker würde "aufgeplusterte Trivialromane" schreiben, wurde laut. Zum Glück sind wir bei "Ein ungezähmtes Tier" weit von solchen vermeintlichen Qualitätsmängeln entfernt. Der Roman um zwei Ehepaare, ihre persönlichen Geheimnisse und einen Juwelenraub, liest sich ausgesprochen flüssig und motiviert den Leser ungehemmt dazu, noch ein weiteres Kapitel zu lesen. Dabei führt der Autor den Leser in bester "whodunnit"-Maier genüsslich an der Nase herum. "Ein ungezähmtes Tier" ist ein schlankes, intelligentes Lesevergnügen, welches den Vorwurf, trivial zu sein, definitiv nicht fürchten muss.

  • Produktbild HEN NA E - Seltsame Bilder
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    HEN NA E - Seltsame Bilder

    Gehören Sie zu den Lesern, die selten ihre Lese-Konfortzone verlassen und es gerne... sagen wir mal "vertraut" haben? Oder sind Sie experimentierfreudig und feiern Autoren, die sich wirklich trauen, die Konventionen ihres Genres zu sprengen? Wenn Sie sich in Kategorie 2 wiederfinden, empfehle ich Ihnen unbedingt Uketsus "Seltsame Bilder". Der Roman des mysteriösen japanischen Autors, dessen Identität unbekannt ist, vereint Aspekte des Bilderrätsels, des Puzzles und des Kriminalromans zu einer einzigartigen Leseerfahrung. Uketsu lädt den Leser wie kein zweiter dazu ein, sich den mysteriösen Bildern zu widmen und in die Welt der rätselhaften Morde einzutauchen. Dabei jagt einem das unbekannte, im Hintergrund lauernde Grauen menschlicher Abgründe regelmäßig eine Gänsehaut über den Rücken. Aber Vorsicht: "Seltsame Bilder" ist nichts für Leser, die den Kopf ausschalten und einfach "irgendetwas runterlesen" wollen. Wer nicht einigermaßen konzentriert dranbleibt, versteht bald gar nichts mehr. Für alle anderen: viel Spaß beim Rätseln!

  • Produktbild In einem Zug
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    In einem Zug

    Was Daniel Glattauer uns "in einem Zug" auftischt ist ist nicht gerade eine Seltenheit in der literarischen Landschaft. Kammerspiele, die sich um die Liebe drehen, gibt es vielleicht nicht wie Sand am Meer, aber doch einige. Was Glattauers Buch gegenüber vielen abhebt ist die kurzweilige Leichtigkeit seines fiktiven Gesprächs zwischen einem uninspirierten Schriftsteller und einer fremden Dame, welches sich stetig an Intimität steigert bis zu einem mehr oder minder überraschenden Klimax und Wendepunkt. Dabei dreht sich alles um einen absoluten literarischen Klassiker: die Liebe. Und wer bei Glattauer wie bei vielen anderen eine plumpe Aneinanderreihung an Plattitüden befürchtet, der wird überrascht sein von den treffsicheren, tiefgründigen und nicht zuletzt unterhaltsamen Gedanken und Aussagen, die der Autor seinen Figuren in den Mund legt. Auch wenn die Gedanken der Hauptfigur Eduard Brünhofer manchmal bis zur Schmerzgrenze pointiert sind und ein bisschen arg geistreich und pfiffig sein wollen, hat mich "In einem Zug" insgesamt durchaus überzeugt.

  • Produktbild Love Letters to a Serial Killer
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    Love Letters to a Serial Killer

    Es ist ein so altes wie faszinierendes Phänomen: Serienmörder und andere schwere Verbrecher bekommen im Knast von wildfremden Frauen Briefe (natürlich auch Frauen von Männern usw) und nicht selten entwickeln sich nach außen hin bizarr anmutende Liebesbeziehungen. "Was geht in so einem Kopf vor sich?", mag man sich fragen. Tasha Coryell bietet mit "Love Letters to a Serial Killer" eine spannende, unterhaltsame und nicht ganz 100% biererst gemeinte Version dieser Geschichte. Dabei tanzt die Autorin vergnügt auf der Grenze zwischen "Bridget Jones" und "Psycho" und zeichnet ein in den Grundzügen authentisches Bild "dieser Damen", wie die beste Freundin der Hauptfigur Hannah die Groupies nennt. Und wer glaubt, dass das alles zu Lasten der Spannung geht, der sei gewarnt: abgerechet wird bekanntlich erst zum Schluss!

  • Produktbild Verbrannte Gnade
    • Nicolai Horsch
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    4/5

    Verbrannte Gnade

    Zu den bestechendsten Eigenschaften der Krimi-Ermittler aus den Reihen der Kirche gehört, dass sie am Ende des Tages doch ausgesprochen menschlich sind. Das macht sie glaubwürdig und nahbar. Mit Schwester Holiday serviert uns Margot Douaihy geballte Menschlichkeit ohne Rücksicht auf Verluste, voll auf die Zwölf. Ob ihre Hauptfigur dadurch glaubwürdiger wird, muss jeder für sich entscheiden, interessant ist die punkige Nonne allemal. Es ist auch die schillernde Protagonistin, die den Leser Milde walten lässt bezüglich des Erzähltempos von "Verbrannte Gnade", welches bisweilen an die Leichtfüßigkeit eines Gletschers erinnert. Auch die angesprochenen gesellschaftlichen Themen verleihen dem Buch einen Ernst, der sich spürbar von Pater Brown und Konsorten unterscheidet. Insgesamt ist Margot Douaihys Erstling eine ganz eigene Leseerfahrung, die dem Leser einiges abverlangt, dafür aber zum Nachdenken anregt.

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