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Katharina Erentraut Buchhandlung: OSIANDER Reutlingen
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Meine letzte Rezension Paranoia in Hollywood von Jan Jekal
Der Horror der McCarthy-Ära wird für die meisten zumindest ein vager Begriff sein. Das Narrativ des bösen Kommunisten hatte die gesamte US-Bevölkerung in einen paranoiden Dauerzustand versetzt. Freunde wurden zu Feinden und die zuvor geliebten Stars der wachsenden Filmindustrie werden zu Verrätern des Vaterlandes. Ein Großteil dieser Schauspieler, Produzenten und großen Autoren sind deutsche Emigranten, die (mal mehr und mal weniger) gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Die Geschichten dieser Persönlichkeiten greift Jan Jekal in seinem Debütbuch "Paranoia in Hollywood" auf. Dabei arbeitet er mit bisher kaum aufgearbeiteten Archivquellen. Obwohl das Buch relativ dick ist, habe ich es schnell verschlungen. Jan Jekal hat eine Stärke darin, die besten Aspekte eines Sachbuches mit jenen einer Erzählung verschmelzen zu lassen. Kunstvoll beschreibt er zu Anfang der Lektüre die Pacific Palisades, die Wohnregion der Schauspielerin und Drehbuchautorin Salka Viertels. Jekal macht Viertel zum roten Faden des Werkes und kehrt immer wieder zu ihrer Person zurück. Das bedeutet aber nicht, dass er sich auf ihre Biografie beschränkt. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Buch gehören unter anderem Thomas Mann, Fritz Lang, Theodor Adorno und Marlene Dietrich. Dank Jan Jekals immersiven Schreibstils fühlt man sich aufgenommen unter den Verstoßenen. Der Leser staunt an der Seite der Hollywood Ten darüber, wie schnell sich eine Demokratie in den falschen Händen in einen paranoiden Überwachungsstaat verwandeln kann. Gerade in unseren Zeiten ist es wichtig, sich dies vor Augen zu führen.
ab 28,00 €
Produktbild Paranoia in Hollywood
5/5
  • Katharina Erentraut
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5/5

Paranoia in Hollywood

Der Horror der McCarthy-Ära wird für die meisten zumindest ein vager Begriff sein. Das Narrativ des bösen Kommunisten hatte die gesamte US-Bevölkerung in einen paranoiden Dauerzustand versetzt. Freunde wurden zu Feinden und die zuvor geliebten Stars der wachsenden Filmindustrie werden zu Verrätern des Vaterlandes. Ein Großteil dieser Schauspieler, Produzenten und großen Autoren sind deutsche Emigranten, die (mal mehr und mal weniger) gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Die Geschichten dieser Persönlichkeiten greift Jan Jekal in seinem Debütbuch "Paranoia in Hollywood" auf. Dabei arbeitet er mit bisher kaum aufgearbeiteten Archivquellen. Obwohl das Buch relativ dick ist, habe ich es schnell verschlungen. Jan Jekal hat eine Stärke darin, die besten Aspekte eines Sachbuches mit jenen einer Erzählung verschmelzen zu lassen. Kunstvoll beschreibt er zu Anfang der Lektüre die Pacific Palisades, die Wohnregion der Schauspielerin und Drehbuchautorin Salka Viertels. Jekal macht Viertel zum roten Faden des Werkes und kehrt immer wieder zu ihrer Person zurück. Das bedeutet aber nicht, dass er sich auf ihre Biografie beschränkt. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Buch gehören unter anderem Thomas Mann, Fritz Lang, Theodor Adorno und Marlene Dietrich. Dank Jan Jekals immersiven Schreibstils fühlt man sich aufgenommen unter den Verstoßenen. Der Leser staunt an der Seite der Hollywood Ten darüber, wie schnell sich eine Demokratie in den falschen Händen in einen paranoiden Überwachungsstaat verwandeln kann. Gerade in unseren Zeiten ist es wichtig, sich dies vor Augen zu führen.

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