Will Freeman wird von all seinen Geschlechtsgenossen beneidet - er fährt ein schnelles Auto, genießt seine Affären und kann mit 38 ohne jede Verantwortung in den Tag hinein leben...Seine neueste Taktik für den Frauenfang ist der Besuch von Selbsthilfegruppen für allein erziehende Mütter und Väter, denn das ist genau der richtige Ort, um auf einsame Frauen zu treffen. Doch dann begegnet Will Marcus. Dieser ungewöhnliche Zwölfjährige bringt sein Leben völlig durcheinander - mit äußerst amüsanten Folgen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Katja Kaygin
aus Hamburg / Oberhausen
5/5
15.01.2021
DVD (DVD)
Jeder Mensch ist eine Insel, oder doch nicht?
Das ist eigentlich die zentrale Frage, um die sich der Film die ganze Zeit dreht. Für den 38-jährigen Will Freeman (gespielt von Hugh Grant) ist jeder Mensch eine Insel, da seiner Meinung nach, der moderne Mensch, aufgrund der vielen technischen Annehmlichkeiten, keine menschlichen Bindungen mehr eingehen muss. Und so hat unser Protagonist auch keinerlei Freunde. Und seine Beziehungen zu Frauen sind immer nur von kurzer Dauer, weil er sich schnell zu langweilen beginnt. Zu Schaffen machen ihm aber die Hasstirade der Frauen, wenn er mit ihnen Schluß macht.
Darüber hinaus ist Will in der glücklichen Lage, nicht arbeiten zu müssen, da ihm sein Vater mit einem One-hit-wonder-Christmas-song ein stattliches Vermögen hinterlassen hat. Und so teilt Will sein Inselleben in Zeiteinheiten von 30 Minuten ein, die Tätigkeiten wie TV sehen, einkaufen, Billiard spielen, zum Frisör gehen etc enthalten.
Als er eine Affäre mit einer alleinerziehenden Mutter beginnt und diese plötzlich, als er die Beziehung gerade beenden will, mit ihm Schluß macht und er zum ersten Mal kein schlechtes Gewissen mehr hat, ist dies der Beginn einer neuen Idee: Er will nun alleinerziehende Frauen aufreissen und begibt sich auf einschlägige Treffpunkte, wo er auch gleich sein erstes Opfer findet, die sich schon am nächsten Tag mit ihm verabredet. Allerdings ist auch der ein wenig schwierig wirkende Sohn ihrer depressiven Freundin, namens Marcus (großartig gespielt von Nicholas Hoult), dabei, der ziemlich schnell herausfindet, was Wills Intentionen sind.
Und so steht Marcus nach dem Picknick plötzlich bei Will vor der Tür und sagt ihm auf den Kopf zu, was er vorhat. Natürlich würde er niemandem was davon erzählen, wenn er täglich nach der Schule zu Will kommen darf. Will geht sichtlich genervt hierauf ein und allmählich beginnt sich zwischen den beiden eine Freundschaft zu entwickeln...
Hugh Grant, der sonst meist den lieben, leicht trotteligen Liebhaber spielt, ist in diesem Film anfangs ein arroganter Schnösel, der keinerlei soziale Kontakte hat und für den es äußerst wichtig ist, frei von jeglichen Bindungen zu sein. Der Film lebt auch vom Wechsel der Stimmungen, mal lustig, mal traurig, so daß man manchmal nicht weiß, ob man eher lachen oder weinen soll. Meine absoluten Lieblingszenen sind die im Lokal zwischen Will und Marcus Mutter (Im an Island, Im bloody Ibiza!) und die Szene beim Rockkonzert in der Schule.
Der britische Humor ist exzellent und mittels englischer Spracheinstellung bei der DVD und der Wahl von deutschen Untertiteln können auch nicht so sprachgewandte Zuschauer das Original genießen. Sehr gut gefiel mir auch das Bonus Material, besonders das Making of und die deleted scenes mit (witzigen) Kommentaren der amerikanischen Regisseure. Zudem gibt es noch einen Audiokommentar, Musikvideos und ein Interview mit dem Songschreiber Badly Drawn Boy. Wer den britischen Humor mag, sollte sich unbedingt diese DVD zulegen.
Tanja und Magnus
aus Hamburg
4/5
15.01.2021
DVD (DVD)
hugh grant, wie er leibt und lebt
hugh grant spielt in diesem film einen ziemlich ich bezogenen menschen. finanziell unabhängig besteht sein tagesablauf nur aus fernsehen, wie kriege ich die frauen rum und nett essen gehen mit seinen vielen netten damen. bis er auf einmal ein kind kennenlernt, dass ihm zeigt, dass es wirklich wichtigere dinge im leben gibt, für die es sich lohnt, sich einzusetzen.
Ariane Schalk
aus Innsbruck
4/5
15.01.2021
DVD (DVD)
Der Tag der toten Ente...
...anderer Katastrophen, und einer wunderbaren Freundschaft.
Marcus, ein Außenseiter auf allen Ebenen, hat nicht nur in der Schule ein schweres Los sondern auch zu Hause. Dort erwartet ihn jeden Tag eine depressive Mutter, von der er nie genau weiß in was für einem Zustand sie sich befindet. Für einen zwölfjährigen könnte das leicht zu viel sein, vor allem wenn man keine Freunde hat. Doch Marcus scheint alles ganz gut im Griff zu haben. Bis er eines Tages auf Will trifft und sich alles ändert.
Will, sechsunddreißig Jahre alt, ist hip, cool und laut eigenen Angaben eine Insel. Er lebt allein in einer Londoner Luxuswohnung und hat sich für sich selbst das perfekte Leben geschaffen. Er lernt Frauen kennen, indem er vorgibt ein alleinerziehender Vater zu sein, geht auf Partys und lässt sich auf niemanden ein. Bei ihm ist jede zwischenmenschliche Beziehung rein oberflächlich und nur zu seinem eigenen Vorteil. Bis er eines Tages auf Marcus trifft und sich alles ändert.
Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, so auch ihre anfängliche Einstellung zueinander. Marcus weicht nicht mehr von Wills Seite, obwohl dieser versucht so abweisend wie nur irgend möglich zu sein. Ein verstörendes Abendessen, eine tote Ente und ein paar tragische Ereignisse später, sind die beiden jedoch ein Herz und eine Seele. Und wie bereits gesagt, alles hat sich verändert .
Trotz aller Tragik ein sehr amüsanter Film, der mit seinem typischen Hornby Humor überzeugt und dem Roman, der als Vorlage diente, mehr als gerecht wird. Hugh Grant und Nicholas Hoult, in den Hauptrollen, machen den Film zu einem echten Ereignis.
Lisega
4/5
25.02.2015
DVD (DVD)
Zwei Weisheiten kann man aus…
Zwei Weisheiten kann man aus dieser amüsanten Adaption von Nick Hornbys Bestseller mitnehmen: „Niemand ist eine Insel“ und „Singe niemals mit geschlossenen Augen“. Hugh Grant als bindungsscheuer Will Freeman hält sich in „About a Boy“ zunächst schon für eine Insel und verstößt gegen Ende des Films auch gegen den zweiten Grundsatz. Aber wie es dazu kommt, dass er quasi zum Ersatz-Papa des 12jährigen Marcus wird und über diese ungewöhnliche Beziehung lernt, sich für seine Mitmenschen zu öffnen und letztlich sogar für Andere eintritt („Killing me softly“ auf der Schulbühne – mit geschlossenen Augen!), ist in dieser Romanverfilmung sehr gut dargestellt. Neben Hugh Grant als geläutertem Schürzenjäger brillieren auch Toni Colette als labile Alleinerziehende und Nicholas Hoult als ihr Sohn Marcus, der zu Grants „Klette“ wird. Eine überzeugende Tragikomödie, die bestens unterhält.
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aus Wien
3/5
06.05.2022
DVD (DVD)
Ganz nett
Wer das Buch von Nick Hornby kennt und mag, wird von dem Film enttäuscht sein. Dem Film sind die Leichtigkeit und der Humor abhanden gekommen. Schade. Schauspielerische Leistungen sind wie zu erwarten solide. DVD bietet Deutsch und Englisch und einige Zusatz-Features wie Interviews und gelöschte Szenen.
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