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Lassen Sie es mich so sagen ... Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

57055

Erscheinungsdatum

26.01.2009

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

272 (Printausgabe)

Dateigröße

342 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641017910

Beschreibung

Zitat

"Ja, es gibt verträglichere Zeitgenossen als Schramms Alter Ego. Doch kaum einer legt den Finger derart präzise in die Wunde, und kaum ein Spott ist beißender als der Dombrowskis. Gemocht werden will der Mann gar nicht. Aber wenn am nihm so zuhört ... wird er mit den Sympathien seines Publikums und nun auch mit denen seiner Leser fortan leben müssen."

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Verkaufsrang

57055

Erscheinungsdatum

26.01.2009

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

272 (Printausgabe)

Dateigröße

342 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641017910

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Meine Damen und Herren, lassen Sie es mich so sagen: Lesen Sie dieses Buch!

Bewertung am 22.03.2021

Bewertungsnummer: 503796

Bewertet: eBook (ePUB)

Lachen Sie laut, nicken und bejahen Sie, aber passen Sie bei der Lektüre auf, dass Ihnen das Lachen nicht im Hals stecken bleibt. Es ist eine bittere sarkastische Keule, mit der Georg Schramm auf schlafende Gemüter, Mitläufer und brave, niemals rebellierende Bürger einschlägt. Es bleibt niemand verschont: Ostdeutsche, Juden, „Neger“, Schwule, Politiker aller Couleur sowieso, die BILD-Zeitung, die „öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten“ und und und... Schramm lässt als Lothar Dombrowsky die Puppen tanzen. Er gibt seinen Figuren alle Freiheit, sich in ihrer einzigartig lakonischen Pointiertheit auszuleben: Dombrowsky selbst etwa, wenn er mit Kant'scher Weisheit und preußischer Ader freudigst und in bitterbösem Ton das Amt des Bundespräsidenten als „einen Ordenslametta verleihenden Grußaugust“ umschreibt. Oder Oberstleutnant Sanftleben, der Clausewitz' „Vom Kriege“ scheinbar als Bibel unter dem Kopfkissen liegen hat, bei dem „Hautfarbe, Rasse und das Ganze“ keine Rolle spielen. Es gibt einfach nur Leute, die er nicht leiden kann: Ostdeutsche zum Beispiel. Aber das hat nichts mit Rassismus zu tun, denn sie sind ihm einfach nur fremd, weil sie anders („Legebatterie“) aufgewachsen sind. Ganz große Polemik! Das Buch gewinnt an besonderer Intensität, wenn Sie sich die Protagonisten, die Sie u.a. aus den Sendungen „Scheibenwischer“ und „Neues aus der Anstalt“ kannten, bildlich und rhetorisch vorstellen. Meine Lieblingspassagen sind die, in denen Schramm seinen SPD-treuen August auftreten lässt: Tränen habe ich gelacht! Freuen Sie sich auf jeden einzelnen Satz des Kapitels „Der Sozialdemokrat – eine aussterbende Spezies“, in dem sich August u.a. auf dem Wochenmarkt am Stand des Rotary-Clubs darüber echauffiert, dass die Herren einen Tag vor den Bundestagswahlen auf das Ende der Sozialdemokraten anstoßen, während Kartoffelsuppe mit Lachs gereicht wird: „Der is wahrscheinlich noch vom Sektfrühstück übrig, den schmeiße se dann in die Kartoffelsupp un sammele Geld für die Halbverhungerte.“ Ganz groß ist auch die Szene, in der August zum Metzgerschorsch geht und sinniert: „Was ich in meim Lebe an Rindsworschd gegesse hab, das geht uff kaa Kuhhaut.“ Die Rückschlüsse, die er daraufhin zieht – nämlich dass „Tiermehlsupp“ in der Wurst sei und er dann praktisch „die alt Katz von de Fraa Rauscher gegesse“ hat und er sich demzufolge auch nicht mehr wundert, dass die Engländer nichts mehr auf die Reihe bekommen – das ist ein Fest! Das ist Satire auf allerhöchstem Niveau! Erleben Sie vermeintlich skurrile Beobachtungen des Alltags. Leise beginnen sie zu grübeln, wie viel von diesen Figuren in Ihnen oder ihrem Nachbarn steckt. Irgendwo erkennen wir uns alle wieder: in den Vorurteilen, der Verachtung oder dem Ungerechtigkeitsempfinden. Kürzlich gab es eine Kampagne im Internet, in der Schramm zum Bundespräsidenten ernannt werden sollte. Mit dieser Idee habe ich durchaus sympathisiert!

Meine Damen und Herren, lassen Sie es mich so sagen: Lesen Sie dieses Buch!

Bewertung am 22.03.2021
Bewertungsnummer: 503796
Bewertet: eBook (ePUB)

Lachen Sie laut, nicken und bejahen Sie, aber passen Sie bei der Lektüre auf, dass Ihnen das Lachen nicht im Hals stecken bleibt. Es ist eine bittere sarkastische Keule, mit der Georg Schramm auf schlafende Gemüter, Mitläufer und brave, niemals rebellierende Bürger einschlägt. Es bleibt niemand verschont: Ostdeutsche, Juden, „Neger“, Schwule, Politiker aller Couleur sowieso, die BILD-Zeitung, die „öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten“ und und und... Schramm lässt als Lothar Dombrowsky die Puppen tanzen. Er gibt seinen Figuren alle Freiheit, sich in ihrer einzigartig lakonischen Pointiertheit auszuleben: Dombrowsky selbst etwa, wenn er mit Kant'scher Weisheit und preußischer Ader freudigst und in bitterbösem Ton das Amt des Bundespräsidenten als „einen Ordenslametta verleihenden Grußaugust“ umschreibt. Oder Oberstleutnant Sanftleben, der Clausewitz' „Vom Kriege“ scheinbar als Bibel unter dem Kopfkissen liegen hat, bei dem „Hautfarbe, Rasse und das Ganze“ keine Rolle spielen. Es gibt einfach nur Leute, die er nicht leiden kann: Ostdeutsche zum Beispiel. Aber das hat nichts mit Rassismus zu tun, denn sie sind ihm einfach nur fremd, weil sie anders („Legebatterie“) aufgewachsen sind. Ganz große Polemik! Das Buch gewinnt an besonderer Intensität, wenn Sie sich die Protagonisten, die Sie u.a. aus den Sendungen „Scheibenwischer“ und „Neues aus der Anstalt“ kannten, bildlich und rhetorisch vorstellen. Meine Lieblingspassagen sind die, in denen Schramm seinen SPD-treuen August auftreten lässt: Tränen habe ich gelacht! Freuen Sie sich auf jeden einzelnen Satz des Kapitels „Der Sozialdemokrat – eine aussterbende Spezies“, in dem sich August u.a. auf dem Wochenmarkt am Stand des Rotary-Clubs darüber echauffiert, dass die Herren einen Tag vor den Bundestagswahlen auf das Ende der Sozialdemokraten anstoßen, während Kartoffelsuppe mit Lachs gereicht wird: „Der is wahrscheinlich noch vom Sektfrühstück übrig, den schmeiße se dann in die Kartoffelsupp un sammele Geld für die Halbverhungerte.“ Ganz groß ist auch die Szene, in der August zum Metzgerschorsch geht und sinniert: „Was ich in meim Lebe an Rindsworschd gegesse hab, das geht uff kaa Kuhhaut.“ Die Rückschlüsse, die er daraufhin zieht – nämlich dass „Tiermehlsupp“ in der Wurst sei und er dann praktisch „die alt Katz von de Fraa Rauscher gegesse“ hat und er sich demzufolge auch nicht mehr wundert, dass die Engländer nichts mehr auf die Reihe bekommen – das ist ein Fest! Das ist Satire auf allerhöchstem Niveau! Erleben Sie vermeintlich skurrile Beobachtungen des Alltags. Leise beginnen sie zu grübeln, wie viel von diesen Figuren in Ihnen oder ihrem Nachbarn steckt. Irgendwo erkennen wir uns alle wieder: in den Vorurteilen, der Verachtung oder dem Ungerechtigkeitsempfinden. Kürzlich gab es eine Kampagne im Internet, in der Schramm zum Bundespräsidenten ernannt werden sollte. Mit dieser Idee habe ich durchaus sympathisiert!

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