Herbst 1874: Theodor Fontane und seine Frau Emilie befinden sich auf einer Italien-Reise. Als Fontanes Portemonnaie zusammen mit einer Leiche aus dem Meer gefischt wird und man wenig später die Mordwaffe in seinem Hotelzimmer findet, wird der Dichter von der italienischen Polizei verhaftet. Emilie bleibt nichts anderes übrig, als den kriminalistischen Ambitionen ihres Mannes nachzueifern und auf eigene Faust zu ermitteln. Während sich Kommissar Aschinger aus Berlin auf den Weg macht, um den Fontanes zu helfen, verdichten sich die Ereignisse in Neapel zu einem teuflischen Komplott ...
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Fontane in Nöten in Napoli
Bewertung am 12.09.2024
Bewertungsnummer: 2290956
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Dieser Krimi spiel nicht in der gewohnten Umgebung unseres bekannten Dichters Theodor Fontane, nämlich der Mark Brandenburg, sondern in Neapel, wohin sich Theodor und seine Frau Emilie Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich begeben haben.
Ziemlich zu Beginn gerät Herr Fontane in große Bedrängnis, wird ihm doch zunächst das Portefeuille gestohlen und wenig später der Dieb desselben tot aus dem Hafenbecken gefischt. Ein Zimmermädchen findet im Zimmer Fontanes die Tatwaffe und Theodor wird verhaftet.
So muss dieses Mal Emilie ermitteln, was mir sehr gut gefallen hat, denn die Gattin Fontanes, charmant und intelligent, blieb bislang in den anderen Bänden viel zu sehr im Hintergrund. Es trifft sich jedoch gut, dass Aschinger, Kriminalkommissar aus Berlin, mit dem Fontanes freundschaftlich verkehren, just zur gleichen Zeit ebenfalls in Neapel weilt. Denn so ganz allein wäre es für Emilie sicher recht gefährlich und degoutant, sich in die Niederungen der neapolitanischen Unterschicht zu begeben, um nach dem wahren Täter und den Zusammenhängen zu forschen.
Einmal mehr hat mich Herr Goyke mit einer wunderbar erdachten Geschichte begeistert. Er bedient sich einer Sprache, die unbedingt das Flair des ausgehenden 19. Jahrhunderts widerspiegelt, jedoch nicht sperrig ist. Einige antiquierte Bezeichnungen fließen wie selbstverständlich ein und in diesem Buch ebenfalls viele italienische und neapolitanische Begriffe. Auf der Suche nach dem Mörder folgen wir Emilie und Aschinger durch Neapel. Dies wird sehr anschaulich beschrieben, auch die Wohnverhältnisse der Unterschicht, die einen herben Unterschied zu den Unterkünften der "Herrschaften" in Hotels mit durchaus hohem Standard darstellen.
Der gesamte Roman ist, wie bei Frank Goyke und dieser Reihe üblich, von feinem Humor durchzogen, und es gelingt ihm ebenfalls, an den entscheidenden Stellen Spannung aufzubauen. Ein wenig mühsam ist es, den italienischen Namen jeweils die richtigen Personen zuzuordnen, hier wäre ein Personenregister nützlich gewesen.
Zu guter Letzt wird alles aufgeklärt, im Hintergrund tut sich eine veritable Verschwörung auf - und auch eine Art "Pate" der Camorra wird auf überzeugende Art und Weise "eingearbeitet".
Für mich war es der vierte und somit leider, leider letzte Band dieser charmanten Fontane-Krimi-Reihe, die zu meinem Kummer nicht fortgesetzt wurde. Es lohnt sich allemal, hier das Genre historische Krimis auszuprobieren.
Von mir darum überzeugte 5 * und natürlich eine Leseempfehlung!
Fontane in Nöten in Napoli…
Lillith aus Berlin am 12.09.2024
Bewertungsnummer: 2885735
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Fontane in Nöten in Napoli Dieser Krimi spiel nicht in der gewohnten Umgebung unseres bekannten Dichters Theodor Fontane, nämlich der Mark Brandenburg, sondern in Neapel, wohin sich Theodor und seine Frau Emilie Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich begeben haben. Ziemlich zu Beginn gerät Herr Fontane in große Bedrängnis, wird ihm doch zunächst das Portefeuille gestohlen und wenig später der Dieb desselben tot aus dem Hafenbecken gefischt. Ein Zimmermädchen findet im Zimmer Fontanes die Tatwaffe und Theodor wird verhaftet. So muss dieses Mal Emilie ermitteln, was mir sehr gut gefallen hat, denn die Gattin Fontanes, charmant und intelligent, blieb bislang in den anderen Bänden viel zu sehr im Hintergrund. Es trifft sich jedoch gut, dass Aschinger, Kriminalkommissar aus Berlin, mit dem Fontanes freundschaftlich verkehren, just zur gleichen Zeit ebenfalls in Neapel weilt. Denn so ganz allein wäre es für Emilie sicher recht gefährlich und degoutant, sich in die Niederungen der neapolitanischen Unterschicht zu begeben, um nach dem wahren Täter und den Zusammenhängen zu forschen. Einmal mehr hat mich Herr Goyke mit einer wunderbar erdachten Geschichte begeistert. Er bedient sich einer Sprache, die unbedingt das Flair des ausgehenden 19. Jahrhunderts widerspiegelt, jedoch nicht sperrig ist. Einige antiquierte Bezeichnungen fließen wie selbstverständlich ein und in diesem Buch ebenfalls viele italienische und neapolitanische Begriffe. Auf der Suche nach dem Mörder folgen wir Emilie und Aschinger durch Neapel. Dies wird sehr anschaulich beschrieben, auch die Wohnverhältnisse der Unterschicht, die einen herben Unterschied zu den Unterkünften der "Herrschaften" in Hotels mit durchaus hohem Standard darstellen. Der gesamte Roman ist, wie bei Frank Goyke und dieser Reihe üblich, von feinem Humor durchzogen, und es gelingt ihm ebenfalls, an den entscheidenden Stellen Spannung aufzubauen. Ein wenig mühsam ist es, den italienischen Namen jeweils die richtigen Personen zuzuordnen, hier wäre ein Personenregister nützlich gewesen. Zu guter Letzt wird alles aufgeklärt, im Hintergrund tut sich eine veritable Verschwörung auf - und auch eine Art "Pate" der Camorra wird auf überzeugende Art und Weise "eingearbeitet". Für mich war es der vierte und somit leider, leider letzte Band dieser charmanten Fontane-Krimi-Reihe, die zu meinem Kummer nicht fortgesetzt wurde. Es lohnt sich allemal, hier das Genre historische Krimis auszuprobieren. Von mir darum überzeugte 5 * und natürlich eine Leseempfehlung!
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