1000 Kilometer in 46 Tagen! Quer durch die Wüste. Christian Seebauer beschließt, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Experiment: Er will den Israel National Trail - kurz Israel Trail - laufen, ohne einen einzigen Cent auszugeben. Das Ziel: An seine körperlichen und mentalen Grenzen zu gehen. Entschleunigen, sich Zeit nehmen. Nur mit Karte und Rucksack ausgestattet macht er sich auf den Weg. Temperaturen bis zu 35 Grad, endlose Weiten, atemberaubende Naturphänomene. Ein fesselnder Reisebericht über eine Reise zu sich selbst.
Inklusive 16-seitigem Bildteil.
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Israel einmal anders als im Fernsehen!
Bewertung aus Müllheim Dorf am 04.12.2020
Bewertungsnummer: 1410568
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Hervorragend und sehr begeisternd geschriebenes Buch, beim Lesen möchte man am liebsten die Wanderschuhe anziehen und diesen Trail auch bewandern!! Man bekommt einen sehr guten Eindruck wie die Israelis die Hilfsbereitschaft und die Nächstenliebe leben!
Eine Wahnsinns-Herausforderung
Bewertung am 10.04.2019
Bewertungsnummer: 404000
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Es gibt einfach Bücher, die finden einen. So ging es mir mit diesem Buch von Christian Seebauer. Ein lieber Freund hat es mir vorgeschlagen, ich fand, dass es sich sehr interessant anhört und habe es mir sofort als e-book heruntergeladen. Dann passierte erstmals nichts weiter. Doch als es mir vor einiger Zeit mental nicht so gut ging, da habe ich es wieder hervorgeholt und gelesen. Und da war es genau das Buch, was ich in dieser Zeit brauchte.
Bisher ist es als Paperback im SCM Hänssler Verlag erschienen, doch seit Anfang April 2019 gibt es dieses Buch auch als Paperback bei Malik/National Geographic. Ich hoffe, dass das Buch dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Der Autor Christian Seebauer, Jahrgang 1967, ist ein Mann mit Mut, der sich Herausforderungen stellt. Und weil er außerdem eine sehr verständnisvolle Familie hat, gelingt ihm das, wovon viele Menschen sicherlich träumen. Er beginnt nach einer Krise ein neues Leben. Sein erstes Leben war ganz klassisch. Da er von seinem Traum Künstler zu werden nicht hätte leben können, überzeugte seine Familie ihn, einen anständigen Beruf zu ergreifen. Er studierte Elektrotechnik und Informationstechnik. Um sein Studium zu finanzieren, landete er in der Finanzbranche, in der er nach seinem Studium hängenblieb und die Karriereleiter immer weiter hinaufstieg. Doch das war nicht das, was er eigentlich wollte. Und so endete dieses erste Leben mit einem Burnout. Er zog die Reißleine und begann peu à peu sein zweites Leben. 2010 wanderte er den Jakobsweg an der Küste entlang. Darüber schrieb er sein erstes Buch „Jakobsweg an der Küste“, welches 2012 im Pro Business Verlag erschienen ist. Dies gibt es leider nicht als e-book.
Doch er suchte noch einmal die Herausforderung und entschied sich für den weitaus weniger bekannten Pilgerweg – den Israel National Trail oder Shvil Israel. Das sind 1014 km mit einem Gesamtanstieg von 20.120 Höhenmetern. Der Weg führt von Eilat im Süden bis hinauf zum Kibbuz Dan kurz vor der libanesischen und syrischen Grenze. Er will diesen Weg in umgekehrter Richtung ganz alleine gehen, und er will ihn ohne Geld gehen, d.h. er ist auf die Hilfe der Menschen vor Ort angewiesen. Er ist aber natürlich bereit für sein Essen und seinen Schlafplatz zu arbeiten. Und so berichtet er in diesem Buch von den sieben Wochen, die diese Reise dauert.
Es ist ein faszinierendes Buch über einen ungewöhnlichen Mann, der sich einer Wahnsinns-Herausforderung stellt. Christan Seebauer führt die ganze Zeit Tagebuch und fotografiert, so dass er hinterher ein sehr persönliches und Mut machendes Buch schreiben kann. Er beschreibt wunderbar die Landschaft und die Menschen, die ihm begegnen. Er beschreibt aber auch sehr genau, wie es in ihm innendrin aussieht und was diese Reise mit ihm persönlich macht. Mit dieser Reise geht er mehr als einmal an die äußersten Grenzen seines Körpers. Er ringt mit sich, ob er aufgeben soll, doch er schafft es, diesen Weg bis zum Schluss zu gehen.
Was mich persönlich an diesem Buch so begeistert hat, ist einerseits diese Willensstärke des Autors, der es tatsächlich schafft sein Ziel ohne Geld zu erreichen. Er ging mit viel zu viel Ballast los (Gepäck und seelisch), doch nach und nach „verliert“ er das, was ihm sein Leben schwer macht. Was ich selber gar nicht bedacht habe, ist, dass er natürlich auf diesem Weg kaum Möglichkeiten hatte, sich und seine Wäsche zu waschen. Andererseits begeistert mich das Israel, was er beschrieben hat. Das ist ein ganz anderes Israel als das, welches wir aus der Presse kennen. Er beschreibt ein Land, wo sowohl die Juden als auch die Araber sehr freundlich, aufgeschlossen und neugierig auf ihn reagiert haben. Er hat unwahrscheinlich viele hilfsbereite Menschen kennengelernt. Und er durfte erfahren, dass die Juden ihn mit offenen Armen aufgenommen haben, obwohl er Deutscher ist, dass sie sogar dankbar dafür waren, dass er sich für ihr Land interessiert. Und dann hat mich noch der ökologische Aspekt fasziniert. Es gibt in Israel einen jüdischen Nationalfonds JNF-KKL e.V., der sich seit 1901 um Israels Umwelt kümmert. Er bewahrt die Wasserressourcen und sorgt dafür, dass Israel nach und nach weiter aufgeforstet wird.
Und auch wenn dieses Buch bei einem christlichen Verlag erschienen ist, ist es kein eigentlich christliches Buch. Christian Seebauer spricht zwar in Extremsituationen mit Gott, aber er sagt selbst, dass er eigentlich kein klassischer Gläubiger ist. Er glaubt an seinen Gott. Gott kann für jeden Menschen etwas anderes sein und ist an keine Religion gebunden.
Abgerundet wird das Buch durch einen großen Bild- und Informationsteil. Wer sich an den Bildern erfreuen möchte, sollte allerdings zu dem Buch greifen. Da sind dem e-book doch deutlich seine Grenzen aufgezeigt.
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