Tony Williams will nur eines: Edward Colton dazu bringen, seinen Grund und Boden an die Beck's Luxury Hotel Coorporation zu überschreiben. Mit dem Bonus dieses Auftrags könnte Tony sich für ein paar Jahre in den Süden absetzen, Sonne, Strand und Cocktails genießen und sich seinen Traum vom Inselleben in der Karibik erfüllen. Edward Colton ist leider eine harte Nuss, an der sich Tonys Kollegen bisher allesamt die Zähne ausgebissen haben. Aber dann erfährt der ehrgeizige Williams etwas über Colton, das alle anderen übersehen haben. Gerade, als sein Traum zum Greifen nahe scheint, mischt sich jedoch Amor ein und bringt alles durcheinander ...
Bearbeitete Neuauflage
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Behutsames Debüt
NiWa am 15.06.2020
Bewertungsnummer: 1339751
Bewertet: eBook (ePUB)
Tony Williams muss Edward Colton dazu bringen, seinen Grund zu verkaufen, damit ein Luxushotel gebaut werden kann. Hat er die Unterschrift erst in der Tasche, streicht er lukrativen Bonus ein, der ihm seinen Traum vom Leben in der Karibik erfüllt. Tony verbeißt sich in den hartgesottenen Colton, auch auf die Gefahr hin, dass er dabei Zähne verliert.
„Der Fremde am Klavier“ ist ein sanfter Liebesroman, und das Debüt einer großartigen Autorin, die mich mittlerweile zum zweiten Mal beeindruckt hat. Ein wichtiger Hinweis am Rande, es handelt sich hierbei um Gay Romance. Daher steht aufkeimende Liebe zwischen Männern im Mittelpunkt.
Tony Williams ist ein Jäger: Er jagt anderen Menschen Unterschriften ab. Dabei gilt er als hartgesottener Profi seiner Zunft, denn mit Tricks und Kniffen, hat er schon so manchen zum Unterzeichnen gedrängt.
Hingegen ist Edward Colton auf seine Weise ein harter Knochen. Als Besitzer des hiesigen Leuchtturms und einziger Sprössling der griesgrämigen Familie Colton, verteidigt er sein Eigentum, auch wenn ihm durch den Verkauf ein besseres Leben winkt.
Die Geschichte an sich kommt unter Liebesromanen häufig vor. Ein großer Konzern drängt sich in die beschauliche Idylle und sieht Profit in der aufkeimenden Touristenattraktion. Die Bewohner weigern sich, zu verkaufen, daher setzt der Konzern einen Hai zum Fang der Unterschriften ein, wobei eine Liebe beginnt.
Allerdings setzt Lily Pulcino diesen altbekannten Plot einzigartig gefühlvoll, amüsant und fesselnd um, sodass sie daraus eine faszinierende und ergreifende Liebesgeschichte gewoben hat, die sich vom Einheitsbrei deutlich erhebt.
Einerseits hat sie das angehende Paar aus zwei Männern kreiert, andrerseits beschreibt sie die Gefühlslage und verhaltene Emotionen derart berührend, dass ich von der ersten Seite an ergriffen war. Es ist mehr als eine Geschichte für zwischendurch, sondern ein ruhiger, wunderbar gefühlvoller Roman, der dabei amüsant zu lesen ist.
Mir haben natürlich Tony und Edward alias Ted gefallen. Sie sind keine Jungs mehr, sondern zwei Männer, die wissen, wo sie im Leben stehen, auch wenn sie damit nicht glücklich sind. Tony schmachtet seinem Traum von der Karibik hinterher, Ted akzeptiert das Einsiedlerdasein, weil er keinen anderen Weg für sich sieht. Manchmal sind sie rau, unsympathisch und genauso charmant, wodurch sie für mich authentisch wirken.
Ernste Themen wie Profitgier und Moral werden von der Autorin nicht ausgespart, sondern im angemessenen Rahmen angesprochen. Langsam erschließt sich, welche langfristigen Konsequenzen ein Tourismus-Boom für das Städtchen bedeutet. Und daraus ergibt sich die Hauptbotschaft, dass Geld nicht alles ist.
Abseits davon ist es herrlich amüsant, weil die Autorin das Städtchen mit urigen Charakteren ausstaffiert. Es gibt eine alte Dame, die nicht auf den Mund gefallen ist, einen Lehrerinnen-Club, der den Rotstift schwenkt, und facettenreiche Details, die das Setting wunderbar abrunden.
Der Erzählstil ist ruhig gehalten, ohne konstruierte Dramen oder gar zu überspitzte Wenden, sondern spiegelt die behutsame Vorgehensweise der Autorin, in die ich mich mittlerweile zum zweiten Mal verliebt habe.
Bevor ich zum Ende dieser Rezension komme, muss ich anmerken, dass in diesem Buch die geschmackvollste und ästhetischste Erotik-Szene beschrieben ist, die ich jemals gelesen habe. Die Autorin geht nicht ins Detail, sondern erfüllt die körperliche Annäherung mit Emotion ohne den Leser mit plastischen Darstellungen zu konfrontieren.
Objektiv betrachtet, gäbe es sicherlich einige Aspekte zu bekritteln, aber da mir das Gesamtwerk - noch dazu ein Debüt - dermaßen gut gefällt, mich in der nächtlichen Brandung im Leuchtturm gewogen und mich beeindruckt hat, vergebe ich die höchste Bewertungszahl.
„Der Fremde am Klavier“ ist eine gefühlvolle Geschichte, behutsam und amüsant erzählt, welche die Neugier auf weitere Werke der Autorin weckt. Wer gerne Gay Romance liest, geschmackvolle Ästhetik und einen eindringlichen Erzählstil mag, sollte sich unbedingt darauf einlassen.
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