England 1899: Was geht vor sich in dem berüchtigten roten Raum des Schlosses Lorraine, in dem noch niemand eine ganze Nacht ausgehalten hat, ohne dem Wahnsinn zu verfallen oder zu versterben? Simon Price will gegen den ausdrücklichen Rat der Besitzerin und der alten Dienstboten, dem Spuk mit modernster Technik, einem Phonographen, zu Leibe rücken und riskiert damit seinen Verstand und sein Lebenâ ¦
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13.03.2025
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Gefangen in der Schreckenskammer ...
…heißt eine TKKG-Folge, die ich als Kind gerne gehört habe, und in der Gaby von „Horror-Mönchen“ gekidnappt wird. Besser hätte der Titel aber auf dieses schlicht mit „Der rote Raum“ betitelte Hörspiel von Titania Medien gepasst. Und hier sind es auch keine „Horror-Mönche“, sondern weitaus übersinnlichere, gefährlichere, tödlichere Kräfte, die den sogenannten Raum unbewohnbar machen und jeden Eindringling um Leben und Verstand bringen.
Wie immer in solchen Geschichten lässt man die Todesmächte im Raum nicht ruhen, sondern ein wagemutiger junger Mann mit Phonographem möchte Licht ins Dunkel bringen und das Geheimnis um den Raum aufdecken. Gesprochen wird dieser Furchtlose von Valentin Stroh, den ich vor langer Zeit im Hörspiel „Demian“ von Hesse bewundert habe. Geprägt von der eigenen Theatererfahrung suchen die Macher von Titania Medien ja immer mal wieder neue, unverbrauchte Stimmen aus dem Theater, und hier ist eine Stimme gefunden worden, von der ich gerne viel mehr hören würde.
Das Hörspiel entwickelt sich zu einem Ein-Mann-Kammerspiel und verlangt dem Sprecher alles ab, was sprachlich möglich ist, um von Angst zu Panik bis hin zu Todesangst zu steigern – was er mit Bravour meistert. Selten habe ich mit einer derartigen fast klaustrophobischen Beklemmung an einem Hörspiel „geklebt“, unfähig, den Pausenknopf zu drücken, um ein Glas Wasser zu holen oder etwas zum Knabbern. Die Mächte im roten Raum sind gnadenlos, präsent, tödlich, gewaltig und unbesiegbar und ziehen den Hörer selbst mit in den Sog des Grauens. Hier wurde großes Kino geschaffen, gemeistert von fünf Sprechern und der gewohnt professionellen Geräusch- und Musikdramaturgie. Zwar von der Grundgeschichte her kaum spektakulär, entfaltet sich hier das Grauen ganz klar über die erzeugten Gefühle und die Befindlichkeit des Hörers selbst. Hat das Zeug zum Klassiker und lädt zum Wiederhören- und Wiedererleben ein.
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