London 1880: Evelyn und Paul Forsyth stehen kurz vor ihrer Hochzeit, als der Bräutigam von seinen Erinnerungen an ein unheimliches Erlebnis in Ägypten heimgesucht wird. Seinerzeit hatte er sich mit Professor Nathan Niles in der gewaltigen Cheops-Pyramide verirrt.
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Bewertung
5/5
13.03.2025
Hörbuch (CD)
Atmosphärisch dichter Mumienklassiker
Es ist wohl eine ganz besondere Spezialität von Titania Medien, die untergetauchten Perlen weltbekannter Autoren wieder aus der Versenkung hervorzuholen, und so kannte ich den Namen der Autorin Louisa May Alcott bisher lediglich in Verbindung mit der bekannten Filmvorlage zu „Betty und ihre Schwestern“ beziehungsweise zum alten Klassiker „Vier Schwestern“. Wenn man bedenkt, dass hier einige weltbekannte Hollywood-Größen wie Kirsten Dunst, Winona Ryder, Claire Danes, Susan Sarandon, Christian Bale und Gabriel Byrne vor die Kamera traten sowie in der Historie Namen wie Katherine Hepburn und Elizabeth Taylor auftauchen, wundert es mich einmal mehr, dass diese Pyramiden-Geschichte hier mir bisher völlig unbekannt war, obwohl sie anscheinend laut Internet einen recht großen Einfluss auf die Mumienfluch-Phantasien seit 1998 gehabt haben soll.
Und dies vollkommen zu Recht, wie ich finde. Die Geschichte liefert alles, was eine gute Mumien-Schauergeschichte ausmacht, von den klassischen Zutaten wie dunklen Gängen, Verirrungen und Leichenschändung bis hin zu den unheilvollen Vorahnungen, die zwar lautstark artikuliert, aber umso heimlicher wieder ignoriert werden.
Authentische, atmosphärische Geräusche dienen hier als Klangteppich, sodass man direkt mit den Forschern in das Labyrinth eindringt. Selten durfte man Figuren derart nahekommen ohne von Musikuntermalung geleitet zu werden. Hier hingegen spiegeln die Geräusche komplett wider, was die Figuren umgibt: Nackte Wände, Dunkelheit, Einsamkeit, Luftleere.
Da auf lange Erzählstrecken verzichtet wird zugunsten mehrerer Dialogebenen ist der Plot dicht und zügig erzählt, ohne Längen und unnötigen Schnickschnack. Der Hörer bekommt den Rahmen präsentiert, ab dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes bergab an Orte, denen man lieber fernbleiben sollte. Hier steht Spannung drauf, und Spannung ist auch drin.
Die Stimmen könnten nicht besser gewählt sein. Allen voran Horst Naumann als enthusiastischer Forscher, der in seinem Eifer sogar Wortendungen verschlucken oder Worte verhuschen darf, um schneller an sein Ziel zu gelangen. Seine Wandelbarkeit von Rolle zu Rolle beeindruckt mich immer aufs Neue.
Pascal Breuers Stimme kennt wohl jeder, der jemals einen Fernseher besessen hat. Zum einen als Stimme Shah Rukh Khans im Bollywood-Kino, zum anderen als Lindir in „Der Herr der Ringe“. Ich persönlich liebte ihn bereits als Kind als Simon Kelly in der Serie „Hey Dad“.
Benedikt Webers Stimme kannte ich als deutscher Ryan Phillippe und habe ihn auch ansonsten schon dann und wann irgendwo gehört. Insofern also wieder einmal Hollywood im Wohnzimmer.
Wer atmosphärisch dichte Mumiengruselklassiker mag, sollte sich dieses wirklich gelungene Hörspiel definitiv anhören. Und zwischendurch tief Luft holen.
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