Das Leben ist nicht immer ein frisch gebackener Muffin - das muss auch Grace Hilpert feststellen. Enttäuscht, verletzt und geplagt von mehr als nur Selbstzweifeln beschließt sie in der Goldgräberstadt Dawson City einen Neuanfang zu wagen. An diesem Ort hofft sie, zur Ruhe zu kommen, ihre Schreibblockade zu überwinden und vielleicht auch etwas Glück zu finden.
Allerdings kommt alles anders, als sie erwartet hat.
Inmitten von Startschwierigkeiten, Schnee und Matsch findet sie neue Freunde, die besten Schoko-Bananen-Muffins der Welt und trifft einen Nachbarn, der sie zur Weißglut treibt, wenn er nur den Mund aufmacht.
Hätte er nur nicht so wundervolle blaue Augen ...
Jonathan Folliott wurde von seiner Ex so richtig verarscht, aber das kann ihn nicht aus der Bahn werfen. Er macht einfach weiter, ist schließlich alles halb so wild, oder? Dass er keinen Plan mehr hat, was er mit seinem Leben anfangen soll, ist nur eine Phase. Solange ihn alle in Ruhe lassen, wird schon alles wieder gut. Bis die Neue in der Stadt direkt neben ihm einzieht.
Warum zur Hölle trägt sie nur ein Handtuch, wenn sie vor die Tür geht? Und warum amüsiert ihn das?
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„Emotional und hinreißend - die Kunst nach dem Fall wieder aufzustehen und das beste draus zu machen“
thiasbooks aus Dresden am 13.11.2024
Bewertungsnummer: 2340107
Bewertet: eBook (ePUB)
„Dies ist die Geschichte zweier Menschen, die vom Schicksal füreinander bestimmt wurden. Das Problem ist nur, dass sie es selbst gar nicht wissen.“
Das Cover hat mich sofort angesprochen, die Harmonie der Farben, dieses gemütliche Sonnenuntergang-Feeling. Es passt perfekt zum Inhalt. Die Charaktere sind sehr schön gezeichnet und in Szene gesetzt. Ich mochte auch sehr das Entstehungsvideo / Speedpaint von der Illu/den Charakteren.
Nun zum Inhalt, ich habe mich direkt aufs Lesen gefreut und bin direkt gut reingekommen.
Es werden viele kleine Details untergebracht und die Stimmung sowie die Atmosphäre werden perfekt herübergebracht und beschrieben. Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, mit vor Ort zu sein.
Der Schreibstil ist sehr gut und fließend, somit kommt man schnell durchs Buch. Auch wenn ich das gar nicht wollte – Dawson City, der Ort, an dem sich die Geschichte abspielt, ist einfach so schön. Das Ganze ist in Dual POV geschrieben, aus der Sicht von Grace (Gracie) und aus der von Jonathan (Joe). Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, da mein Freund auch Jonathan heißt haha.
Die Chemie zwischen den beiden war einfach richtig toll, auch wenn ich Joe am Anfang richtig unsympathisch fand, aber lest selbst. Dennoch habe ich sehr mit beiden mitgefühlt und mitgefiebert. Es ist schön, beide auf ihrem Weg der Selbstfindung zu begleiten, wie sie nach allen Rückschlägen wieder versuchen aufzustehen und an sich zu arbeiten. Das Leben geht weiter. Die charakterliche Entwicklung der beiden ist sehr stark, man kann die Situationen der beiden sehr gut nachempfinden, sehr realitätsnah. Ich hätte beide oft gern einfach in den Arm genommen und gesagt, dass bald wieder alles gut wird.
Es war auch schön und interessant zu lesen, beide bei ihren jeweiligen Berufen zu begleiten.
Graces neue Bekanntschaften und Freundinnen in Dawson habe ich auch gleich ins Herz geschlossen – wer solche Freunde hat – beneidenswert. <3
Es gab auch einige Charaktere, die mich zur Weißglut getrieben haben und wiederum welche, die mir nur zu gut von der Art her aus dem echten Leben bekannt vorkommen.
Die Zitate, die es am Anfang eines Kapitels gibt, sind immer sehr passend.
Ich will nichts Spoilern, es lohnt sich definitiv, das Buch zu lesen!
Die Geschichte war oft eine Achterbahn der Gefühle, ich habe viel geweint und gelacht. Es hat mir sehr gut gefallen, auf jeden Fall mit eins meiner Jahreshighlights!
Ich liebs.
PS: Was sich im Laufe der Geschichte aber nie geändert hat, war der Appetit auf leckere Schoko-Bananen-Muffins, von denen so oft geschwärmt wurde.
„Every time is Coffee-time“
Franci aus Ilmenau am 21.11.2024
Bewertungsnummer: 2347155
Bewertet: eBook (ePUB)
Graces Leben und ihre Zukunftspläne liegen in Scherben. Gleich neben denen von Joe.
Um zumindest ihre Gegenwart unter Kontrolle zu bringen, Abstand von Erinnerungen zu bekommen und herauszufinden, was als Nächstes zu tun ist, wird die Autorin von ihrer besten Freundin nach Dawson geschickt. Zu dem weit entferntesten Ort, den diese finden konnte.
Währenddessen ärgert sich Mr. Folliott über die Wendungen, die sein Leben genommen hat, über die tratschige Kleinstadt, deren BewohnerInnen und nun auch über seine neue Nachbarin …
Bei ihrer ersten Begegnung ahnen die beiden noch nicht, dass sie mehr verbindet als gedacht, sie den Schmerz des anderen kennen und das Schicksal manchmal ulkige Wege geht, um zusammenzuführen, was zusammen gehört.
Erzählt wird „Unfinished“ in einem lockeren, direkten und detailreichen Stil, der es leicht macht, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, Ängste und den Zwiespalt zu verstehen. Mit fließender Sarkasmus und Humor, skurrile Szenen und Missverständnisse sowie die öfter unglücklichen Aufeinandertreffen der Nachbarn bilden einen tollen Kontrast zu den melancholischen, traurigen Momenten, jenen, in denen Einsamkeit und Bedauern zuschlagen.
Die beiden kennenzulernen, einzeln und gemeinsam, sie zusammenarbeiten und sich näherkommen zu sehen, brachte viel Spaß mit sich und Juliane einiges an nachdenklich stimmendem Input.
Abgesehen des Handwerkers und der Neuen begegnen wir vielen verschrobenen, herzlichen Charakteren, die Grace unterstützen, Joe auffangen – oder ihnen Antrieb geben. Vor allem Jessika habe ich mit ihrer quirligen Art ins Herz geschlossen und vielleicht bekommt die junge Frau ja auch noch ihr Happy End?!
So klein die Goldgräberstadt auch scheint, Schiesel hat sich deren heimeliger Ausarbeitung merklich gewidmet und mit Kate, Jane, Jess, Annabelle und Grace eine Truppe entstehen lassen, von der man zu gerne ein Teil wäre. Zur Cozy-Komponente trug das häufig ungemütliche Wetter, der hohe Kaffee- und Muffin-Genuss und die Augenblicke bei, in denen Joe und Grace einfach genossen – sei es die Natur, das Städtchen, Barbesuche, die Ruhe oder einander; wie sie sich immer wieder Inspiration schenken.
»Kaffee ist wie Schokolade. Kaffee geht immer. Kaffee versteht und Kaffee sorgt dafür, dass man sich besser fühlt. Er wärmt von innen, von außen und mit einem Schluck Hochprozentigem auch für länger. Kaffee ist Liebe.«
Viele Gedanken, Erkenntnisse und Aussagen wiederholen sich im Verlauf, was das kontinuierliche Vorankommen ins Stocken bringt, Weitergehen in Rückwärtstaumeln wandelt. Nichtsdestotrotz dringt vor allem Grace mithilfe ihrer neuen Freundinnen und der Veränderung ihrer Perspektive zum Kern ihres Problems. Stellt sich ihren Altlasten, versucht, sich von diesen endgültig zu verabschieden – denn bevor sich der Blick der Liebesroman-Autorin gen Zukunft richten, sie entscheiden kann, wie es wo weitergeht, muss sie akzeptieren, loslassen und sich aus toxischen Beziehungen lösen. Dass Graces Vergangenheit sie selbst an einem Ort am Ende der Welt nicht in Ruhe lässt, sich weder ihrem Tempo noch ihren Regeln anzupassen gedenkt, bestärkt ihre Entscheidungen nur.
Auch auf Jonathan warten an jeder Ecke des Örtchens Erinnerungen und W(ehm)ut. Konfrontationen, die sich nicht ewig umgehen lassen, Gespräche, die geführt werden müssen. Um abzuschließen. Und neu zu beginnen.
An diesen zwei Menschen zeigt Juliane Schiesel auf authentische und echte Art, dass Gefühle nicht einfach verschwinden, nur weil sich jemand als Ar*chl*ch entpuppt, dass es ok ist – verraten und gedemütigt, zutiefst verletzt – zu weinen und zu trauern. Dass ein gebrochenes Herz Zeit braucht, gefühlt werden muss. Grace Hilpert und Jonathan Folliott ringen mit vernichteten (Zukunfts)Plänen, falschen Vorstellungen und dem „Was hätte sein können“, statt rigoros weiterzumachen und sich, Anziehung und Wohlgefallen zum Trotz, blind in etwas Neues zu stürzen.
Ebenfalls wichtig: Nach und nach werden die beendeten Beziehungen genauer beleuchtet – war es wirklich Liebe oder doch nur Gewohnheit, das Nichtalleinsein, ein schöner Traum?
Kritik: Im Print fielen mir einige Fehler auf – sowohl inhaltlich (doppelte/fehlende Worte und Tippfehler, unelegant zusammengesetzte Sätze) als auch im Buchsatz (bspw. falsche/fehlende Absätze, die den Lesefluss stören, irritieren oder/und das Gefühl einer sehr sprunghaften Handlung erwecken). Die Zierde der Seitenanzahl verschluckt hier und da Worte, und auch die verschnörkelten Texte zu Beginn der Kapitel sind zwar eine nette Idee, jedoch aufgrund Schriftgröße- und Art schlecht zu entziffern.
„Unfinished“ ist eine Cozy-Smalltown-Romance, in der neben Found-Family und Feeling-Home, zwischen New-Beginnings und Kuchenlust eine gefühlvolle, unterhaltsame Geschichte wartet, der es weder an warmherzigen Figuren, Kaffeedurst noch Tiefe fehlt.
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