Gefreit ohne Liebe Österreichischer Heimatroman der Vorkriegszeit
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
20.10.2025
Verlag
E-artnowSeitenzahl
130 (Printausgabe)
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
EAN
4099994079129
Frau Gerda, die einst selbst ohne Liebe geheiratet hatte, möchte ihren Sohn erneut "standesgemäß" verheiraten - nicht aus Zuneigung, sondern aus praktischen Gründen. In ihrer Berechnung sucht sie eine Frau, die "pflichtbewusst, bescheiden und anspruchslos" ist, und wählt die biedere Gertrud Vorbeck als ideale Schwiegertochter. Doch als die junge, lebensfrohe Witwe Herta Kiesebrech - einst Hans' erste Liebe - wieder auftaucht, gerät dieses nüchterne Konzept ins Wanken. Gerda erkennt in Herta eine gefährliche Rivalin, deren Charme und Entschlossenheit sie zutiefst fürchtet.
Parallel dazu tritt die siebzehnjährige Britta Andermatt, Tochter eines einfachen Buchhalters, in Hans' Leben - ein unschuldiges, warmherziges Mädchen, dessen Mitgefühl und Natürlichkeit einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen. In einer eindrucksvoll geschilderten Szene begegnen sich die beiden auf einer mondhellen Wiese, wo Britta einen verletzten Hund versorgt - ein Symbol für ihre Güte und Reinheit.
Zwischen Pflicht und Gefühl, gesellschaftlicher Fassade und innerem Verlangen entspinnt sich ein spannungsreiches Spiel aus Intrigen, Sehnsucht und Selbsttäuschung. Hans Heider steht vor einer folgenreichen Entscheidung: Soll er dem kalten Rat der Mutter folgen - oder der Stimme seines Herzens?
Gefreit ohne Liebe ist ein fesselndes Sittengemälde über die zerstörerische Macht von Stolz und Berechnung - und über jene Liebe, die sich selbst inmitten von Schmerz und Konvention nicht ganz unterdrücken lässt. In präziser, unpathetischer Prosa mischt Hruschka Innenmonolog, dokumentarische Einsprengsel und regionale Idiome zu einer Milieustudie in der Tradition des deutschsprachigen Gesellschaftsromans und einer feministisch sensibilisierten Erzählweise. Annie Hruschka verfolgt hier, mit sensibler und analytischer Beobachtungsgabe, wie Gemeinschaften Intimität regulieren: durch Rituale, Verschwiegenheit und ökonomische Zwänge. Statt autobiografischer Bekenntnisse bietet sie strukturgenaue Nahsicht: Topografien von Küche, Hof und Amtsstube, juristische Floskeln, die im Mund der Figuren verhärten, und Erinnerungssplitter, die das Private als politisch lesbar machen. Dieses Buch empfehle ich allen, die sprachliche Präzision, psychologische Tiefenschärfe und gesellschaftliche Analyse in kluger Balance suchen. Gefreit ohne Liebe bietet ergiebige Zugänge für Literaturwissenschaft, Gender Studies und Kultursoziologie und überzeugt zugleich als spannungsreicher Roman. Wer den leisen Zwischentönen folgt, entdeckt eine Geschichte über eine Ehe ohne Liebe - und eine Schule des Lesens von Macht, Fürsorge und Widerstand.
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