Was war Ihr Lieblingsbuch, als Sie Kind waren?
„Die kleine Hexe“. Ich habe dieses Buch geliebt. Die Vorliebe für diesen Mix aus Fantasie, Mut und Herz ist mir bis heute geblieben. Ich mochte Geschichten schon immer, die zeigen, dass man seinen eigenen Weg gehen darf, auch wenn andere einen unterschätzen.
Waren Sie damals eine begeisterte Leserin?
Ich war definitiv eine begeisterte Leserin. Bücher waren für mich kleine Reisen in andere Welten. Ich konnte komplett darin versinken und habe fast immer länger gelesen, als ich eigentlich durfte.
Wie hat das Lesen Sie geprägt?
Lesen hat meinen Horizont erweitert und meine Fantasie gefördert. Wer liest, lernt, zuzuhören, mitzufühlen und Geschichten zu verstehen. Gerade heute als Unternehmerin, Creatorin und Autorin hilft mir das jeden Tag. Gute Geschichten schaffen Verbindung. Und genau darum geht es am Ende auch bei Content, Rezepten oder Marken. Menschen erinnern sich selten nur an Informationen, sondern meistens an Gefühle, die sie damit verbinden.
Rührt aus diesen Erfahrungen Ihr Engagement für die Leseförderung?
Ja, ich möchte diese schönen Erlebnisse weitergeben. Lesen bedeutet ja viel mehr, als nur Wörter zu verstehen. Es gibt Kindern Selbstvertrauen, Wissen und Möglichkeiten. Nicht jedes Kind wächst mit Büchern zu Hause auf oder bekommt regelmäßig vorgelesen. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir als Gesellschaft Verantwortung übernehmen und Kindern zeigen, wie schön Lesen sein kann.
Was macht ein gutes Kinderbuch aus?
Ein gutes Kinderbuch nimmt Kinder ernst. Es braucht Herz, Fantasie und Figuren, mit denen Kinder mitfühlen können. Gleichzeitig darf es ruhig Humor haben und Leichtigkeit vermitteln. Kinder merken sehr schnell, ob etwas mit Liebe gemacht wurde oder nicht.
Studien zeigen immer wieder, dass die Lesekompetenz bei Kindern in Deutschland nachlässt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Ich glaube, das hat viele Gründe. Der Alltag vieler Familien ist sehr voll, digitale Medien sind ständig präsent, und Kinder wachsen heute mit unglaublich vielen schnellen Reizen auf. Ein Buch braucht Ruhe, Konzentration und Fantasie. Das muss man fördern. Außerdem darf Lesen nicht nur mit Druck oder Schule verbunden werden. Kinder müssen erleben dürfen, dass Bücher Freude machen können.
Sie waren Grundschullehrerin und sind Mutter zweier Kinder. Aus Ihrer professionellen und privaten Erfahrung heraus: Wie begeistert man Grundschulkinder fürs Lesen?
Ohne Druck. Das ist für mich der wichtigste Punkt. Kinder müssen Bücher finden dürfen, die zu ihnen passen. Nicht jedes Kind liebt dieselben Geschichten. Und Lesen darf kreativ sein: gemeinsam lesen, Rollen sprechen, Geschichten nachbacken oder -spielen. Kinder lernen über Emotionen und Erlebnisse. Wenn sie mit Lesen positive Dinge verknüpfen, entsteht ganz automatisch Begeisterung.