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Adrian Ruf Buchhandlung: OSIANDER Schwenningen
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Meine letzte Rezension Das Narrenschiff von Christoph Hein
Ein Land im Umbruch, ein Staat voller Widersprüche – und Menschen, die versuchen, inmitten all dessen ihren Weg zu finden: Das Narrenschiff entfaltet sich als weit gespannter Gesellschaftsroman, der die Geschichte der DDR aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Über drei Generationen hinweg erzählt Christoph Hein von Menschen, die die Entstehung, den Alltag und schließlich den Untergang dieses politischen Experiments miterleben – oder mittragen. Hein erzählt diese Geschichte mosaikartig: Unterschiedliche Figuren und Episoden fügen sich Stück für Stück zu einem größeren Ganzen zusammen. Dabei stehen nicht die großen historischen Ereignisse im Vordergrund, sondern das Alltagsleben – leise Zweifel, unbequeme Wahrheiten, stille Anpassung. Gerade die Vielstimmigkeit und die ruhige, unaufgeregte Erzählweise machen den besonderen Reiz dieses Romans aus. Ein besonders prägnantes Beispiel für die ideologische Enge des Systems liefert die Figur Emser, wenn er erklärt: „Man darf sich irren, aber nie gegen die Partei. Und wenn die Partei sich irrt, machst du einen Fehler, wenn du diesen Irrtum nicht teilst. Man darf nie gegen die Partei recht haben, denn sie allein hat immer recht.“ In diesem einen Satz verdichtet sich die ganze Absurdität und autoritäre Logik, die das Denken und Handeln vieler Figuren bestimmt. Ich hatte große Freude daran, dieses vielschichtige Werk zu lesen. Trotz meines breiten Fundus an DDR-Literatur konnte Das Narrenschiff mir neue Blickwinkel eröffnen.
ab 28,00 €
Produktbild Das Narrenschiff
5/5
  • Adrian Ruf
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Das Narrenschiff

Ein Land im Umbruch, ein Staat voller Widersprüche – und Menschen, die versuchen, inmitten all dessen ihren Weg zu finden: Das Narrenschiff entfaltet sich als weit gespannter Gesellschaftsroman, der die Geschichte der DDR aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Über drei Generationen hinweg erzählt Christoph Hein von Menschen, die die Entstehung, den Alltag und schließlich den Untergang dieses politischen Experiments miterleben – oder mittragen. Hein erzählt diese Geschichte mosaikartig: Unterschiedliche Figuren und Episoden fügen sich Stück für Stück zu einem größeren Ganzen zusammen. Dabei stehen nicht die großen historischen Ereignisse im Vordergrund, sondern das Alltagsleben – leise Zweifel, unbequeme Wahrheiten, stille Anpassung. Gerade die Vielstimmigkeit und die ruhige, unaufgeregte Erzählweise machen den besonderen Reiz dieses Romans aus. Ein besonders prägnantes Beispiel für die ideologische Enge des Systems liefert die Figur Emser, wenn er erklärt: „Man darf sich irren, aber nie gegen die Partei. Und wenn die Partei sich irrt, machst du einen Fehler, wenn du diesen Irrtum nicht teilst. Man darf nie gegen die Partei recht haben, denn sie allein hat immer recht.“ In diesem einen Satz verdichtet sich die ganze Absurdität und autoritäre Logik, die das Denken und Handeln vieler Figuren bestimmt. Ich hatte große Freude daran, dieses vielschichtige Werk zu lesen. Trotz meines breiten Fundus an DDR-Literatur konnte Das Narrenschiff mir neue Blickwinkel eröffnen.

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