Produktbild: Mrs Dalloway

Mrs Dalloway Roman

13

16,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.1997

Herausgeber

Klaus Reichert

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,9/15,2/1,5 cm

Gewicht

227 g

Auflage

19. Auflage

Übersetzt von

Walter Boehlich

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-14002-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.1997

Herausgeber

Klaus Reichert

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,9/15,2/1,5 cm

Gewicht

227 g

Auflage

19. Auflage

Übersetzt von

Walter Boehlich

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-14002-2

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  • Mikka Liest

    aus Hilter am Teutoburger Wald

    5/5

    31.05.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Das Gefühl, etwas Gewaltiges werde sich gleich ereignen

    Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Gleichzeitig verbringt der von Halluzinationen geplagte Kriegsveteran Septimus Warren Smith den Tag mit seiner Frau im Park, bevor er am Nachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Später am Abend findet die geplante Party statt. Meine Meinung: Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen. Was tatsächlich passiert, ist zweitrangig - wichtig ist, was in den Köpfen der Charaktere vor sich geht, die über die verschiedensten Themen nachdenken: Vergänglichkeit und das unaufhaltsame Verstreichen der Zeit, die Auswirkungen des Krieges auf die Psyche eines Menschen (und da finden sich Parallelen zur psychischen Erkrankung der Autorin), Liebe und Sexualität, gescheiterte Hoffnungen... Fast alle denken darüber nach, was hätte sein können, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten und ihr Leben dadurch nur ein klein wenig anders gelaufen wäre. Tatsächlich scheinen die meisten das Gefühl zu haben, dass sie etwas verpasst haben und etwas Wichtiges in ihrem Leben vermissen, und die Vergangenheit nimmt in ihren Gedanken mehr Raum ein als die Gegenwart. Was dieses Buch so originell macht, ist daher auch nicht die Handlung, sondern die Erzählweise: "Stream of Consciousness", Strom des Bewusstseins - eine Technik, die zum Beispiel auch James Joyce in seinem epischen Werk "Ulysses" einsetzte. Die Prosa bleibt immer ganz nahe dran an den Gedanken des Charakters, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse gerade sehen, so gut wie ungefiltert. Das ist nicht immer einfach zu lesen, denn da springen die Gedanken schon mal unvermittelt von einem Thema zum nächsten, Worte und Satzfetzen wiederholen sich... Aber für mich hatte das etwas unwiderstehlich Hypnotisches, eine echte Sogwirkung. Ich hatte manchmal wirklich das Gefühl, für einen Moment durch fremde Augen zu sehen. Ich fand den Schreibstil großartig und einzigartig - er spricht oft über Banalitäten, aber darin verbirgt sich so viel. Deswegen war das Buch für mich auch nicht spannend, wie ein Krimi spannend ist, aber ich konnte es dennoch kaum weglegen, weil ich wissen wollte, ob die Charaktere im Laufe des Tages zu Schlüssen über sich selbst und ihr Leben kommen und vielleicht sogar etwas ändern würden. Tatsächlich hat der innere Tumult, der sich in den Köpfen abspielt, dann erstaunlich wenig greifbare Auswirkungen - wobei einer der Charaktere letztendlich doch eine drastische und tragische Entscheidung trifft. Die Charaktere kamen mir alle sehr echt und glaubhaft vor. Virginia Woolf lässt den Strom ihrer Gedanken, die sich im immer gleichen Kreise um Liebe und Verlust, Wünsche und Bedauern, Wahrheit und Wahnsinn drehen, ganz natürlich fließen. Besonders Septimus hat mich sehr berührt, denn aus seinen Gedanken spricht unendlicher Schmerz, was aber niemand zu verstehen scheint. Tragischerweise kam er mir vor wie derjenige, der von allen Charakteren noch am nächsten daran herankam, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zu verändern. Interessant fand ich, dass die Autorin auch das Thema Homosexualität ganz nebenher anschneidet: Clarissa Dalloway fühlte sich in ihrer Jugend zu einer anderen Frau hingezogen, und ihre Tochter ist mit einer Frau befreundet, die ebenfalls in sie verliebt zu sein scheint. Auch der Krieg ist unterschwellig allgegenwärtig in diesem Buch - er ist zwar vorbei, aber die Menschen haben sich noch lange nicht davon erholt. Ich fand sehr bestürzend, wie wenig Verständnis man zu der Zeit anscheinend noch den Veteranen entgegen brachte, die von ihren Erlebnissen völlig traumatisiert waren. Die Autorin zeigt das sehr eindringlich am Beispiel von Septimus, von dem scheinbar erwartet wird, dass er sich einfach zusammenreißt und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, obwohl er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Fazit: "Mrs Dalloway" ist ein Buch, in dem oberflächlich gesehen wenig passiert - eine Frau plant eine Party und trifft einen alten Verehrer, ein Kriegsveteran wird in eine Klinik eingewiesen. Aber in den Gedanken der Charaktere spielt sich ganz viel ab, und die Autorin lässt den Leser unmittelbar an dieser reichen inneren Welt teilhaben, indem sie ihn einfach mitten hinein wirft, ungefiltert. Da werden existentielle Themen angesprochen, und wenn man sich darauf einlässt, ist es meiner Meinung nach ein sehr lohnendes Buch, auch wenn man sich ein bisschen anstrengen und mitdenken muss.

  • Bewertung

    aus St.Margarethen a.d.Sierning

    5/5

    16.05.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Gedankenreise

    Während Mrs. Dalloway ihren täglichen Beschäftigungen nachgeht, zieht sie Bilanz über ihr Leben. Was wäre wenn? Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie früher woanders abgebogen wäre? Kann sie ihre Ziele und Ideen noch erreichen und verwirklichen? Eine Gedankenreise einer priviligierten jungen Frau bei den Vorbereitungen zu einer Abendveranstaltungen im Herzen von London. Was banal beginnt, hat mich im Laufe der Geschichte hineingezogen und mitgerissen. Die ruhige und sachliche Schreibweise lässt Entscheidungen von Mrs. Dalloway noch radikaler und bewusster erscheinen. Hat mir gut gefallen.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    25.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    An (old) new favourite

    I’m currently reading all of the classics on my reading List. This book is a masterful exploration of the ordinary turned extraordinary. With poetic prose and deep character insights, it delves into the minds of its characters, revealing the fluidity of time and the complexity of human experience. Through the stories of Clarissa Dalloway and Septimus Warren Smith, Woolf encourages reflection on life’s small moments and the impact of the past on our present. It’s a must-read for those who appreciate literature that touches the soul and lingers in the mind.

  • Lesebiene

    aus Berlin

    5/5

    11.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wunderbarer Klassiker

    Mrs. Clarissa Dalloway plant eine Abendgesellschaft. Es ist ein besonderer Tag im Leben der zweiundfünfzigjährigen. Sie ist die Gattin eines Parlamentsabgeordneten, will am Abend eines ihrer berühmten -upper class dinner- geben. Der Tag vergeht mit freudigen Vorbereitungen, zufälligen Begegnungen mit Jugendfreunden, Konversation, nostalgischen Betrachtungen, Sinneseindrücken beim Flanieren. Ein besonderer Tag soll es, aus ganz anderen Gründen, auch für Septimus Smith werden. Auch ihn beschäftigt die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in jedem einzelnen Augenblick. Ein traumatisierter Kriegsveteran, der am Ende Selbstmord begeht. Virginia Woolf dringt in diesem Roman sehr tief in die Seele der Protagonisten ein. Am Anfang erscheint der Roman ziemlich schwer zugänglich. Wenn man sich aber darauf einlässt, erwartet einen ein wunderbarer, überraschend moderner Roman. Es geht nicht nur um die Oberschicht, sondern auch um den Untergang der alten politischen Ordnung. Um sexuelle Unterdrückung, Karrieren und ihr Scheitern, Auswanderung zu einem neuen Aufbruch z.b. bis nach Kanada, traumatisierte Kriegsveteranen, Depressionen, um Selbstmordgedanken. Die Schreibweise ist etwas gewöhnungsbedürftig. Lange, endlos scheinende Sätze, Reihen ohne Absätze. Mrs. Dalloways Gedanken, ihre Erinnerungen springen wie gehetzt hin und her. Ein lebhafter und munterer Perspektivwechsel, praktisch ein Redestrom an Selbstgesprächen. Scheinbar Unwichtiges wird hervorgehoben und dadurch wichtig. Die Sätze sind wohlgeformt, voller Leben und wuchtig in der Aussage. Teilweise sehr poetisch. Ein wunderbarer Klassiker der einen recht kritischen Blick auf Wohlstand und Armut, der Dienstboten und ihrer Herrschaften gibt. Das liegt auch an der wunderbaren Übersetzung ins Deutsche von Dr. Hannelore Eisenhofer

  • Kristall86

    aus an der Nordseeküste

    5/5

    22.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Muss in jeder Bibliothek!

    !ein Lesehighlight 2022! Klappentext: „Es ist ein besonderer Tag im Leben der zweiundfünfzigjährigen Clarissa Dalloway: Die Gattin eines Parlamentsabgeordneten will am Abend eine ihrer berühmten Upper-class-Partys geben. Der Tag vergeht mit Vorbereitungen, zufälligen Begegnungen mit Jugendfreunden, Konversation, nostalgischen Betrachtungen, Sinneseindrücken beim Flanieren ... Ein besonderer Tag soll es – aus ganz anderen Gründen freilich – auch für Septimus Smith werden. Auch ihn, den Kriegsheimkehrer, beschäftigt die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in jedem einzelnen Augenblick. In permanent sich wandelnden Empfindungen, Visionen und Assoziationen der Figuren entsteht ein faszinierendes Zeit- und Gesellschaftsbild Englands, rhythmisiert vom Stundenschlag des Big Ben. Romantische, nüchterne und satirische Stimmungslagen fließen ineinander, Melancholie und Contenance, tiefgründiger Witz und leise Wehmut durchziehen Virginia Woolfs Meisterwerk moderner Erzählkunst. Im Dezember 1924 notierte sie in ihr Tagebuch: «Ich glaube ganz ehrlich, dass dies der gelungenste meiner Romane ist.»“ Ein Klassiker im neuen Gewand ist immer so eine Sache. Gerade wenn es auch um eine Neuübersetzung geht. Diese Neuübersetzung hier wurde von Melanie Walz verfasst. Und was soll ich sagen? Sie ist ihr mehr als gelungen und trifft einfach jeden wichtigen Punkt um diese Geschichte so zu halten wie notwendig! Es ist eine Kunst einen Klassiker in seiner Atmosphäre nicht zu verschandeln aber dennoch in der heutigen Sprache und des Sprachgebrauchs verständlich zu erzählen ohne das man zu viele Fragezeichen beim lesen erfährt. Walz hat hier wirklich diese Aufgabe bravurös gemeistert (durch Fußnoten gibt es immer wieder Aufklärung)! Virgina Woolfs Geschichte „Mrs. Dalloway“ ist ein Klassiker, ein Zeitzeugnis und in gewisser Weise ein Erbe an die Leserschaft Woolfs. Die Geschichte rund um Clarissa zeigt nicht nur das Privatleben der damaligen Zeit auf mit all ihren Höhen, Tiefen und Gepflogenheiten (da staunt man heute mehr als genug) was damals so „normal“ war) sondern auch die Gesellschaft an sich. Woolf zeigte immer Biss und Humor in ihren Geschichten, so auch hier. Als Leser eröffnet sich hier regelrecht ein Feuerwerk der Wortspielereien, der versteckten Witze und Pointen, ein Feingefühl für die Darstellung der Damenwelt aber auch der Welt der Herren. Woolf zeigt dem Leser hier so viel auf, das man wahrlich erstaunt ist, welches Miniformat der Verlag für diese Neuübersetzung gewählt hat. Gerade mal 9.8 x 2.3 x 15.5 cm misst dieser Winzling und bombardiert den Leser dennoch mit allem was geht. Woolf hätte sicherlich herzhaft über dieses Buchformat gelacht und wäre entzückt gewesen wie klein und doch so gewaltig ein Werk von ihr wirken kann. Für dieses Meisterwerk gibt es 5 von 5 Sterne und ein Hoch auf die Übersetzerin!

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